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Favoritenrolle Rzeszóws steht außer Frage

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2. Bundesligen: Favoritenrolle Rzeszóws steht außer Frage

12.03.2024 • 2. Bundesligen Autor: SVG Lüneburg, SVG Lüneburg e.V. 134 Ansichten

F I N A L E - die SVG Lüneburg, ihre Fans und viele Sport-Interessierte darüber hinaus fiebern etwas ganz Besonderem entgegen: Um einen europäischen Titel kämpfte eine hiesige Mannschaft noch nie. Mit dem Final-Hinspiel im CEV Cup an diesem Dienstag (19 Uhr) in der LKH Arena trägt sich der Verein also in die Geschichtsbücher ein.

Ein emotional größeres Ereignis als das grandiose 3:0 im Halbfinale vor knapp zwei Wochen gegen Izmir und die 15:8-Entscheidung im Golden Set scheint aber kaum noch möglich. Zumal der Kontrahent jetzt noch eine Etage höher im Volleyball-Regal angesiedelt ist: Asseco Resovia Rzeszów, aus der starken polnischen PlusLiga, aus der die SVG ja auch schon Jastrzebski Wegiel in dieser grandiosen Saison zu Gast hatte.

Sieben Neuzugänge hat Rzeszów vor der Saison verpflichtet, darunter auch echte Hochkaräter, um seine Titelsammlung von sieben Meisterschaften und drei Pokalgewinnen nach langer Pause - zuletzt 2015 - endlich verlängern zu können. Zumal auch Top-Leute wie Mittelblocker Jan Kozamernik (Slowenien), die Außenangreifer Thibault Rosard (Frankreich) und Mauricio Borges (Brasilien) sowie der Diagonale Maciej Muzaj (polnischer Ex-Nationalspieler) gingen. Zumindest auf der Position Diagonalangriff wurde der Kader aufgewertet, denn es kam der Franzose Stephen Boyer, zuvor mit Jastrzebski Wegiel Meister und Champions-League-Finalist und in der PlusLiga als bester Aufschläger und bester Diagonaler ausgezeichnet.

Kader mit Weltmeistern
und Olympiasiegern

Auch ein Landsmann von Boyer und wie er Olympiasieger 2021 in Tokio fand den Weg zum Vorjahres-Dritten: Außenangreifer Yacine Louati von Fenerbahce Istanbul, davor schon mal in Polen (Wegiel), zudem außer in der französischen Heimat auch in Italien und Belgien am Netz. Der 32-Jährige hat Stärken in Angriff, Annahme und Aufschlag gleichermaßen und sammelte in allen Elementen auch persönliche Auszeichnungen neben Titeln.

Neu ist auch Mittelblocker Karol Klos, der nach 13 Jahren mit vielen Erfolgen in Belchatow noch einmal wechselte und in Polen zur sogenannten "goldenen Generation" gehört, die in den 2010er-Jahren den Volleyball dominierte. Zeitweise war er auch Kapitän der Mannschaft, die 2014 und 2018 Weltmeister wurde, wobei er 2018 aber fehlte. Der 34-Jährige ist aber inzwischen wieder dabei, wurde 2022 nochmal Vize-Weltmeister und gewann mit Polen im vergangenen Jahr auch die Nations League und wurde Europameister.

An seiner Seite im Mittelblock, auch im Nationalteam, findet sich mit Jakub Kochanowski ein weiterer großer Name (seit 2021), Weltmeister 2018 und Vize 2022, Europameister und VNL-Sieger 2023. Zusammen mit Norbert Huber (Wegiel) und Mateusz Bieniek (Zawiercie) wird man Kochanowski und Klos wohl auch bei den Olympischen Spielen im Sommer sehen. Kochanowski gab am Wochenende nach längerer Verletzungspause gerade ein Comeback. Der 26-Jährige ist zu ähnlichen Leistungen fähig wie Huber im Dezember in der LKH Arena, als er der SVG bei 21 Angriffen 18 um die Ohren haute (19 Punkte gesamt).

Leistungsträger für sein Land ist auch der Slowake Klemen Cebulj, 2020 aus Italien gekommen. Der 32-jährige Außenangreifer war maßgeblich an den drei Vize-Europameisterschaften 2015, 2019 und 2021 sowie an Platz drei im vergangenen Jahr beteiligt. 2022 bekam er in Torey Defalco einen neuen Konkurrenten, nachdem der sich gerade für die graue Maus AZS Olsztyn als Topscorer der PlusLiga in den Blickpunkt gespielt hatte. Der 26-Jährige war da auch schon eine feste Größe im US-Nationalteam, wurde mit ihm als Leistungsträger 2022 Vize-Weltmeister und 2023 Zweiter der Nations League, und buchte mit den USA danach noch das Olympia-Ticket.

Hohes Niveau auch
hinter den Superstars

Hinter all den aufgezählten Superstars stehen viele starke Spieler im Kader, die den Konkurrenzkampf hoch halten und auch regelmäßig und viel Einsatzzeit bekommen. So zählen zu prominenten Zugängen zumindest in Polen auch Adrian Staszewski (Außen) und Krzysztorf Rejno (Mittelblock), zwei Routiniers, die u.a. schon die Champions League mit ZAKSA Kedzierzyn-Kozle gewannen. Rotation ist immer wieder ein Thema für Coach Giampaolo Medei (Italien), der dabei sogar hoch dekorierten, aber schon älteren Spielern wie Libero Pawel Zatorski oder Zuspieler Fabian Drzyzga Verschnaufpausen gönnt.

"Das ist schon ein super breiter und tief besetzter Kader, da weiß man nie, wer spielen wird", weiß Stefan Hübner, dass er seine Mannen auf einige Optionen mehr als zuletzt gegen Izmir, deren Starting Six ziemlich fest stand, einstellen muss. Ein Grund für die Rotation ist aber wohl auch, dass sich Rzeszów ab einem bestimmten Saisonzeitpunkt aufs internationale Geschäft fokussiert hat und in der Liga als derzeit 4. mit 15 Punkten Rückstand auf Jastrzebski Wegiel oftmals die zweite und dritte Garnitur aus dem 16-Mann-Aufgebot - plus noch talentierten Nachwuchskräften - spielen ließ.

"Aber wovon reden wir da im Vergleich zu unserer jungen Mannschaft? Das ist schon ein krasses Niveau in Polen, auch bei den vermeintlichen Ergänzungsspielern, die alle sehr erfahren sind", stellt Hübner klar. "Eigentlich ist das auch immer noch kaum zu glauben, dass wir das Endspiel erreicht haben. Die Junge haben sich dieses Wahnsinnsspiel verdient und sollen es genießen. Wir wollen das möglichst locker angehen, aber auch wieder versuchen, Gas zu geben." Er rechnet mit der Bestformation beim Gegner, also Drzyzga als Zuspieler, Boyer als Diagonalangreifer, Klos und Kochanowski im Mittelblock, Louati und Defalco (oder Cebulj) Außen sowie Libero Zatorski.

"Wir müssen aber keine Ehrfurcht haben, über diesen Status sind wir nach einigen Vergleichen gegen internationale Topgegner hinaus", weiß Hübner auch, was seine Mannschaft kann. Und er hofft, nun wieder das komplette Aufgebot zu "Oberstes Ziel muss erst einmal sein, die Sätze eng zu gestalten. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, auch zum Beispiel beim Satzgewinn hier zu Hause gegen Wegiel, dass dann mal was gehen kann." Mit diesen Fans und der Atmosphäre in dieser Arena ohnehin, sei angefügt.

Das Match wird - kostenpflichtig - gestreamt auf sportdeutschland.tv, das NDR-Fernsehen (NDR 3 Niedersachsen) ist für eine Live-Schaltung in "Hallo Niedersachsen" vor Ort. Zudem sei noch einmal auf das Public Viewing der SVG in Zusammenarbeit mit Campus Management in der Ritterakademie Lüneburg, Am Graalwall, verwiesen. Der Einlass (ab 18 Uhr) ist kostenlos, Getränke können dann dort käuflich erworben werden. (hre)

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