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Harte Reise, noch härtere Prüfung

Champions League: Harte Reise, noch härtere Prüfung

10.12.2019 • Champions League Autor: Christof Bernier 1428 Ansichten

4.000 Flugkilometer, elf Stunden Anreise, eine Differenz von vier Zeitzonen: Der Trip der BR Volleys am zweiten Spieltag der CEV Champions League hat es in sich. Am Dienstagmorgen landeten die Berliner im sibirischen Novy Urengoy, wo man gegen den aktuell Drittplatzierten der russischen Superliga antreten muss. Bei einem alten Bekannten ist die Vorfreude auf das Match am Mittwoch (11. Dez um 15.00 Uhr MEZ) besonders groß.

Harte Reise, noch härtere Prüfung - Foto: Eckhard Herfet

Foto: Eckhard Herfet

Mit einem Zwischenstopp in Moskau hob das BR Volleys Team schon am Montagnachmittag (17.00 Uhr) in Richtung Sibirien ab. Die Landung in Novy Urengoy an der Grenze zur russischen Tundra erfolgte planmäßig elf Reisestunden später um 8.00 Uhr Ortszeit. Im Gepäck hat man eine eindrucksvolle Siegesserie in Bundesliga, Pokal und CEV Champions League, die den Hauptstädtern das nötige Selbstvertrauen verleiht. Den starken Kontrahenten um den ehemaligen Berliner Erik Shoji (2014 bis 2016 BR Volleys) dürfte dies allerdings wenig kümmern.

Fakel Novy Urengoy bestimmt seit Jahren das Niveau in der wahrscheinlich besten Liga der Welt mit und ist inzwischen in der nationalen Spitze angekommen. In der zurückliegenden Saison gewannen die Männer um die „Rising Stars“ des russischen Volleyballs, die Außengreifer Egor Kliuka und Dmitrii Volkov, Bronze in der Meisterschaft und erreichten diese Platzierung auch bei der Club-Weltmeisterschaft 2018. Mit Position drei scheint man weiterhin eine enge Bindung zu pflegen. Zurzeit belegen Shoji und Co sowohl in der Superliga (7 zu 2 Siege) als auch in der CL-Gruppe B Rang drei, denn am ersten Spieltag der Königsklasse verlor Fakel deutlich 0:3 (24:26, 21:25, 18:25) auswärts beim russischen Titelträger. „Kemerovo ist der Favorit in unserer Gruppe und besonders zuhause extrem stark. Kuzbass hat gegen uns überragend gespielt und wir konnten an diesem Tag leider nicht mithalten“, gibt Shoji zu und sieht nun gegen die BR Volleys eine bessere Chance: „Es wird ein interessantes Match zwischen zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Spielphilosophien. In Russland wird anderer Volleyball gespielt, als ich ihn aus Deutschland kannte. Welche Spielweise sich dabei durchsetzen wird, werden wir erst am Mittwoch wissen.“

Der Druck liegt aber bereits bei Fakel, während die Berliner – mit derzeit drei Punkten auf dem Konto – alles versuchen werden, um für ihre strapaziöse Anreise mit etwas Zählbarem entlohnt zu werden. Darauf hoffen auch die Fans der BR Volleys, die einmal mehr beweisen, dass ihnen für ihr Team kein Weg zu weit ist. Sechs Anhänger des Fanclubs "7. Mann" werden ganz sicher auch im fernen Sibirien lautstark auf sich aufmerksam machen. Kurios: Nicht nur der Deutsche Meister und seine treue Fangemeinde legen für die morgige Partie eine große Strecke zurück. Auch der Gegner kommt von weit her, wie Shoji berichtet: „Wir selbst trainieren aktuell in Moskau und reisen nur für die Heimspiele nach Novy Urengoy. Dort kann es im Winter sehr, sehr kalt werden, weshalb der Verein das auf diese Weise löst.“ Denselben Flug wie der Gegner nahm man aber nicht: „Wir sind schon am Montag angereist. Die BR Volleys werden Glück haben, in dieser Woche sind nur bis zu minus 9 Grad zu erwarten“, berichtet Shoji.

Nichtsdestotrotz ist sich Berlins Coach Cedric Enard bewusst, dass seinem Team die bisher härteste Prüfung dieser Spielzeit bevorsteht: „Wichtig wird es sein, die Annahme zu halten. Uns erwartet bei diesem Gegner ein enormer Aufschlagdruck. Die Spielweise von Fakel ist zwar leicht zu entschlüsseln, aufgrund der Athletik jedoch extrem schwierig zu verteidigen.“ Neben Volkov und Kliuka ist Diagonalangreifer Krisztian Padar aus Ungarn kaum zu stoppen. Aber auch die BR Volleys verfügen über individuelle Klasse, wie Fakel-Libero Shoji weiß: „In allen Spielen, die ich sehen konnte, wurde deutlich, wie wichtig Grankin für die Mannschaft ist. Er ist der Lenker und Denker des Teams und macht jeden seiner Mitspieler besser. Es ist echt witzig, ja fast ein bisschen ironisch, dass er als einer der wenigen Russen im Ausland nun gleich gegen zwei Vereine aus seiner Heimat spielt. Garantiert wird er deshalb zu 100 Prozent motiviert sein.“ Nachdem dieser schon mit seinen Russisch-Kenntnissen als Teilzeit-Reiseleiter glänzte, setzten die Berliner morgen auch auf dem Court große Hoffnungen in ihren Regisseur.

Das Match bei Fakel Novy Urengoy ist auf www.eurovolley.tv (4,99 EUR im Monat / monatlich kündbar) zu sehen. Die VolleyTigers laden zum Public Viewing ins Billiard International in der Knesebeckstraße.

 

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