Das war wieder einmal ein magischer Champions-League-Abend für und mit der SVG Lüneburg. Im schweren Pool D feierten die LüneHünen einen 3:1 (25:18, 25:19, 23:25, 25:23)-Erfolg zum Auftakt der Gruppenphase gegen Sporting Lissabon und verbuchten wichtige drei Punkte. Parallel endete das polnische Derby zwischen Warta Zawiercie und Asseco Rzeszow 3:1 für die Gastgeber.
20 Punkte, darunter sechs Asse: Daniel Gruvaeus zeigte - wie auch seine Teamkollegen - ein starkes Spiel, wurde zum MVP gewählt. (Foto: SVG/Höfel)
Hochklassiger Volleyball und hinten heraus Spannung pur: 2927 Zuschauende in der LKH Arena waren wieder einmal begeistert und bekamen viel geboten - wobei die Hausherren einen Start nach Maß erwischten (6:1). Besonders Daniel Gruvaeus war sofort "on fire". Der Außenangreifer machte die ersten fünf Punkte der SVG, darunter Asse zum 3:1 und 4:1. Sieben Punkte wurden es insgesamt in diesem Durchgang, und 20 waren es am Ende bei einer Angriffsquote von 70 Prozent und dann sechs Assen. Logisch, dass der Schwede auch zum MVP gewählt wurde.
Totale Dominanz
im ersten Satz
Zwischendurch kamen die Portugiesen etwas auf, machten aus einem 11:5 ein 11:8, doch beim 16:11, einem Ass von Axel Enlund, deutete sich dann an, dass in diesem Eingangssatz nichts mehr anbrennen würde. Zu dominant waren die LüneHünen, die über 20:14 dem 1:0 entgegenstreben. Joscha Kunstmann, ebenfalls zu Beginn sehr auffällig, machte den Sack zu. "Die Jungs waren auf den Punkt bereit für die Champions League. Wir sind sehr gut reingekommen gegen einen starken Gegner, waren in allen Elementen stark", war Chefcoach Stefan Hübner hochzufrieden.
Abschnitt zwei verlief dann zunächst ausgeglichener, beim 6:6 glich Sporting erstmals überhaupt an diesem Abend aus, doch die SVG hielt dagegen und zog langsam wieder weg (9:7, 13:10. 18:14, 22:17) Der gegnerische Coach Joao Coelho versuchte es zwischendurch mit den ersten personellen Umstellungen - ohne Wirkung. Ein Aufschlag ins Aus zum 25:19 besiegelte ihren 0:2-Rückstand. Und das, obwohl die Fehlaufschläge und Angriffsfehler sich gehäuft hatten.
Zwei Highlights von
Santeri Välimaa
Satz drei begann mit einem Highlight: Zuspieler Santeri Välimaa legte einen zweiten Ball frech per Rückhand übers Netz ins gegnerische Feld. Sogar auf 5:2 zogen die Gastgeber davon, doch der Gegner drehte das Ergebnis auf 7:9. Välimaa setzte dann noch ein dickes Ausrufezeichen, blockte zum 9:10 seinen Gegenpart, den russischen Weltklasse-Zuspieler Sergej Grankin, beim Versuch, einen zweiten Ball unterzubringen. Doch Lissabon war nun längst im Flow und ließ sich mit all seiner Routine nicht aus der Spur bringen. Über 9:12, 14:17 und 18:20 ging es in die Crunchtime. Jackson Howe glich nochmal aus und sorgte für neue Spannung, doch Diagonalangreifer Edson Valencia Gonzalez (7 von insgesamt 20 Punkten) hielt die Gäste am Leben und Lourenco Martins verwandelte den Satzball zum 1:2.
"In dem Satz haben wir ein bisschen viele Aufschlagfehler gemacht, aber es war gut, dass wir ihn zum Ende wieder eng gestalten können. Für den vierten haben wir uns dann vorgenommen, wieder mit mehr Selbstvertrauen aufzutreten", schilderte Trainer Hübner die einzige kritische Phase des Matches. Gesagt, getan. Nach ausgeglichenem Beginn mit einer 1-Punkte-Führung, die der Kontrahent immer wieder ausglich, bekamen die LüneHünen ab dem 10:8 wieder das Heft in die Hand (14:11, 17:14), auch, weil Youngster Enlund spielte wie ein alter Hase - ein Mann ohne Nerven (7 von insgesamt 17 Punkten).
Auch Gruveus war nun in aller Stärke zurück, machte ebenso fünf Punkte wie Ethan Champlin, der eingangs der Crunchtime nochmal richtig aufdrehte, u. a. die wichtigen Punkte zum 22:22 und 23:22 machte. Den zweiten Matchball steuerte dann Lissabons Martins mit einem Aufschlag ins Netz bei. Fazit von Hübner: "Wir sind happy, dass uns der Auftakt so gut gelungen ist."
SVG: Kunstmann (10), Välimaa (4), Gruvaeus (20), Howe (6), Enlund (17), Champlin (17) - Takahashi; eingewechselt: Larsen, Elser.
(hre)


