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2. Bundesligen: Umbruch in Hammelburg

12.03.2022 • 2. Bundesligen Autor: Oliver Wendt, TV/DJK Hammelburg 526 Ansichten

Die Hammelburg Volleys laden zum vorletzten Heimspiel - und das hat es in sich: Der unangefochtene Spitzenreiter der 2. Bundesliga Süd und designierte Meister aus Karlsruhe (1./54 Punkte) kommt ins Wohnzimmer.

Umbruch in Hammelburg - Foto: Jens Feistel

Die Strippenzieher bei den Hammelburg Volleys: Olly Wendt (links) und Frank Jansen. (Foto: Jens Feistel)

Obwohl beide Teams bereits 21 Spiele absolviert haben, ist der Abstand von zehn Punkten beträchtlich. "So wie Karlsruhe hat kein Team in den vergangenen Jahren die Liga dominiert. Die Jungs müssten ab sofort schon ihre eigene Saison sabotieren, wenn sie nicht die Meisterschaft feiern wollen", zollt Hammelburgs Teammanager Olly Wendt dem Ligaprimus allergrößten Respekt. "Antonio Bonelli macht einen fantastischen Job und hat ein Team geformt, das fast keine Schwächen aufweist", so Wendt.

Ihre bisher einzigen Saisonniederlagen gegen Delitzsch und Friedrichshafen fallen auch eher in die Rubrik "Ausrutscher". Im Hinspiel bekamen die Hammelburger die geballte Dominanz der Bonelli-Truppe zu spüren beim deutlichen 0:3. Reichlich Futter für "Revanche-Gelüste" freilich, die dem Topspiel "Erster gegen Zweiter" sicherlich Würze verleihen. Die Hammelburg Volleys sind jedenfalls top-motiviert und freuen sich auf Unterstützung von den Rängen. Maximal 300 Zuschauerinnen und Zuschauer sind erlaubt, über einen entsprechenden Zuspruch würden sich die Verantwortlichen freuen. Immerhin gilt wieder 2G anstelle 2G plus, sodass ein zusätzlicher Schnelltest für Geimpfte und Genesene nicht mehr erforderlich ist.

Apropos Fans: "Mit Blick auf die kommende Saison wird die größte Herausforderung sein, unsere Fans wieder in die Halle zu bewegen. Volleyball lebt von Emotion und Livepublikum, vor allem hier in Hammelburg. Und ein stückweit wird die zukünftige Resonanz auch darüber entscheiden, wie es mit Bundesliga-Volleyball in Hammelburg mittelfristig weitergeht", skizziert Frank Jansen die Situation, den der Blick auf die Tribüne auch in seiner Funktion als Sponsoring-Chef oft nachdenklich stimmt. "Wir sind dankbar, dass der Großteil unserer Sponsoren an Bord geblieben ist und wir sogar einige neue Partner gewinnen konnten. Ziel ist es nun, unsere Heimspiele wieder zu den Events zu machen, die sie vorher waren, mit einer gesonderten Sponsorenbetreuung, Pausenacts sowie Präsentationen im Foyer."

Ein Quartett verlässt das Team

Auch in puncto Kader laufen bei den TV/DJK-Verantwortlichen die Planungen für die kommende Saison bereits auf Hochtouren. Vom "größten Umbruch in der bisherigen Bundesliga-Geschichte" sprach Teammanager Olly Wendt zuletzt und konkretisiert auf Nachfrage, dass Kapitän Oscar Benner, Moritz Zeitler, Hannes Krochmann und Luca Dierks das Team verlassen und mit Ausnahme von Krochmann aus beruflichen Gründen die Volleyballschuhe an den Nagel hängen werden. "Da Frank und ich in permanenter Kommunikation mit unseren Spielern stehen, treffen uns die Abgänge nicht überraschend", sagt Wendt, der sich des immensen Einschnitts bewusst ist. "Es gehen Spieler, die über Jahre hinweg die DNA des Teams waren und uns durch mehrere erfolgreiche Spielzeiten geführt haben, das hinterlässt neben spielerischen, vor allem menschliche Lücken", resümiert der Teammanager.

Und dann ist da ja noch der Trainer. "Thiago  hatte uns nur für diese Saison zugesagt und wird nach Beendigung seines Studiums wieder in seine Heimat Esslingen zurückkehren", erklärt Frank Jansen, der nach eigenen Angaben bereits in Kontakt mit potenziellen Nachfolgern ist.

Neues Team, neuer Trainer - eine Mammutaufgabe für die beiden Teammanager, die sich der Herausforderung stellen. "Dieses Leuchtturmprojekt ist eine Herzensangelegenheit. Viele Menschen haben dazu beigetragen, dass wir seit sieben Jahren in dieser Liga spielen dürfen. Jungs aus der eigenen Jugend schaffen es in den Kader, alle die von außerhalb kamen, sind Hammelburger im Herzen, deswegen arbeiten wir für dieses Projekt", sagt Jansen und führt weiter aus: "Wir setzen weiterhin auf einen Mix aus jungen Perspektivspielern und erfahrenen Hasen wie Moritz Rauber oder Nils Rehmeier."

Perspektivspieler für diese Idee zu begeistern bedeutet für das Teammanager-Duo dabei vor allem "viel Arbeit, viele Telefonate, noch mehr Whatsapp, persönliche Treffen, Einladungen zu Probetrainings und natürlich auch die ein oder andere Enttäuschungen", skizziert Wendt die ehrenamtliche Arbeit. Ob man sich Sorgen um das Team der Zukunft macht? "Nein" zögert Jansen nicht, "auch wenn wir die sportlichen Erwartungen runterschrauben müssen und es erst einmal um Teambuilding und Ligaerhalt gehen wird."

Somit kommt es am Samstag nicht nur zu einem echten Topspiel in der Liga, sondern auch zur vorletzten Möglichkeit für alle Fans, verdiente Spieler im Hammelburger Trikot live zu erleben. Wendt selbst löst im Übrigen eine Wette ein und wird das Spiel zusammen mit dem Karlsruher Hallensprecher und Podcaster Philipp Scholz moderieren.

Quelle: Saale-Zeitung

 

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