Zum letzten Spiel des Jahres 2025 empfing die TG Bad Soden am Samstagabend den direkten Tabellennachbarn aus Unterhaching. Platz drei gegen Platz vier klang nach einem Schlagabtausch auf Augenhöhe, doch die Gastgeberinnen aus der Kurstadt gingen mit ausgedünntem Kader ins Rennen. Das Zuspielduo um Lea Beerboom und Chiara Fach fehlte, dazu kam der Ausfall von Stammkraft Olga Muchina.
TG Bad Soden (Foto: Detlef Gottwald)
Trainer Lorenzo Vettorazzi musste umbauen und vertraute auf Zuspielerin Pia Müllender aus der zweiten Mannschaft, die ihr Debüt in der 2. Bundesliga gleich in der Startaufstellung gab.
Ziel der Mannschaft war es, die Lücken mit Mut und Geschwindigkeit zu schließen, doch Unterhaching stellte sich als hartnäckige Aufgabe heraus. Der erste Satz verlief zunächst offen, bis ein paar wackelige Momente in Annahme und Abwehr den Gästen ein kleines Polster bescherten. In Folge dessen kämpfte sich Bad Soden zwar wieder heran und konnte den Vorsprung auf bis zu zwei Punkte einholen, doch die entscheidenden Ballwechsel landeten zu oft auf der falschen Seite. 19:25.
Im zweiten Satz zeigte die Mannschaft ihr bestes Gesicht an diesem Abend. Viel Druck im Gegenangriff, starke Abwehraktionen, ein schneller 7:3-Vorsprung. Unterhaching kam jedoch zurück, zunächst schleichend, dann mit wachsenden Selbstvertrauen. Beim 20:20 war alles offen. Bad Soden setzte sich mit Moral und Kampfgeist noch einmal auf 23:20 ab, verpasste es aber, den Satz mit Nachdruck zuzumachen. Fünf Punkte in Folge für die Gäste - das tat weh.
Nach einer 10-Minuten Pause zur Verleihung des Georg Mies Förderpreises an unsere weibliche U20 Mannschaft sowie unsere frisch nominierte Jugendnationalspielerin Lena Westphal, sollte es gestärkt in den nächsten Satz gehen.
Der dritte Durchgang wirkte wie ein Spiegelbild der gesamten Partie. Beide Teams legten kleine Serien hin, beide ließen Chancen liegen und nutzen Schwächen des Gegners, beide hielten das Tempo hoch. Beim 19:20 kippte die Begegnung dann zu Gunsten der Gäste aus dem Münchner Süden. Unterhaching brachte eine Aufschlagserie ins Ziel, Bad Soden stemmte sich noch gegen drei Matchbälle, konnte den letzten aber nicht mehr entschärfen. 22:25.
Trotz der Niederlage war der Abend vor allem für Pia Müllender ein besonderer. Sie führte die Mannschaft mutig, holte sich die MVP-Medaille und zeigte, warum Trainer Lorenzo Vettorazzi auf sie setzen kann. Auch der Rest des Teams nahm aus dem Spiel etwas mit: Haltung, Widerstandskraft und die Erkenntnis, dass man selbst in schweren Situationen einem Topteam die Stirn bieten kann.
Mit diesem Gefühl geht es in die kurze Weihnachtspause. Im neuen Jahr geht es dann mit vollem Kader und frischem Wind nach vorne, sodass Bad Soden wieder mit voller Wucht angreifen kann.
Es spielten: Pamela Blazek, Monika Dolezajova, Lilly Hamann, Johanna Harbig, Nina Hemberger, Adriana Klewinghaus, Viktoria Lehmann, Jonna Lieb, Pia Müllender, Anna Palamarenko, Nele Schüder.


