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2. Bundesligen: Moritz Rauber nicht zu stoppen

21.11.2022 • 2. Bundesligen Autor: Steffen Standke, TV/DJK Hammelburg 358 Ansichten

Es war 17:32 Uhr am Sonntag, als ein kollektives "Jaaaaaaa!" die Saaletalhalle durchschallte. Kurz zuvor hatte Mimmenhausens Über-Spieler Christian Pampel den Ball ins Netz gehauen und besiegelt, was kaum einer für möglich gehalten hatte: Die runderneuerten Hammelburg Volleys schlugen das bisher unbesiegte Spitzenteam vom Bodensee. Zeitweise schien es, als wäre die Partie ein Privatduell zweier Spieler.

Moritz Rauber nicht zu stoppen - Foto:  Jens Feistel

Gegen Mimmenhausen kaum zu stoppen: Moritz Rauber (Foto: Jens Feistel)

Furios und offensichtlich vom Erfolg gegen Friedrichshafen beflügelt legten die Hammelburger los. Per 6:0-Lauf, der auch einer exzellenten Blockarbeit geschuldet war. Der TSV fand nicht ins Spiel, auch nicht nach einer frühen Auszeit. Erst beim Stand von 6:0 gelang der erste Punkt, den die Gastgeber eigentlich schon auf ihrer Seite wähnten. Doch den Ball, der schon auf TSV-Seite im Netz zappelte, konnte ein Gästespieler noch retten; Moritz Raubers Schmetterball geriet dann zu lang.

Satz wird nochmal eng

Die Hammelburger ließen sich nicht beeindrucken. Mimmenhausen offenbarte Schwächen in der Annahme. Auch Leitwolf Pampel kam (noch) nicht gegen die Spielfreude der Gastgeber an. Auch weil deren Zuspieler Lennart Fuchs einen Sahnestart erwischte.

Zwischenzeitlich stand es 12:3. Kein Fan des Heimteams zweifelte, dass der 1. Satz "zuhause" bleibt. Doch die Gäste fanden besser rein, verkürzten fast unmerklich den Rückstand Pünktchen um Pünktchen. Dennoch: Als die TV/DJKler die 20-Punkte-Marke knackten, lagen sie sechs Punkte vorn.

Doch dass selbst ein 23:16 beziehungsweise 24:19 gegen Mimmenhausen nicht zum Satzgewinn reicht, zeigte sich bald. Bei Aufschlag Pampel verloren die Gastgeber ihren Rhythmus. Und den Mut. Plötzlich leisteten sie sich Fehlangaben, zogen die Angriffe nicht mehr so konsequent durch.

Das für unmöglich Gehaltene wurde wahr: Als Pampel den Ball über den TV/DJK-Block legte, führte Mimmenhausen 24:25. Der Satzgewinn schien nun weit weg. Doch mit etwas Glück beim Anschlagen des TSV-Blocks glichen die Hammelburger aus.

Weil sie danach mental nicht einknickten, entspann sich ein Volleyball-Krimi. Jede Mannschaft lag mal vorn. Wobei die Hammelburger sich zweimal ihren Vorteil durch Fehlangaben kaputt machten. Doch als Nils Rehmeiers Ball den Weg durch den Block fand und ein Mimmenhausener Haudrauf-Ball zu weit geriet, war der umjubelte Satzgewinn für die Gastgeber doch noch da.

Die Frage nun: Würde Hammelburg den Schwung in den zweiten Abschnitt mitnehmen oder der TSV seinen Aufwärtstrend fortsetzen? Die Antwort: Letzteres. Wobei sich nach ausgeglichenem Beginn zeigte, dass man sich gegen ein Spitzenteam keine Schwächephase leisten darf. Das taten die Hammelburger nach dem 7:7, ausgelöst durch Fehlangaben und gute gegnerische Blocks.

Plötzlich lagen die Gastgeber 10:14 hinten. Trainer Philipp Fischer versuchte es mit Finn Jansen für Fuchs und später unter anderem mit Severin Hauke für Branko Damjanovic. Besser wurde es zunächst nicht. Mimmenhausen zog auf 12:22 davon.

Kurzzeitig schien es, als würde sich der 1. Satz wiederholen - mit umgekehrten Vorzeichen. Bei Angabe Rehmeier saugten sich die Gastgeber wieder auf 18:23 heran. Aber es reichte nicht mehr.

Im 3. Satz wogte die Führung hin und her. Ein 4:1 der Gastgeber wandelte Mimmenhausen relativ leicht in ein 6:10 um. Und hätte da nicht Branko Damjanovic am Aufschlag gestanden; die Gäste wären wieder davongezogen.

So aber stand es 13:10. Was das Spitzenteam aus Mimmenhausen freilich nicht beeindruckte. Bei Angabe Jan Jalowietzki glichen sie aus (14:14). In dieser Phase war nicht absehbar, wer das Rennen machen würde.

Die Hammelburger verloren den Satz relativ klanglos, weil ihnen in der entscheidenden Phase der Angriffsdruck fehlte. Im Gegensatz zum Gegner.

Großer Jubel nach engem Finale

Wer gedacht hatte, dass es im 4. Satz nicht noch enger geht, sah sich getäuscht. Beide Teams lieferten sich einen Fight; keines konnte sich bis zum 21:21 absetzen. Als Pampel dann einen Schlag von Rauber blockte, schien aber das bessere Ende für die Gäste gekommen. Der TSV-Spielertrainer schmetterte auch zum Matchball (22:24).

Doch die Hammelburger kämpften, glichen durch Hauke und Mittelblocker Milan Pajkic aus. Jetzt entspann sich eine Art Privatduell. Denn sowohl Rauber als auch Pampel punkteten jeweils mehrfach für ihr Team.

Beim Stand von 28:27 hatten die Gastgeber richtig Glück. Pampels Schmetterball hatten viele Zuschauer im Feld gesehen - nicht aber der Schiri.

Es brandete zum ersten Mal auf, dieses "Jaaaaaa!". Denn viele, die für die Volleys hielten, hatten sicher nicht mit einem Punkt gegen das Spitzenteam vom Bodensee gerechnet. Und auch nicht, dass es noch mehr werden würde.

In den Tiebreak, den sich die Hammelburger mühevoll erzwungen hatten, starteten sie mit vier Fehlaufschlägen. Zwar holten sie sich die Punkte danach spielerisch wieder zurück; trotzdem behauptete Mimmenhausen stets einen kleinen Vorsprung. Bis vor allem Rehmeier und Damjanovic mit ihren Blocks für einen kleinen psychologischen Vorteil sorgten. Dennoch: Mimmenhausen hätte beim Stand von 14:13 für die Gastgeber durch Pampel ausgleichen müssen. Doch der schlug eben ins Netz - sein einziger grober Fehler.

Am Ende zollte der Haudegen, der Vize-MVP wurde, seinem Gegenüber Rauber Respekt für ein überragendes Spiel. Die Zuschauer applaudierten übrigens beiden überschwänglich.

Volleys-Trainer Fischer fand es "schon stark, dass wir gegen die gewonnen haben". Er habe gehofft, dass sein Team Mimmenhausen ärgern könne, so wie Karlsruhe und Freiburg. Im richtigen Moment habe es zu sich gefunden und sich auf sich konzentriert. In den entscheidenden Augenblicken habe man auch Glück gehabt, wie bei Pampels Aus-Ball im 4. Satz. Fischer hofft, dass der Sieg Selbstvertrauen gibt. Andererseits habe das Team auch Sätze abgeschenkt. Wenn jemand anders als Rauber MVP geworden wäre, wäre er vom Glauben abgefallen.

Der sichtlich geknickte Christian Pampel fand, "dass ein 3:2 - so oder so rum - ein gerechtes Ergebnis gewesen wäre." Ausschlaggebend sei eine absolut fehlerfreie Angriffsleistung des im Rausch spielenden Gegners zum Ende des Spiels hin gewesen. Rauber sei derjenige gewesen, "der zum Schluss jeden Ball gekillt hat".

Hammelburg Volleys - Youngstars Friedrichshafen 3:0 (25:22, 25:11, 25:17).

Es war ein ernstgemeinter Applaus der Hammelburger Fans für den Jungbrunnen aus Friedrichshafen. Klar war das Team von Philipp Fischer haushoher Favorit gegen die Gäste, die bis dato noch keinen Satz in der Saison gewinnen konnten. "Maximal unentspannt" war er deshalb, denn alles außer einem klaren Sieg wäre eine Blamage gewesen. Die junge Gästemannschaft startete dennoch frisch und frech in die Partie und war immer knapp dran und konnte den Satz lange offen halten. Doch gegen die Angriffs-Power von Moritz Rauber und Severin Hauke (MVP) war das Team am Ende machtlos. Immer wieder startete die Fischer-Mannschaft Serien und zog im 2. und 3. Satz schnell davon. Da störten Annahme- oder Aufschlagfehler den Spielfluss nicht mehr entscheidend. Mit Spaß und Lockerheit dominierten die Volleys das Geschehen bis zum Schluss. Per Aufschlagserie beendete Hauke den 3. Satz zum Sieg und wurde verdient zum MVP gewählt.

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