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Mit weißer Weste in die Weihnachtszeit

Bundesligen: Mit weißer Weste in die Weihnachtszeit

20.12.2015 • Bundesligen • Autor: Christof Bernier 891 Ansichten

Im letzten Spiel des Jahres gewannen die Berlin Recycling Volleys ein hart umkämpftes Match beim TSV Herrsching mit 3:1 (30:32, 25:23, 25:17, 25:20). Damit führt der Hauptstadtclub die Volleyball Bundesliga zur Weihnachtspause weiterhin ungeschlagen an. Vor 1000 Zuschauern entwickelte sich in der Herrschinger Nikolaushalle ein zeitweise dramatisches Spiel.

Trainer Roberto Serniotti begann in mit seiner gewohnten Startformation. Paul Carroll kehrte zurück und begann neben Robert Kromm und Paul Lotman im Außenangriff, den Mittelblockern Tomas Kmet und Nicolas Le Goff, Tsimafei Zhukouski auf der Zuspieler-Position und Libero Erik Shoji.

Es wurde von der ersten Minute an das erwartet nervenaufreibende Duell bei den Bayern. Zunächst agierten die Berliner sicher und führten durch ein variables Angriffsspiel zur ersten technischen Auszeit mit 8:6. Angepeitscht von frenetischen Fans kam das Heimteam dann stärker auf. Der Hauptstadtclub zeigte Schwächen in der Annahme und Herrsching zog davon (9:13). Wie schon in den vergangenen Wochen kam Francesco De Marchi ins Match und gab dem Berliner Spiel Sicherheit. Souveränes Side-Out-Spiel auf beiden Seiten war die Folge. Dann trat der Italiener an die Aufschlaglinie und verkürzte auf 16:17. Kapitän Robert Kromm war jetzt regelmäßig erfolgreich und brachte seine Farben wieder in Front (22:21). Nun wurde es dramatisch: Nachdem die Gäste den ersten Matchball liegen ließen, schenkte man dem Heimteam mit zahlreichen Aufschlagfehlern insgesamt 7 Matchbälle. In teilweise kuriosen Ballwechseln, in denen sich die Reisestrapazen der BR Volleys sichtlich bemerkbar machten, hatte der selbsternannte Geilste Club der Welt das bessere Ende für sich und holte sich Satz eins (30:32)

Auch im zweiten Durchgang machte die Heimmannschaft dem Tabellenführer das Leben schwer. Dirigiert von Zuspieler Patrick Steuerwald , der von Bundestrainer Vital Heynen wieder für die Nationalmannschaft nominiert wurde, erarbeiteten sich die Bayern die nächste Führung (4:8). Die Berliner hatten große Probleme in Block und Abwehr, konnten aber nach einer Aufschlagserie von Zhukouski Schritt halten (8:11). Wieder war es der Kroate, der mit seinem harten Service die BR Volleys heranbrachte (15:16). Doch das Spiel der BR Volleys lief weiter unrund. Serniotti reagierte und brachte Felix Fischer für Le Goff. Die Abwehrarbeit der Gäste stabilisierte sich und Kromm sorgte für die Führung (21:20). In der Halle war zu spüren, dass das Match in einer ganz entscheidenden Phase war, doch erst Carroll und dann Kromm behielten die Nerven und glichen zum 1:1 aus (25:23).

Die Herrschinger, die schon beim 3:0-Sieg gegen die United Volley RheinMain bewiesen, was sie zuhause zu leisten imstande sind, kämpften auch in Durchgang drei um jeden Punkt und wurden belohnt (5:8). Doch dann folgte die endgültige Wende im Match. Angeführt von starken Aufschlägen von Zhukouski zeigte sich der Hauptstadtclub nun in Annahme und Block verbessert und kaufte dem Heimteam so den Schneid ab (9:8). Paul Carroll drückte von der Aufschlaglinie auf das Tempo und die Berliner erspielten sich eine beruhigende 19:12 Führung. Die Stimmung in der Halle kühlte ab und Felix Fischer bescherte per Block seinem Team sieben Matchbälle. Nach einem Service-Fehler auf Herrschinger Seite war der zweite Satz gewonnen (25:17).

Die BR Volleys schüttelten endgültig die Reisestrapazen aus ihren Gliedern und gingen fokussiert in Durchgang vier. Kromm konnte die Bälle regelmäßig zu Boden bringen (4:1). Herrsching - in Person von Daniel Malescha - hielt dagegen und gestaltete das Spiel weiter ausgeglichen (8:7, 14:12). Die Berliner konnten sich nicht entscheidend absetzen, doch die Blockarbeit um Fischer blieb stabil und sicherte die Führung (22:18). Tomas Kmet beendete ein aufregendes Match durch die Mitte (25:20).

Trainer Serniotti zeigte sich nach dem Spiel sichtlich erleichtert: "Es war das erwartet schwere Match. Der zweite Satz war für den weiteren Spielverlauf entscheidend. Wir konnten uns mit Herz und Kampfgeist aus den schwierigen Situationen befreien und behielten die Nerven." Für die zahlreichen Unterbrechungen und Diskussionen fand der Italiener Verständnis: "Es waren viele knifflige Entscheidungen zu treffen und der Schiedsrichter hat genauso wie mein Team einige Fehler gemacht. Doch alles in allem war es eine gute Leistung."

Nun gehen die BR Volleys ungeschlagen in die wohlverdiente Winterpause: "Die Spieler haben sich die Auszeit redlich verdient. Das Programm war in den letzten Wochen wirklich sehr intensiv. Im neuen Jahr möchten wir unsere gute Ausgangslage in Bundesliga und Champions League unbedingt verteidigen", so der italienische Coach.

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