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"Wir gehören zur Weltspitze! Und das wollen wir zeigen!" - Bundestrainer Vital Heynen im Interview

DVV: "Wir gehören zur Weltspitze! Und das wollen wir zeigen!" - Bundestrainer Vital Heynen im Interview

16.09.2015 • DVV • Autor: DVV 739 Ansichten

Volleyball-Bundestrainer Vital Heynen ist ein Verrückter! Und das im positiven Sinne. Der 46-jährige Belgier macht viele Sachen anders als Trainer-Kollegen, sagt immer, was er denkt und hat immensen Erfolg. 2014 gewann seine Mannschaft nach 44 Jahren die erste WM-Medaille für den deutschen Hallen-Volleyball, in diesem Sommer folgte die Goldmedaille bei den erstmalig durchgeführten European Games in Baku/Aserbaidschan.

Nun peilt er die nächste Medaille an, bei den Europameisterschaften in Bulgarien & Italien. Um diese vorzubereiten, spielt die deutsche Mannschaft ein hochkarätig besetztes 4-Nationen-Turnier vom 25.-27. September in der Ludwigsburger MHPArena und trifft zweimal auf Olympiasieger Russland in Bremen und Hamburg. Im Interview äußert sich Heynen zur ungewöhnlichen Vorbereitung, zu den Auftritten in Deutschland sowie zur EM.

Du hast in der EM-Vorbereitung die #Höllenwoche durchgeführt. Wie war es, wie zufrieden bist du mit der Aktion?
Heynen: "Es war ein Experiment, und ich liebe Experimente. Natürlich hätten manche Dinge noch besser laufen können, aber insgesamt war es sehr gut. Wir haben gut trainiert, viele andere Sachen gemacht, die Jungs haben gut mit- und zusammen gearbeitet. Und wichtig natürlich, dass sich keiner verletzt hat."

Kommen wir zum 4-Nationen-Turnier in Ludwigsburg, einem Höhepunkt der Vorbereitung. Was verbindest du mit der MHPArena in Ludwigsburg?
Heynen: "Die WM-Qualifikation 2014! Das war der Anfang von unserem Weg zur WM-Bronzemedaille. Ich hatte vorher schon immer gesagt, dass es das wichtigste Turnier für Deutschland war! Damit waren wir bei der WM, damit hatten wir auf Jahre unser Ranking bestätigt. Dafür danke ich Ludwigsburg immer noch, dass sie dieses Turnier organisiert haben. Aber wir haben es auch nicht ganz schlecht gemacht!"

Kann man sagen, die WM-Qualifikation im Januar 2014 war die Geburtsstunde einer neuen Denkweise und eines neuen Selbstbewusstseins bei den DVV-Männern?
Heynen: "Nein, aber es war ein Schritt. Und es geht alles Schritt für Schritt, wobei natürlich wichtig ist, dass es immer nach vorne geht. Aber eine Mannschaft muss auch verlieren, um zu gewinnen. Siehe Frankreich: die haben dieses Jahr die World League gewonnen, vielleicht nur, weil sie bei der WM das Spiel um Platz drei verloren haben. Generell gibt es uns ein gutes Gefühl, wenn wir nach Ludwigsburg fahren. Und ein gutes Gefühl ist unglaublich wichtig im Sport."

Vom 25.-27. September findet ein 4-Nationen-Turnier in Ludwigsburg statt. Warum ist dieses Turnier so wichtig?
Heynen: "Wir haben in diesem Jahr kein World League gespielt, d.h. viele Spieler haben eine längere Zeit keine schweren Spiele mehr gemacht. Und deswegen brauchen wir in der Vorbereitung viele gute Spiele, um unser Niveau wieder aufzubauen. Und es ist einfacher, ein gutes Turnier zu organisieren mit den bestmöglichen Mannschaften, um viele gute Spiele zu haben. Das ist das eine, das andere: Wir brauchen Druck! Und deswegen sage ich: Wir wollen das Turnier gewinnen!"

Teilnehmer in Ludwigsburg sind Deutschland, Frankreich, Serbien und Slowenien. Bist du zufrieden mit den Gegnern?
Heynen: "Ich habe selber die Teams ausgesucht. Ich habe aus jeder Gruppe der EM eine Mannschaft genommen, das waren die drei Wunschgegner."

Frankreich und Serbien standen im World League-Finale. Deutschland ist WM-Dritter und Sieger der European Games. Sehen die Zuschauer in Ludwigsburg drei EM-Mitfavoriten bzw. Medaillenkandidaten?
Heynen: "Ich denke schon, ja. Zusammen mit Russland, Italien und Polen sind das die sechs Mannschaften, die bei der EM um die Medaillen spielen."

Was zeichnet Frankreich, Serbien und Slowenien aus?
Heynen: "Frankreich ist eine junge Mannschaft mit sehr viel Talent und hat mit Earvin Ngapeth (Außenangreifer, Anm. d. Red.) einen überragenden Spieler. Serbien müsste eigentlich die beste Mannschaft Europas sein, sie haben mit dem 91er und 93-er Jahrgang Silber und Bronze bei den Junioren-Weltmeisterschaften gewonnen, d.h. sie haben die besten jungen Spieler in Europa. Slowenien hat mit Andrea Giani einen neuen Trainer, der das bisher sehr gut macht. Wir brauchen ja auch einen Gegner, den wir schlagen können. Wir dürfen ja bei unserem eigenen Turnier nicht Letzter werden!" (lacht)

Das Vierer-Turnier kopiert die EM-Vorrunde perfekt. Was sind die Ziele in Ludwigsburg?
Heynen: "Wir wollen gucken, wo wir in der Vorbereitung stehen. Wir müssen nicht gewinnen, aber zumindest um den Turniersieg spielen. Wenn das nicht der Fall ist, haben wir noch 14 Tage Zeit, um das zu ändern. Es ist also ein wichtiger Moment in unserer Vorbereitung!"

Deine Mannschaft hat zuletzt WM-Bronze und Gold bei den European Games gewonnen. Eine EM-Medaille konnte eine deutsche Männer-Nationalmannschaft noch nie gewinnen…
Heynen: "Die deutschen Teams hatten aber vorher auch nie die European Games gewonnen und 44 Jahre lang auch keine WM-Medaille geholt. Wir sind WM-Dritter und European Games-Sieger. Ich gucke nicht zurück, ich gucke nach vorne. Wir müssen ehrlich sein: Wir gehören zur Weltspitze! Und das wollen wir zeigen!"

Die WM-Dritten Georg Grozer , Sebastian Schwarz , Markus Steuerwald und Dirk Westphal hatten den Sommer über frei. Ein Problem oder ein Vorteil, weil sie ausgeruht sind?
Heynen: "Das ist schwer zu sagen. Ich glaube, es ist kein riesiger Nachteil, es sollte eher ein Vorteil sein. Es sind keine jungen Spieler, alle haben große Erfahrung."

Philipp Collin stieß nach seiner einjährigen Sperre wegen dreier missed tests wieder zum Team. Was erwartest du von ihm?
Heynen: "Das ist sehr schwierig. Die Einladung hatte mehr mit meinem Versprechen ihm gegenüber zu tun. Ich hatte ihm damals gesagt, dass er dabei ist, auch wenn er eine Sperre bekäme. Und mein Versprechen halte ich. Es ist erst einmal nicht wichtig, ob er gut oder nicht gut ist. Wir müssen ihm wieder helfen, reinzukommen."

Worauf können sich die Zuschauer in Ludwigsburg am meisten freuen?
Heynen: "Wir hatten letztes Jahr eine WM-Qualifikation mit ordentlichen Teams, vor zwei Jahren haben wir gegen Frankreich gespielt, als sie noch nicht so gut waren wie heute. Jetzt bei meinem dritten Mal in Ludwigsburg werden wir den besten Volleyball sehen. Das ist absolute Weltspitze! Wenn man die acht besten Teams der Welt aufschreiben muss, dann sind Frankreich, Serbien und Deutschland dabei!"

Auf was kann sich der VC Freudental einstellen, der ein Training bei dir am 24. September gewonnen hat?
Heynen: "Ich mache ein Durchschnittstraining. Aber mein Training ist niemals Durchschnitt! Ich mache, was ich immer mache, aber es unterscheidet sich komplett von dem anderer Trainer. Die Teilnehmer müssen sich auf viele neue Sachen einstellen!"

Die Vorbereitung endet mit zwei Spielen gegen Olympiasieger und Europameister Russland. Wie wichtig ist es, dass die zwei Länderspiele gegen Russland stattfinden, nachdem diese zunächst abgesagt hatten?
Heynen: "Ich hatte mir bei dem Vorbereitungsprogramm überlegt, dass wir zunächst mit schwierigen, aber machbaren Gegnern beginnen. Gegen Belgien und Finnland muss man ab und zu gewinnen, danach kommt das Turnier in Ludwigsburg mit den zwei Supermannschaften Serbien und Frankreich sowie einer guten Mannschaft Slowenien, das ist der nächste Schritt. Und um die EM-Vorbereitung perfekt zu machen, brauchst du den besten Gegner, und das ist Russland. Die Frage ist, ob das Programm zu schwierig ist, weil wir viel verlieren können, aber das habe ich einkalkuliert."

Was erhoffst du dir von den letzten beiden Spielen in der EM-Vorbereitung?
Heynen: "Wir müssen bei fast 100% sein, und wir müssen gucken, was das bedeutet gegen eine Mannschaft, die elf Spiele beim World Cup absolviert hat und komplett eingespielt ist. Vielleicht steigt unsere Formkurve noch an, die der Russen geht nach dem World Cup runter, dann sehen wir, wie groß die Diskrepanz eine Woche eine Woche vor der EM ist. Ich hoffe, dass wir eine Rückmeldung bekommen, wo wir stehen und dass wir eins von zwei Spielen gewinnen, aber Russland ist unglaublich stark.

Aktuell läuft der World Cup, die erste Olympia-Qualifikation, u.a. mit Russland, Polen und Italien. Ist es ein Vorteil für die anderen EM-Teilnehmer, dass die drei Teams dieses Mammutturnier vorher haben?
Heynen: "Ein Turnier mit elf Spielen in 15 Tagen kostet physisch und mental unglaublich viel Kraft. Es gibt immer irgendwelche Verletzungen und elfmal in zwei Wochen aufzuschlagen, ist zu viel. Ich glaube, so ein langes Turnier bleibt nicht ohne Folgen, von daher glaube ich, dass die anderen EM-Teilnehmer einen Vorteil haben. Dagegen spricht, dass die EM relativ kurz ist, mit nur sechs Spiele in zehn Tagen. Die Teams können absolut gewinnen."

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