Mimmenhausen ist optimal ins Jahr gestartet, mit dem 3:1-Erfolg beim SV Schwaig hat die Mannschaft von Christian Pampel einen Schritt in Richtung "gelassen die restlichen Partien bis zum Saisonende angehen" gemacht. Ob das Fässchen Bier, der Preis für die Goldmedaille von Diagonalangreifer Lukas Baumgärtner, die fröhliche Rückfahrt von Nürnberg an den Schloss-See heil überlebt hat, wird nicht verraten.
Lennart Littmann im Fokus (Foto: Noah Waschke)
Aber jenes Hochgefühl nach dem knappen Sieg in der Gelben Halle soll nun am Samstag seine Fortsetzung finden. Gegen den Tabellenletzten TSV Mühldorf.
Christian Pampel bremst: "Es gibt viele im Umfeld, die sagen, das Spiel müssen wir gewinnen." Das sei ein Trugschluss. "Wir sind doch nicht automatisch besser als Mühldorf, weil wir Schwaig geschlagen haben." Die Mimmenhausener Historie lehre doch, dass der "zu ehrgeizige" TSV nicht das von den Fans Erwartete mache, "wenn er gegen vermeintlich schwächere Teams antrete. So wie am Samstag gegen das abgeschlagene Schlusslicht.
Einige seiner Spieler hätten, so Pampel weiter, es noch nicht gelernt, mit dem Druck - den Rückschlägen - in den jeweiligen Partien fertig zu werden, ohne dass ein Bruch im Spiel Punkte koste. "Das war zuletzt gegen Leipzig so, nach mehreren engen Sätzen." Und gegen Kriftel. Der TSV erntete trotz guter Möglichkeiten nur einen Trostpunkt. Vergangenes Wochenende dagegen, beim knappen 3:1-Erfolg in Schwaig (98:94, nur vier Satzpunkte mehr als der SV) blieben Kapitän Jan Jalowietzki und seine Mannen auch nach dem zwischenzeitlichen (eher selbstverschuldeten) Ausgleich zum 1:1 cool, wurde die Partie tatsächlich zum vollen Erfolg gedreht.
Und ein beruhigendes Polster zum Abstiegsplatz geschafft. Neun Punkte mit gern gesehener Begleiterscheinung: Druck, gewinnen zu müssen, den sieht Pampel nun beim Gegner. "Für Mühldorf ist es schon so etwas wie ein Schicksalsspiel." Für Mimmenhausen eher nicht. "Wenn wir verlieren, holen wir die Punkte woanders." Das TSV-Trainerteam bereitet sich dennoch auf den Underdog Mühldorf bestens vor. Da kam die Anfrage des USC Konstanz zu einem Trainingsspiel gerade recht. Weil beim Aufsteiger in die 3. Liga Süd (derzeit Rang sechs) ehemalige TSV-Spieler wie Diagonalangreifer Lukas Ott, Zuspieler Lukas Diwersy oder die beiden Mittelblocker Bogdan Birkenberg und Lars Hammer, dazu Co-Trainer Heiko Schlag, im Kader sind, steht Freundschaft mit den ehemaligen Teamkollegen im Fokus. Auf der einen Seite. Aber auch Wettbewerbsbedingungen im Training. Was den Trainer freut: "Das bringt viel mehr."
Wer gegen Mühldorf auf der Platte steht, ist noch unklar. "Das ist mal wieder alles andere als rosig", kommentiert Pampel die personelle Lage. Krankheiten machen einer optimalen Teamaufstellung einen Strich durch die Rechnung. Jalowietzki scheint noch nicht ganz wiederhergestellt, nun fällt David Markovic, der ihn in Schwaig gut vertreten hatte, mit Fieber aus. Umso mehr freut sich Pampel über einen die Hinrunde vermissten Rückkehrer. Tim Frings hat sein Auslandssemester in Norwegen beendet. "Er ist sehr, sehr wertvoll für uns", urteilt Pampel. Mit ihm hat Mimmenhausen gegen Mühldorf entweder zwei Liberos oder Wechselmöglichkeiten auf den Außenbahnen. Und einen Lukas Baumgärtner. "Ich komme langsam in Fahrt", stellt der zuletzt sehr überzeugende Diagonalangreifer sein Licht ein wenig unter den Scheffel. "Gelingt uns der Sieg", sagt Pampel, laufe der Rest der Saison ohne existentiellen Druck ab. Ein Ziel, an dem die Mimmenhausener länger Freude haben als an einem Fass Bier über mehr als 300 Kilometer Busfahrt.


