LüneHünen nach 3:1-Heimsieg gegen Karlsruhe mit starker Zwischenbilanz Bundesliga-Tabellenführer, das Pokalfinale erreicht, den ersten Champions-League-Sieg schon verbucht - die Bilanz der SVG Lüneburg zum Jahresende 2025 kann sich sehen lassen. Ein 3:1 (25:27, 25:21, 25:16, 25:18)-Heimsieg gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe vor erstmals ausverkauften Rängen in der LKH Arena sorgte für einen optimalen Jahresabschluss.
Chris Byam (r.) übernahm nach seiner Einwechslung Verantwortung, brachte neue Impulse. (Lizenz: kostenfreies Nutzungsrecht für redaktionelle Zwecke mit Urheberangabe) (Foto: SVG/A. Höfel)
LüneHünen nach 3:1-Heimsieg gegen Karlsruhe mit starker Zwischenbilanz
Bundesliga-Tabellenführer, das Pokalfinale erreicht, den ersten Champions-League-Sieg schon verbucht - die Bilanz der SVG Lüneburg zum Jahresende 2025 kann sich sehen lassen. Ein 3:1 (25:27, 25:21, 25:16, 25:18)-Heimsieg gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe vor erstmals ausverkauften Rängen in der LKH Arena sorgte für einen optimalen Jahresabschluss.
Bis die 3200 Fans nach 100 Spielminuten jubeln konnten, waren jedoch Geduld und viel Teamarbeit gefragt. "Die Spiele zwischen den Feiertagen sind oft komisch", hatte Bernd Schlesinger, der Sportliche Leiter der SVG, schon vor dem Spiel eine gewisse Vorahnung.
Karlsruhe clever zum Satzgewinn
Und in der Tat: Ganz so dominant, wie es die Tabelle beim Duell Erster gegen Zehnter vermuten ließ, sah es auf dem Feld zunächst nicht aus. Die Gäste, mit dem Zug aus Baden angereist, hielten lange clever mit und wussten kleinere SVG-Schwächen konsequent zu nutzen. Und wann immer die SVG sich absetzte, kam Karlsruhe schnell zurück. Selbst als die LüneHünen deutlicher vorn lagen (16:13, 19:16), half das nicht: Die Comeback-Gäste waren stets wieder da. Dass die SVG mit einem umjubelten Block von Santeri Välimaa in die Crunchtime startete (20:19), Daniel Gruvaeus (22:21) und Joscha Kunstmann (23:22) stark nachlegten und Axel Larsen die erste lange Rally des Spiels erfolgreich abschloss (24:23), reichte nicht. Ein Lüneburger Aufschlagfehler und ein Angriff des starken Karlsruher Diagonalen John Obi drehten den Spielstand zum ungünstigsten Zeitpunkt. Erstmal lag Karlsruhe vorn - und sicherte sich mit einem Doppelblock von Jonathan Downs und Nimo Benne auch den Satzgewinn.
Auch im zweiten Satz erwiesen sich die Gäste als zähe Gegenüber. Diesmal gelang der SVG jedoch ein besserer Start - nach dem 5:2 nahm Gästecoach Guido Görtzen früh die erste Auszeit. Die wirkte: In der Folge kamen die Baden Volleys wieder ran (8:7), bis der schon am Ende des ersten Satzes eingewechselte Kapitän Jesse Elser ein energisches Stopp-Schild setzte, Obi clever zu einem Annahmefehler zwang (9:7). Danach wurde das SVG-Spiel souveräner. Gruvaeus steuerte in enger Folge drei Punkte bei und half mit, den Vorsprung erstmals auf fünf Punkte auszubauen (14:9). Danach behaupteten die Gastgeber ihren Vorsprung, lagen beim Start in die Crunchtime weiter klar vorn (20:15). Doch Karlsruhe erwies sich erneut als bissig, machte erneut Druck auf die LüneHünen (20:18). Stefan Hübner brachte Christopher Byam für Axel Enlund - und der Diagonalangreifer feierte mit dem Angriff zum 22:20 einen perfekten Einstand. Obi traf kurz darauf die Antenne, Benne schlug den Ball ins Aus - 25:21, Satzausgleich für die SVG.
"Wir haben es uns ein bisschen schwerer gemacht als nötig", fiel das Fazit von Stefan Hübner zu den ersten beiden Abschnitten aus. "Wir haben viele Aufschläge verschlagen, dadurch war es für den Gegner leichter, im Rhythmus zu bleiben. Wir hatten auch viele unsaubere Ballkontakte, die Spielfähigkeit war nicht so da wie sonst. Es hat sich bisschen unruhiger angefühlt, als es hätte sein müssen."
Wechsel zahlen sich aus
Doch der Coach und sein Team fanden die passenden Lösungen. Jetzt kam zu einem spannenden Spiel auch wieder die Souveränität des Spitzenreiters. Beim 6:5 übernahm die SVG die Führung - und gab sie nicht mehr her. Eine Aufschlagserie von Byam brachte sieben Punkte - und der Angreifer steuerte per Angriff (9:5) und Ass (11:5) selbst zwei Zähler bei. Erst beim 12:6 holten die Gäste den Kanadier von der Aufschlaglinie. Jetzt lief es für die LüneHünen: Angriff Kunstmann (17:11), Angriff Gruvaeus (18:11) - auch eine Karlsruher Auszeit konnte die SVG nun nicht mehr aus dem Konzept bringen. Souverän ging auch der Kapitän voran: Beim 21:12 holte der eingewechselte Elser schon seinen siebten Punkt, war zu diesem Moment zweitbester Scorer und hatte später mit 60 Prozent Angriffsquote auch die beste Bilanz des Spiels. Weitere gute SVG-Aktionen, wie Byams Angriff zum Block-Aus (22:12), und Fehler der Gäste sicherten den zweiten Satzerfolg der SVG.
Im vierten Satz legte die SVG energisch los, lag schnell klar vorn (5:1) und behauptete die Führung (11:6). Selbst ein Karlsruher Punkt ließ die Fans euphorisch feiern - denn beim 14:8 hatten sich beide Teams eine sehenswerte lange Rally geliefert, bei der Corey Mayotte der erfolgreiche Abschluss gelang (14:8). Die Gäste kamen erneut heran, immer wieder angeführt vom starken Obi, der beim 17:12 bereits seinen 20. Punkte holte. Doch jetzt zog die SVG durch, baute die Führung zum Matchball auf sieben Punkte aus (24:17) und konnte nach Obis Angriff ins Aus (25:18) ihre perfekte Heimbilanz feiern: sieben Heimspiele, sieben Siege.
"Die Impulse von Jesse und Chris waren sehr wichtig", betonte Hübner nach dem Erfolg. "Das hat uns geholfen, das Spiel zu stabilisieren, sodass es hinten raus deutlicher wurde."
Als MVP wurde Sho Takahashi gekürt, der mit 46 Prozent in der perfekten Annahme erneut viele gegnerische Bälle entschärfte. Bester Scorer war Karlsruhes Diagonalangreifer John Obi, der 23 Punkte holte, gefolgt vom SVG-Duo Elser/Gruvaeus (je 13).
SVG: Gruvaeus, Kunstmann, Enlund, Larsen, Young, Välimaa - Takahashi; eingewechselt: Elser, Laumann, Byam
Weitere Stimme zum Spiel:
Guido Görtzen (Chefcoach Baden Volleys): "Der erste Satz war natürlich großartig für uns. Normalerweise spielen wir auswärts nicht so gut, das war schon überraschend. Im zweiten Satz haben wir auch unsere Chance gehabt. Aber es war ein solides Spiel von Lüneburg. Ihre Spieler sind mehr erfahren, wir konnten dieses Niveau nicht über das ganze Spiel halten. Unsere Fehlerquote war am Ende zu hoch - und das wird gegen so eine erfahrene Mannschaft bestraft. Aber wir sehen positive Dinge. Das Potenzial ist da. Das Niveau muss etwas besser werden - und dann werden wir sehen, ob wir in der zweiten Hälfte der Saison etwas besser machen können."
(gm)


