Das Heimspiel des Tabellenführers gegen den aktuellen Tabellenzehnten aus Mittelfranken begann überraschend. Wer nämlich glaubte, die Gothaer würden gegen den SV Schwaig ein leichtes Spiel haben, sah sich schnell getäuscht. Obwohl bei den Gästen gleich fünf Stammspieler fehlten, begannen sie gegen den Favoriten selbstbewusst und mutig.
Blue Volleys Gotha (Foto: Christian Heilwagen)
Ganz im Gegensatz dazu, die Blue Volleys, die lange Zeit nicht ins Spiel fanden. Viele Aufschlagfehler und ungewohnte Schwächen in der Annahme veranlassten Trainer Robert Werner schon früh beim Stand von 3:6 die erste Auszeit zu nehmen. Aber auch danach verlief das Gothaer Spiel fehlerbehaftet.
Robert Werner sprach nach der Begegnung davon, dass der Mannschaft in der Anfangsphase die nötige Spannung und Einstellung gefehlt habe.
Ganz anders der SV Schwaig. Aus einer beweglichen Abwehr heraus, in der Ersatzlibero Marcel Wysgalla eine überzeugende Leistung zeigte, nutzten die Angreifer, die sich bietenden Chancen. Auch weil Gothas Block anfangs durchaus Lücken bot. Die Schwaiger, die in der Vorwoche schon ein Spiel bestritten hatten, erkannten die Gelegenheit für eine Überraschung zu sorgen und nutzten diese zum verdienten 25:22 Satzgewinn.
Natürlich hofften die Zuschauer in der wieder sehr gut gefüllten Ernestiner SH, dass sich die Blue Volleys im 2.Satz spielerisch finden würden. Doch erneut erwischten die Hausherren einen schlechten Start und sahen sich früh einem 1:4 Rückstand gegenüber. Zwar fanden sie danach etwas besser in Spiel, die Eigenfehlerquote blieb dennoch hoch. Beim Stand von 10:9 gab es die erste Gothaer Führung im Spiel. Der SVS aber war längst noch nicht geschlagen und hielt Satz und Spiel weiterhin offen. Als die Gäste in der Schlussphase beim 19:15 sogar mit vier Punkten führten, schien auch dieser Satz für die Gastgeber verloren zu gehen. Dieser Rückstand aber bewirkte eine Trotzreaktion bei den Blue Volleys. Plötzlich waren die Grundtugenden der Mannschaft wieder da. Die Annahme stand jetzt stabil und auch die Aufschläge wurden druckvoller. Auf der Schwaiger Seite aber wuchs die Nervosität und die Fehler häuften sich. Das nutzten die Thüringer zum 25:22 Satzgewinn.
In den beiden folgenden Abschnitten war dann die Schwaiger Gegenwehr gebrochen. Es machte sich bemerkbar, dass die vielen Ausfälle auf Dauer nicht zu kompensieren waren. Bei den Blue Volleys hatte Ro.Werner umgestellt. Ben Bierwisch rückte auf die Diagonale und Dominik Duchá? spielte neben Kapitän Christoph Aßmann jetzt auf Außen/Annahme. Diese Maßnahme sorgte für mehr Durchschlagskraft im Angriff. In den beiden Schlussabschnitten waren die Gothaer jetzt das klar bessere Team und ließen den Gästen nur noch wenig Chancen. Zuspieler Finn Jansen konnte dank der verbesserten Annahme seine Angreifer variabler einsetzen und die dankten es ihm mit teils spektakulären Angriffen. Mit jeweils 25:16 gingen beide Abschnitte deutlich an die Blue Volleys.
Trotz der Niederlage lobte Gästetrainer Milan Maric seine Mannschaft anschließend. "Meine Mannschaft hat in den ersten beiden Sätzen trotz der vielen Ausfälle eine sehr gute Leistung gezeigt. In den Sätzen 3.und 4. war dann Gotha das bessere Team."
Gothas Coach war dagegen mit der anfangs gezeigten Leistung seiner Mannschaft gar nicht zufrieden. "Der gesamten Mannschaft hat anfangs die nötige Spannung komplett gefehlt. Vielleicht auch den Gegner unterschätzt. Das darf nicht passieren", sagte er im Anschluss an das Spiel.
Als MVP ihrer Teams wurden Gästelibero Marcel Wysgalla und Gothas Kapitän Christoph Aßmann gewählt.
Mit diesem Erfolg haben die Blue Volleys die knappe Tabellenführung vor dem ebenfalls siegreichen TV Rottenburg, der allerdings ein Spiel weniger bestritten hat, verteidigt. In der kommenden Woche sind die Gothaer dann beim TSV Mühldorf in Bayern zu Gast.
Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Bierwisch, Duchá?, Filippidis, Jansen, Krauße, Krochmann, Kühn, Ridings, Rieder, Spankowski, Wagner und Ri.Werner


