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2. Bundesligen: Ein deprimierender Abend

13.03.2023 • 2. Bundesligen Autor: Steffen Standke, TV/DJK Hammelburg 575 Ansichten

Donnerstagabend, Training der Volleys: Severin Hauke zieht sich einen Cut zu, der mit fünf Stichen genäht wird.

Samstagabend, Heimspiel gegen Dresden: Hauke steht auf der Platte, ungewohnt als Mittelblocker. Es wäre eine Heldengeschichte, hätten die Hammelburger gewonnen. Haben sie aber nicht. Der Abstiegskampf schrieb eine andere Story: die von abgezockten Dresdnern.

Das System Hammelburg - es präsentiert sich instabil in dieser Saison. Hart und emotional errungenen Siegen gegen Spitzenteams wie Mimmenhausen, Dachau und Freiburg stehen lasche Leistungen wie in Mühldorf, Schwaig und sogar Friedrichshafen gegenüber.

Schwankende Leistungen

Verwunderlich erscheint das nicht, verlor die Mannschaft doch eingespielte Akteure wie Oscar Benner, Moritz Zeitler oder Hannes Krochmann. Jungspunde wie Lennart Fuchs oder Joshua Schneider müssen hineinwachsen, zeigen schwankende Leistungen.

Immerhin konnten sich die TV/DJKler meist auf ihre Heimstärke verlassen. Doch auch die scheint mit der Partie gegen Dresden dahin. Ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison fallen die Mittelblocker Nils Rehmeier und Milan Pajkic verletzt aus - was das System zusätzlich belastet.

Unter anderen Umständen wäre Diagonalangreifer Severin Hauke gegen die Sachsen mit seiner Schnittwunde geschont worden. So musste er quasi als Ersatz-Ersatz-Mittelblocker ran. Volleys-Trainer versuchte es - mangels Alternativen - zudem mit Moritz Selle und Janick Sill. Beide haben in der Saison wenig gespielt; Sill kann wegen beruflicher Pflichten in München kaum mittrainieren.

Erster Satz einigermaßen stabil

Die "Letztes-Aufgebot-Volleys" machten es im ersten Satz gar nicht schlecht. Gepuscht durch das euphorische Publikum erspielten sie sich schnell ein 6:1. Die Gäste begannen nervös, produzierten Fehlangaben oder wehrten den Ball an die niedrige Decke der Saaletalhalle ab. Beim Stand von 9:3 nach Aufschlag-Ass Branko Damjanovic schien der Satz entschieden. Doch die Dresdner fanden ins Spiel, verkleinerten Pünktchen um Pünktchen den Abstand (15:10, 17:14).

Beim 19:18 waren sie an Hammelburg dran. Doch nun fiel ihnen ihr fehlerhaftes Aufschlagspiel auf die Füße. Das 20:18 war die fünfte zu weit oder ins Netz geschlagene Angabe; bei 22:21 kam die sechste hinzu. So brachten die Volleys diesen Satz durch.

Fehler auf beiden Seiten

Im zweiten Satz produzierten die Dresdner weiter Fehlangaben. Die Hammelburger nun aber auch. Zudem zeigte sich, dass die Fachkräfte im Mittelblock fehlten (auch wenn Hauke nicht schlecht spielte). Was aber noch mehr ins Gewicht fiel: Die Gastgeber schafften es nicht, ihre schlagkräftigen Außen Moritz Rauber und Branko Damjanovic optimal einzusetzen. Die Dresdner blockten die "Haudraufs" ein uns andere Mal weg. Mit einer Aufschlagserie des späteren MVP Paul Schneider und starken Blocks schaffte es Dresden von 15:16 auf 15:20. Ein Vorsprung, der ungefährdet blieb.

Psychologischer Vorteil dreht sich nicht

Nach einem 1:1-Ausgleich nach Sätzen ist im Volleyball nicht viel passiert. Ein Spiel kann sich wieder drehen. Nur: Dieser Wechsel im psychologischen Momentum gelang den Hammelburgern nicht. Fast von Beginn an lagen sie im dritten Satz hinten. Einer kleinen Aufholjagd zum 13:13 folgte aus oben genannten Gründen der Absturz: 13:16. "Dresden, Dresden" tönte es kurz drauf durch die Halle, untermalt von drei lauten sächsischen Pauken. Das Publikum war - still.

Mit Pauken und Trompeten gingen die Gastgeber zwar nicht unter - auch wenn der vierte Satz mit der Roten Karte gegen die Hammelburger Bank und einem "Strafpunkt" zugunsten des VC zum 2:5 katastrophal begann. Die Volleys glichen mit Wut im Bauch, druckvollerem Spiel und besserer Blockarbeit gar aus (15:15). Um dann nach einer Fehlangabe von Joshua Schneider wieder einzuknicken. Der Turnaround gegen nun sehr selbstsichere Dresdner gelang nicht mehr. Deren Tänzchen und das "Hier regiert der VCD!" taten besonders weh.

Dresdens Schlüssel zum Sieg

Dresdens Cotrainer Sven Dörendahl sah sein Team nervenstärker im Abstiegskampf und in der hitzigen Hammelburger Atmosphäre. Er glaubte nicht, dass das Spiel durch die fehlenden Volleys-Mittelblocker entschieden wurde. "Dazu haben wir selber viel zu wenig über die Mitte gemacht." Der Schlüssel sei gewesen, Rauber und Damjanovic durch die Blocks aus dem Spiel zu nehmen. Zwischenzeitlich sei der eigene Aufschlag auch hervorragend geworden.

Sein Team habe gemerkt, dass die Volleys nervlich nicht stabil seien im Moment. "Da kommt immer mal eine Phase im Spiel, wo Hammelburg wegbricht, wenn man dagegenhält."

Philipp Fischer wollte die Niederlage nicht an den fehlenden Mittelblockern festmachen. Gegen Ende des ersten Satzes habe sich abgezeichnet, dass Dresden besser ins Spiel komme und sein Team nicht. "Wir haben wenig einfache Punkte gemacht, waren über Außen nicht gut. Die Punkte haben uns heute gefehlt." Dresden habe sehr gut geblockt.

Nächste Woche gegen Delitzsch wird es - auch angesichts der schlechten Personalsituation - noch härter. Das weiß auch Fischer. Hoffentlich werden dann dennoch die Heldengeschichten auf Hammelburger Seite geschrieben.

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