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Champions League: Gruppensieg! Viertelfinale! Top 8 in Europa!

17.02.2022 • Champions League Autor: Christof Bernier 650 Ansichten

Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte ziehen die Berlin Recycling Recycling Volleys als Gruppensieger in die K.o.-Phase der CEV Champions League ein. Mit einer unvergleichlichen Energieleistung und einem denkwürdigen Comeback haben sich die Berliner mit 3:2 (24:26, 20:25, 27:25, 25:22, 15:12) bei Zenit St. Petersburg durchgesetzt. Am morgigen Donnerstag (17. Feb um 17.30 Uhr) wartet auf die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard nun ein "Bonusspiel", in dem der letzte deutsche Vertreter im europäischen Wettbewerb sich eventuell noch einen Platz in Lostopf eins für die Viertelfinalauslosung (Freitag, 18. Feb um 13.00 Uhr) sichern kann.

Gruppensieg! Viertelfinale! Top 8 in Europa! - Foto: CEV

Foto: CEV

Die BR Volleys traten in der Sibur Arena von St. Petersburg mit der identischen Formation an, die eine Woche zuvor auch bei Vojvodina Novi Sad in Serbien 3:0 erfolgreich war. Während Cody Kessel nicht mit in die Hafenstadt reisen konnte, hatte auch der russische Vizemeister Ausfälle zu beklagen. Bei Zenit stand Starangreifer Victor Poletaev zwar auf dem Spielberichtsbogen, jedoch nicht in der Startformation. Ähnlich erging es Kapitän und Zuspieler Igor Kobzar und dem in den letzten Wochen angeschlagenen Vize-Europameister Tine Urnaut. So kam es zum Zuspieler-Duell zwischen dem 38-jährigen Igor Kolodinsky und dem 37-jährigen Sergey Grankin, die sich aus unzähligen Matches in der heimischen Liga kennen.

Ohne Poletaev war zu erwarten, dass der großgewachsene Außenangreifer Igor Kliuka das Zenit-Spiel tragen musste und das tat der 26-Jährige vom Start weg mit Bravour (6:8). Die BR Volleys fanden aber insbesondere dank der harmonischen Achse Grankin-Carle ebenfalls gut ins Spiel. Beim 15:13-Zwischenstand hatte der Deutsche Meister das Spiel im ersten Satz gedreht und zwang Heimtrainer und Geburtstagskind Sammelvuo zur Auszeit. St. Petersburg ließ sich davon nicht verunsichern und zog mit einem Block gegen Patch das Momentum spät im Satz wieder auf die eigene Seite (20:22). Mit einer genialen Abwehr hielt Grankin sein Team noch im Spiel (24:24), aber der Olympiasieger auf der anderen Netzseite, Jenia Grebennikov tat es ihm gleich und ebnete Kliuka den Weg zum erfolgreich verwandelten dritten Satzball (26:24).

Während die BR Volleys in der Abwehr oft zur Stelle waren, fehlten ohne direkte Block- und Aufschlagpunkte noch die entscheidenden Breaks im Auftaktsatz. Die waren im Folgedurchgang zunächst den Russen vorbehalten. Sechs Blocks in Folge hatten die Gäste zu verdauen (5:11), bis Nehemiah Mote seinerseits mit dem ersten Berliner Block die Serie unterbrach (6:11). Der eingewechselte Samuel Tuia legte wenig später auch das erste Ass der Männer in Schwarz-Orange nach (10:12) und Tim Carle tat es ihm zum Ausgleich nach (16:16). Wer anders als Kliuka gab die entsprechende Antwort und machte erneut den Unterschied (18:22, 20:25).

Vor allem dank Tim Carle boten die Berliner dem Heimteam auch in Satz drei unbeirrt Paroli und belohnten sich nun. Der erste Block des Franzosen (11:10) und seine zwei Asse waren Beleg seiner starken Performance (14:13). Beim 22:21-Zwischenstand verletzte sich Patch beim Anlauf zum Aufschlag, baggerte diesen aber noch kurios ins Feld. Der US-Amerikaner musste vom Court, aber mit seinem Vertreter Marek Sotola auf dem Court nutzte der überragende Carle den zweiten Berliner Satzball zum Anschluss (26:24).

Patch konnte anschließend zurückkehren, aber die Russen hatten ihren starken Aufschlag und das druckvolle Angriffsspiel wiedergefunden (5:9, 15:20). Die Entscheidung im ersten der zwei Duelle schien gefallen, doch dann trat Ruben Schott an die Linie. Der deutsche Nationalspieler schlug siebenmal auf (drei Asse inbegriffen) und die BR Volleys drehten diesen Durchgang noch zum Ausgleich (23:20, 25:22). Der amtierende Deutsche Meister hatte sich in diesem Moment aus eigener Kraft rechnerisch für das Viertelfinale qualifiziert. Spielfreude und Spielglück waren nun längst aufseiten der Berliner. Grankins Netzroller-Aufschlag zum 8:6 verlieh dem Entscheidungssatz Ausdruck. Längst wieder im Vollbesitz seiner Kräfte lief Ben Patch im Tiebreak heiß und Carle damit noch den Rang als offizieller Match-MVP ab. Der US-Boy erzielte die wichtigen Punkte für sein Team (10:6, 13:10) und Jeffrey Jendryk verwertete den zweiten Matchball zum Sieg (15:12).

Mit diesem Ergebnis verteidigten die Berliner ihre Tabellenführung (5 Siege, 14 Punkte) gegenüber St. Petersburg (3 Siege, 10 Punkte). Auch Zenit wird durch den Punktgewinn als einer der drei besten Gruppendritten in die nächste Runde einziehen, sodass das morgige Spiel ein Schaulaufen der Viertelfinalisten wird.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: "Das ist ein riesiger Erfolg für unseren Verein. Noch nie wurden wir Gruppensieger in der Champions League. Dieser Sieg ist der Mannschaft gelungen, weil sie immer drangeblieben ist und gekämpft hat. Rubens Aufschlagserie in Satz vier hat das Match zu unseren Gunsten entschieden. Nun stehen wir zum zweiten Mal in Folge unter den top acht Mannschaften Europas. Drei Teams aus Italien, zwei aus Russland, zwei aus Polen und die Berlin Recycling Volleys - darauf dürfen wir stolz sein!"

MVP Benjamin Patch: "Wir wussten, dass es auswärts bei dieser großgewachsenen und so athletischen Mannschaft schwer werden würde. Wir spielen nicht immer gegen Teams dieses Kalibers auf solch einem hohen Niveau. Unsere Strategie war, nicht sie besiegen zu wollen, sondern unser Spiel zu spielen. Wir haben gute Volleyballer, arbeiten hart und geben nicht auf. Diese innere Stärke und der Glaube an uns selbst haben uns dieses Comeback ermöglicht."

Ruben Schott: "Wir sind überglücklich. Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg - nicht nur für die Gruppe, vor allem für unsere Köpfe und unser Selbstbewusstsein. Wir haben Europa gezeigt, auf welch hohem Level wir Volleyball spielen können. Tim und Ben haben ein überragendes Spiel gemacht, am Ende hatten wir uns als Team perfekt gefunden und haben es genossen. Chapeau an die Mannschaft!"

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Samuel Tuia, Marek Sotola

Topwerte
Patch 22 Punkte, 3 Blocks | Carle 20 Punkte, 3 Asse, 2 Blocks | Schott 12 Punkte, 3 Asse

Match-Statistik
<<< Download hier >>>

Kommende Spiele:
17. Feb | 17.30 Uhr MEZ | Zenit St. Petersburg vs. BR Volleys (Champions League)
23. Feb | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. SWD powervolleys Düren (Bundesliga)

 

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