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SC Potsdam: Lisa Buckwitz vor Olympia im Interview

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Bundesligen: SC Potsdam: Lisa Buckwitz vor Olympia im Interview

02.02.2022 • Bundesligen Autor: Frank Bleydorn 570 Ansichten

Am Freitag beginnen die Olympischen Winterspiele in Peking. Mit dabei ist auch Lisa Buckwitz vom SC Potsdam. Die heute 28-Jährige war bereits 2018 in Pyeongchang dabei und gewann als Anschieberin von Mariama Jamanka im Zweierbob-Wettbewerb Gold. In Peking geht sie mit Pilotin Kim Kalicki an den Start. Ob sich Buckwitz erneut Chancen auf Edelmetall ausrechnet, verrät sie im Interview.

SC Potsdam: Lisa Buckwitz vor Olympia im Interview - Foto: Gerhard Pohl/SC Potsdam

Lisa Buckwitz vom SC Potsdam (Foto: Gerhard Pohl/SC Potsdam)

Frau Buckwitz, am Freitag starten die Olympischen Winterspiele in Peking. Wie groß ist die Vorfreude?

Lisa Buckwitz: Die Vorfreude ist natürlich riesengroß. Es sind ja immerhin die Olympischen Spiele, die vor der Tür stehen. Das ist wieder etwas Schönes und Aufregendes. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet. Ich kenne natürlich die Spiele, weil ich in Pyeongchang dabei war. Das war damals richtig klasse - zum Beispiel mit den Zuschauern, mit dem Deutschen Haus und meinen Eltern, die auch vor Ort waren. Deshalb bin ich auch gespannt, wie es jetzt ohne Zuschauer und mit den Corona-Maßnahmen sein wird. Ich glaube, es werden andere Spiele. Aber ich bin als Sportlerin in Peking. Da geht es darum, die Leistung abzurufen - egal, wie die Umstände sind.

Sie waren im Jahr 2018 bei den Spielen in Südkorea und holten überraschend als Anschieberin mit Mariama Jamanka Gold. Wie wichtig war der Titelgewinn für Ihre Karriere?

Buckwitz: Die Goldmedaille hat meine Karriere natürlich angekurbelt. Ich darf mich immerhin Olympiasiegerin nennen und werde es auch immer bleiben. Das hat mich mental und physisch weitergebracht. Ich habe mich dadurch entwickelt und mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen. Auch von der Persönlichkeit her bin ich gereift. Die Charaktereigenschaften haben sich aber nicht verändert: Ich bin immer noch der bodenständige Mensch, der ich auch vorher war.

Vor vier Jahren in Pyeongchang galten Sie vielleicht noch als Underdog. Diesmal ist die Situation etwas anders. Viele trauen Ihnen wieder den Griff nach Edelmetall zu. Ist der Druck für Sie deshalb größer?

Buckwitz: Der Druck für mich ist eigentlich nicht groß, denn ich habe nichts zu verlieren. Ich sehe uns nicht in der Favoritenrolle. Es gibt einige, die Medaillenchancen haben und die eher abliefern müssen. Daher ist alles offen. Das verspricht Spannung. Ich glaube, es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Der Laie würde vermuten, dass eine Bobsportlerin eher in den bekannten Wintersportregionen beheimatet ist. Sie starten allerdings für den SC Potsdam. Wie darf man sich das vorstellen?

Buckwitz: Klar, der Standort Potsdam ist kein weltbekannter Wintersportort (lacht). Es gibt ja keine Berge. Aber Potsdam verfügt seit einigen Jahren über eine Startstrecke. Hier können wir an der Athletik und am Anschieben arbeiten. Deshalb absolviere ich im Sommer in Potsdam in erster Linie Athletiktraining, um mich damit auf die Wintersportmonate vorzubereiten. Von Oktober bis März sind wir in ganz Deutschland unterwegs - oder bei den Weltcups zum Teil in Übersee. Viele Vorbereitungen werden aber auch in Oberhof getroffen. Da ist eine Anschubstrecke auf Eis. Aber es stimmt, den Großteil meiner Zeit verbringe ich in Potsdam.

Covid-19 hat auch im Sport dafür gesorgt, dass viele Dinge nicht mehr so selbstverständlich sind, wie sie noch in der Zeit vor der Corona-Pandemie waren. Inwieweit hat der Virus Ihre Vorbereitung beeinflusst?

Buckwitz: Corona hat den Sport sehr beeinflusst. Es ist seit zwei Jahren so, dass wir keine Zuschauer mehr haben. Es gibt besondere Maßnahmen für uns Sportler, damit wir geschützt sind. Wir werden in Gruppen eingeteilt, müssen regelmäßig Tests machen. Inzwischen fühlt sich zum Beispiel das Tragen der Maske beim Einlaufen schon normal an. Ich hoffe natürlich, dass diese Dinge in absehbarer Zeit ein Ende haben. Die Gesundheit der Menschen ist ein hohes Gut. Aber wir müssen wohl abwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Am Wochenende sind Sie nach Peking gereist. Mit welchen Dingen werden Sie sich bis zu Ihrem 1. Lauf vor Ort beschäftigen?

Buckwitz: Wir haben vor dem Abflug ein Quarantäne-Trainingslager in Kienbaum absolviert, in dem täglich zwei Corona-Tests anstanden. Wir waren in drei Gruppen eingeteilt und konnten keine weiteren Kontakte zulassen. Am Samstag ging es dann nach China. Und auch hier beschäftigt uns das Thema Corona weiter. Insofern werde ich wohl die meiste Zeit auf dem Zimmer verbringen.

Worauf freuen Sie sich jetzt am meisten?

Buckwitz: Ich freue mich natürlich auf die Bahn in Peking. Und ich freue mich darauf, mit Kim an den Start zu gehen. Am 18. und 19. Februar wollen wir alles geben und schauen, was am Ende dabei herauskommt.

 

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