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Die SCHARRena kriegt ihr Spiel Fünf

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Bundesligen: Die SCHARRena kriegt ihr Spiel Fünf

07.05.2022 • Bundesligen Autor: Robert Raff, MTV Stuttgart 1843 e.V. 180 Ansichten

Bei Allianz MTV Stuttgart ist der Wahnsinn momentan Programm. Zwei Matchbälle/Meisterbälle musste "Stuttgarts schönster Sport" in Brandenburg abwehren - am Ende gab es kein Halten mehr. Die Spielerinnen fielen jubelnd übereinander her, auf der Tribüne flossen bei manchen mitgereisten Anhängern gar Freudentränen. Es war ein unfassbar emotionaler Sieg - und Stuttgart durchlebte wieder sämtliche Gefühlswelten. Dieses Mal ging man nach Sätzen sogar in Führung, Potsdam zog immer wieder nach. Im fünften Satz trieben es dann beide Mannschaften von der Spannung her auf die Spitze.

Die SCHARRena kriegt ihr Spiel Fünf - Foto:  Frank Voß

14 Punkte in Spiel Vier. Maria Segura überzeugte in Potsdam. (Foto: Frank Voß)

Mit dem Rücken zur Wand begann Stuttgart emotional. Do-Or-Die hieß es für die Gäste von Beginn an -bei einer Niederlage hätte man den Potsdamerinnen bei den Meisterfeierlichkeiten zusehen müssen. Mit der gleichen Starting-Six wie vor zwei Tagen begann Allianz MTV Stuttgart. Und die Mannschaft um Kapitänin Krystal Rivers wollte spürbar Wiedergutmachung. Emotional wurde der erste Punkt von Eline Timmerman gefeiert, dann verbuchte Simone Lee schnell ihr erstes Erfolgserlebnis. Doch wieder verschlief Stuttgart die nächste Phase. Potsdam zog auf 3:6 davon, Laura Emonts lief direkt heiß. Doch anders als vergangene Partie ließen sich die Stuttgarter Mädels nicht aus der Ruhe bringen. Die Side-Outs saßen, die Annahme passte. So kämpfte sich Stuttgart wieder heran. Simone Lee glänzte mit erfolgreichen Hinterfeldangriffen, Maria Segura zeigte sich sehr clever im Angriff. Beim 9:10 nach einem Timmerman-Ass rief Guillermo Hernandez zur Auszeit. Der Ausgleich gelang dann Mira Todorova, die am Ende einer langen Abwehraktion richtig stand und den Block setzte. In der Folge blieb der Satz umkämpft. Die Bedeutung der Partie für beide Mannschaften zeigte sich auch an den Reaktionen der Headcoaches - beide Bänke tauschten sich des Öfteren lautstark aus. Den entscheidenden Punkt in diesem ersten Durchgang setzte am Ende Krystal Rivers. Die Kapitänin sicherte das 25:23 nach starker Koskelo-Abwehr mit einem Tip.

Der Start von Satz Zwei geriet dann vollends daneben. Schnell entwickelte sich ein Sechs-Punkte-Defizit, an dessen Ende die Auszeit von Tore Aleksandersen stand. Konstant liefen die Stuttgarterinnen dann einem Vier-Punkte-Rückstand hinterher. Zwar gab es immer wieder gute Aktionen zu bejubeln, gerade Roosa Koskelo glänzte mit herausragender Abwehr-Arbeit. Beim 17:20 servierte Ilka Van de Vyver nochmal zur Auszeit Potsdam, doch schlussendlich beendete ein Rivers-Fehler den Satz zugunsten des SCP.

Von diesem Ausgleich angestachelt, legten die Gastgeberinnen direkt wieder los. Schnell musste Tore Aleksandersen die Seinen an die Seitenlinie bitten. Beim 7:12 war der Rückstand auf fünf Punkte angewachsen. Der norwegische Headcoach reagierte und wechselte im Zuspiel. Julia Nowicka kam für Ilka Van de Vyver. Und die Polin brachte direkt frischen Wind ins Stuttgarter Offensiv-Spiel. Erst bediente sie die überzeugende Maria Segura, die viele Bälle bekam, für den Tip, dann blockte die Zuspielerin gar zum 12:15. Nachdem Eline Timmerman auch den nächsten Angriff der Potsdamerinnen zunichtemachte, bat der Heim-Coach zur Auszeit. Und dann war Simone Lee beim Service voll da. Die US-Amerikanerin brachte den Hauptrundensieger mit zweien der insgesamt neun Asse 20:19 in Front. Weil der eingewechselten Juliet Lohuis wenig später Selbiges gelang, ging Allianz MTV mit einem leichten Vorteil in die Crunch-Time dieses Satzes. An dessen Ende ein immens wichtiger Todorova-Block stand. Jubel auf der Stuttgarter Bank - der Tie-Break war sicher. 

In diesen musste Allianz MTV dann auch, weil Potsdam im nächsten Abschnitt wieder zu der gewohnten Stärke fand. Eine stabile Annahme und eine überragende Annett Nemeth sorgten für den Satzausgleich. Es ging in den Tie-Break - der mutierte zum Hitchcock.

Ganz im Gegensatz zum vergangenen Mittwoch startete Stuttgart gut in den Tie-Break, Simone Lee, mit 27 Punkten Top-Scorerin bei AMTV, erzielte den Punkt zur 5:2-Führung - ein Angriff mit Ausrufezeichen. Doch die nicht klein zu kriegenden Potsdamerinnen glichen postwendend zum 5:5 aus. Danach wurde es eine Nervenschlacht. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, beim Seitenwechsel lag der Gast aus Stuttgart in Front. Als Eline Timmerman zum 11:9 blockte, wähnte sich manch ein Stuttgarter Fan schon auf der Siegerstraße - wieder konnten die vom frenetischen Publikum angefeuerten Brandenburgerinnen ausgleichen. Und hatten wenig später gar Matchball. Erst versagten allerdings Maja Savic beim Aufschlag die Nerven, danach blockte Mira Todorova den zweiten Matchball - kollektives Durchatmen bei Stuttgart. Simone Lee brachte dann die Entscheidung. Erst besorgte die US-Amerikanerin per Ass den Matchball, dann beendete sie höchstselbst die Partie. MVP Roosa Koskelo sank auf die Knie, die Ersatzspielerinnen rannten jubelnd herbei. 

Es geht also in das alles entscheidende Spiel Fünf in der SCHARRena zu Stuttgart. Nachdem beide Mannschaften bereits jetzt allerbeste Werbung für den Volleyballsport betrieben haben, wird der Sieger nun in der allerletzten Partie ermittelt. Am Sonntag um 19:25 geht es im Neckarpark los, die Karten waren bereits kurz nach Abpfiff des Freitags-Spiels vergriffen. Ausverkauftes Haus also, ein würdiger Rahmen für den Meister-Gipfel. Allianz MTV Stuttgart geht zwar mit dem Momentum des Sieges aus Potsdam in die Partie, dennoch müssen die Schwäbinnen nochmal eine Schippe draufpacken - und vor allem das am Freitagabend überragende Angriffsduo Emonts/Nemeth in den Griff bekommen. Der Fokus im Stuttgarter Spiel muss indes auf dem eigenen Aufschlag und der Variabilität im Angriff liegen. Dann kann man die starken Brandenburgerinnen überraschen. Es läuft alles auf diese eine letzte Partie hinaus - die SCHARRena bekommt ihr Spiel Fünf. Sport1 wird den Kracher wieder live im Free-TV übertragen.

 

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