sportwetten.de - Partner des DVV volleyballer.de - Das Volleyball Portal

Startseite
Interview: Das "Wunder von Baku" - Kathleen Weiß hat gute Erfahrungen mit Baku

European Games: Interview: Das "Wunder von Baku" - Kathleen Weiß hat gute Erfahrungen mit Baku

19.06.2015 • European Games • Autor: DVV 1022 Ansichten

Vor mittlerweile über zwölf Jahren fand in Baku/Aserbaidschan die europäische Olympia-Qualifikation statt. Damals schafften die DVV-Frauen das "Wunder von Baku" und qualifizierten sich als Turniersieger für die Olympischen Spiele in Athen. Mit dabei 2004 wie auch 2015 bei den European Games: Kathleen Weiß . Im Interview erinnert sie sich.

Erinnerst du dich noch an 2004?
Weiß: "Puh, im Großen und Ganzen ja. Hat das was mit Baku zu tun? Die Olympia-Qualifikation? Ich kann mich erinnern!"

Das "Wunder von Baku"! Was ist damals passiert?
Weiß: "Wir haben die Olympia-Qualifikation hier geschafft. Damals mit Hee Wan Lee als Trainer, ich war ein kleiner, grüner Grashüpfer und bin mitgefahren. Auf jeden Fall haben wir das Turnier gewonnen und uns somit für die Olympischen Spiele qualifiziert."

Du bist damals als "Letzte" auf den Zug gesprungen, eigentlich als Libero oder?
Weiß: "Das war so eine Drei-Zuspieler-Geschichte! Ich war in dem Sommer davor als dritte Zuspielerin dabei, dann hatten wir große Verletzungsprobleme auf der Libero-Position. Kerstin Tzscherlich war aufgrund des Studiums nicht dabei, Grit Müller war verletzt und Hee Wan fragte mich: Kannst du eigentlich annehmen? Ja, als ich 14 war. Hast du Lust? Ja, warum nicht! Dann habe ich den Grand Prix gespielt und danach war die Geschichte eigentlich gegessen. Ich hatte schon in Schwerin als Zuspielerin unterschrieben und war auch bei den Juniorinnen Zuspielerin, es war also kein Thema, komplett auf die Libero-Position zu wechseln. Dann gab es aber wiederum Probleme auf der Zuspiel-Position, und deswegen war ich als dritte Zuspielerin und zusätzliche Abwehrspezialistin in Baku dabei."

Was zeichnete die Mannschaft damals aus?
Weiß: "Es ist wirklich schwer, sich daran zu erinnern. Christiane Fürst war auch dabei, wir sind der gleiche Jahrgang, von daher kannte ich wenigstens eine Spielerin ein bisschen besser. Ansonsten weiß ich nur noch, dass wir mit Underdog-Chancen hergekommen sind. Wir hatten viele brenzlige Situationen, aber irgendwie haben wir das alles geschafft und gedreht. Das war emotional eine ganz krasse Geschichte. Im Finale haben wir gegen die Türkei gespielt, und die wurden natürlich von den Zuschauern aus Aserbaidschan angefeuert. Nach dem Sieg haben wir auf dem Feld die Olympia-Qualifikation gefeiert, bis dann irgendwann die Security kam und mich und noch jemanden mitgenommen haben. Wir gingen zum Ausgang und sie haben dann unsere Köpfte runtergenommen und geschützt, weil von oben mit vollen Plastikflaschen nach uns geworfen wurden. Das war als erste Erfahrung ganz schön krass."

Ein Wunder ist bei den European Games 2015 nicht notwendig, aber das Turnier ist gut besetzt. Wie siehst du die Chancen?
Weiß: "Wir haben hier eine relativ schwere Gruppe. Aber auch in der anderen Gruppe mit Aserbaidschan, den Polinnen und anderen Teams ist es nicht so einfach. Wir können uns mit jedem Team messen, auch bei der Niederlage gegen Serbien waren wir nicht chancenlos und auf Augenhöhe. Es kommt ein wenig auf die Tagesform, an und ob wir uns noch steigern können. Es ist auf jeden Fall noch alles drin. Für uns ist es der Anfang der Saison, es ist noch nicht alles eingespielt, wir kennen den Trainer noch nicht so richtig und er uns auch nicht. Von daher muss man uns ein wenig Zeit geben. Aber gegen die Niederlande hat man schon gesehen, wo es hingehen kann."

Wie hat sich deine Rolle im Team verändert von 2004 zu 2015?
Weiß (lacht): "Es gibt viele unterschiedliche Rollen im Team. Jedes Jahr wechselt das immer irgendwie. 2004 habe ich ausgeholfen, wo es ging, und hatte wenig Verantwortung und auch nicht so viel Druck verspürt. Jetzt zeigt sich, dass wir viele gute Spielerinnen haben - und gerade auf der Zuspiel-Position sind wir nicht schlecht besetzt. Als erfahrene Spielerin kann man beim Ablauf helfen, organisieren usw. Aber das Wichtigste ist natürlich, als Spielerin das Beste dem Team zu geben. Sei es für einen Punkt in einem Spiel oder einen Doppelwechsel, einen Satz oder für das ganze Spiel."

Damals bist du nicht zu den Olympischen Spielen mitgekommen, wie bitter war das und wie sehr motiviert das, es 2016 unbedingt zu schaffen?
Weiß: "2004 hatte ich mich davor nicht mit auseinandergesetzt, weil ich auch nur so reingerutscht bin. Mir war eigentlich klar, dass Hee Wan Lee die anderen beiden Zuspielerinnen mitnimmt, wenn sie fit sind. Und so ist es auch gekommen, und es war auch in Ordnung für mich. Olympia ist natürlich das große Ziel von jedem Athleten. Das hatten wir im letzten Olympia-Zyklus mit Giovanni natürlich auch vor. Und bis zur Olympia-Qualifikation haben wir wirklich alles perfekt gemacht (dort unterlag das Team im Halbfinale Polen, Anm. d. Red.). Dann ist es für europäische Teams natürlich schwer, weil das zweite Turnier in Asien nur nach Weltranglistenpunkten besetzt wurde. Das fällt dieses Mal weg und ist für uns vielleicht ein kleiner Vorteil. Bei dem Turnier im Januar müssen alle unter die ersten Drei kommen, wer da nicht ist, fliegt raus. Das hätte uns 2012 geholfen, dann hätten wir um Platz drei noch gespielt. Von daher hoffe ich, dass wir dieses Mal eine bessere Chance haben und diese nutzen."

D.h. Ein neues Wunder, dann in Ankara, muss her?
Weiß: "Ja, das wäre super!"

Gruppe B (deutsche Zeiten)
13.06.: SRB - CRO 3:0 / GER - BUL 3:2 / NED - RUS 3:1
15.06.: BUL - RUS 3:0 / CRO - NED 1:3 / GER - SRB 1:3
17.06.: NED - GER 0:3 / SRB - BUL 3:0 / RUS - CRO 3:0
19.06.: BUL - CRO (8.00) / SRB - NED (11.30) / GER - RUS (19.00)
21.06.: NED - BUL (8.00) / CRO - GER (13.30) / NED - BUL (19.00)

Aktuelle Tabelle
1. SRB - 9 Punkte - 9:1-Sätze - 3:0-Siege
2. NED - 6 Punkte - 6:5-Sätze - 2:1-Siege
3. GER - 5 Punkte - 7:5-Sätze - 2:1-Siege
4. BUL - 4 Punkte - 5:6-Sätze - 1:2-Siege
5. RUS - 3 Punkte - 4:6-Sätze - 1:2-Siege
6. CRO - 0 Punkte - 1:9-Sätze - 0:3-Siege

Der Kader der DVV-Frauen in Baku: Anja Brandt , Laura Weihenmaier , Jennifer Geerties (Schweriner SC), Saskia Hippe (SC Potsdam), Leonie Schwertmann, Wiebke Silge (USC Münster) , Louisa Lippmann (Dresdner SC), Lena Stigrot (Rote Raben Vilsbiburg), Mareen Apitz (Cannes/FRA), Lenka Dürr (Azeryol Baku/AZE), Margareta Kozuch (Piacenza/ITA), Lisa Thomsen (Lokomotiv Baku/AZE), Kathleen Weiß (Prostejov/CZE), Maren Brinker (Montichiari/ITA)

Weitersagen:

Weitere Meldungen aus der Kategorie "European Games"

» zurück
volleyballer.de auf Facebook volleyballer.de auf G+ RSS Feed Twitter

BeachZeit Beachvolleyball Camps

Beachvolleyball Camp mit BeachZeit

Buche jetzt Deinen Beachvolleyball-Urlaub. Mit Zufriedenheits-Garantie!

weitere Infos

Herrenhemden in Übergrößen

Herrenhemden in Übergrößen

Riesenhemden für Riesenvolleyballer

weitere Infos


Werben | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Partner