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Ben Patch bleibt ein Berliner bis 2024!

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Bundesligen: Ben Patch bleibt ein Berliner bis 2024!

23.02.2021 • Bundesligen Autor: Christof Bernier 1977 Ansichten

Benjamin Patch liebt Berlin und die BR Volleys Fans lieben Benjamin Patch. Daher dürfte diese Nachricht die Herzen aller höherschlagen lassen: Der US-Amerikaner verlängert seinen Kontrakt beim zehnmaligen Deutschen Meister um weitere drei Jahre bis 2024. Seine Beweggründe für eine Vertragsverlängerung mit Signalwirkung für den Hauptstadtclub und die gesamte Volleyball Bundesliga erklärt der 26-jährige Diagonalangreifer, der seit der Saison 18/19 das Berliner Trikot trägt, im Interview:

Ben Patch bleibt ein Berliner bis 2024!
 - Foto: Eckhard Herfet

Foto: Eckhard Herfet

Ben, drei Jahre spielst Du schon für die BR Volleys, drei weitere kommen nun hinzu. Ist Dir bewusst, dass Du damit in den Kreis echter Vereinsikonen vorstoßen dürftest?
Benjamin Patch: Haha, darüber habe ich bislang nicht nachgedacht. Bis zum "Hall of Famer" muss ich aber wohl erst noch ein bisschen Leistung bringen. Ich glaube, die Vertragsverlängerung zeigt in erster Linie, wie wohl ich mich hier fühle und wie glücklich der Verein zugleich mit mir ist. Diese Wertschätzung ist schlicht großartig. Ich habe hier starke Beziehungen aufgebaut - sei es zu den Mitarbeitern, den Teamkollegen oder unseren Fans. Die gesamte Organisation steht hinter mir, genauso wie ich bin. Ich freue mich einfach, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und hier etwas Großes aufzubauen. Ich will nicht nur auf dem Court meinen Beitrag zu diesem dynamischen Projekt leisten, sondern auch im Umfeld des Clubs etwas bewirken. Ich will dazu beitragen, dass die BR Volleys noch attraktiver, noch aufregender und noch bekannter werden.

Drei Jahre sind im Volleyball eine lange Zeit. Was hat Dich zu der langfristigen Bindung bewogen?
Patch: Weil Kaweh Niroomand mit seinen Worten einfach überzeugend ist (lacht). Spaß beiseite, Berlin ist für mich zur Heimat geworden. Ich fühlte mich in meinem Leben nie besser, als ich es hier tue. Die Stadt ist bestimmt auch nicht der einfachste Ort zum Leben. Es herrscht ständiger Wandel, es gibt so viel zu tun und zu lernen. Aber genau das passt zu mir. Was mich hier hält, ist auch alles, für das unser Verein steht und in Zukunft stehen möchte. Das ist mir wichtiger als Geld oder in einem Team aus Superstars zu spielen - nicht, dass wir nicht überragende Spieler in unserer Mannschaft hätten! Wenn ich eines Tages sterbe, möchte ich in allen Lebensbereichen ein Teil von etwas Bedeutsamem sein. Genau das spüre ich hier. Mir ist wichtiger, der beste Mensch zu werden, der ich sein kann, als der beste Sportler. Wenn mir irgendwo jedoch das eine wie das andere gelingen kann, dann hier!

Du bist ein Kreativkopf und Künstler, arbeitest abseits des Volleyballs an vielen Projekten. Würdest Du sagen, Du bringst all das inzwischen besser zusammen, um auch Deine sportliche Bestleistung zeigen zu können?
Patch: Man lernt immer dazu, aber es war auch früher nicht das Problem, dass ich zu viel gemacht habe. Es lag eher an mir selbst. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob Leute dadurch von mir denken, mein Fokus läge nicht auf dem Sport. Manche glauben bestimmt, ich tanze fröhlich durch mein Leben und nehme die Dinge nicht ernst genug. Aber es gibt vieles, dass die Menschen nicht über mich wissen. Nur weil ich vielleicht eine gewisse Lockerheit ausstrahle, bedeutet das nicht, dass ich nicht fokussiert bin. Ich bin sogar sehr fokussiert. Darum traue ich mir eben auch zu, verschiedene Dinge gleichzeitig zu machen.

Dein erstes Jahr in Europa bei Tonno Callipo Vibo Valentia (ITA) war für Dich nicht einfach. Ist Dir genau das dort noch nicht gelungen?
Patch: Ich funktioniere nur, wenn ich viel zu tun habe. Das war dort nicht der Fall und das hat mich blockiert, auch auf dem Spielfeld. Ich brauche einen kreativen Ausgleich, um in allen Bereichen meines Lebens gut zu sein. Deshalb war mein Wechsel zu den BR Volleys ein Glücksfall. Dabei war es hier zu Beginn ebenfalls nicht einfach. Unsere Fans wissen das. Ich habe in meinem ersten Jahr nicht so gespielt, wie ich es heute tue. Ich war 23 Jahre jung. Man glaubt zu jeder Lebensphase, dass man sich selbst gut kennt. Aber vieles wird einem erst in der Draufsicht oder im Rückblick bewusst. Meine Debütsaison in Berlin war ein Reifeprozess für mich und am Ende gab es diesen enorm wertvollen Impuls mit dem Gewinn der Meisterschaft 2019. Nach diesem Sommer kam ich zurück und war eine bessere Version meiner selbst. Das hat man in meiner zweiten Saison gesehen, glaube ich.

Welche Rolle spielt Deine Beziehung zu Kaweh Niroomand bei diesem Prozess?
Patch: Ich mag Kaweh einfach. Ganz unabhängig davon, wo jemand herkommt oder was er macht, begegne ich jedem mit Respekt. Es liegt an der Person, ob sie sich diesen erhalten kann. Vor Kaweh habe ich höchsten Respekt. Er ist nicht einfach, er kann auch hart sein, aber er ist stets verlässlich und konsequent. Das schätze ich an ihm. Man weiß, was man von ihm bekommt, genauso wie man weiß, was man von mir bekommt. Ich hatte hier auch meine schwierigen Momente, in denen er mir geholfen hat. Dann sind wir gemeinsam einen Kaffee trinken gegangen und haben offen geredet. Kaweh stärkt mir den Rücken und hat auch jetzt im Zuge der Vertragsverlängerung deutlich gemacht, dass der Verein langfristig an mich glaubt.

Was steht abseits des Spielfeldes als nächstes an?
Patch: Der Club und ich arbeiten an einem gemeinsamen Projekt, das von den Fans und Partnern hoffentlich gut angenommen wird. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es hat natürlich etwas mit Kunst zu tun. Ich hoffe, dass wir damit zeitnah starten können.

Was sind Deine sportlichen Ziele in den kommenden Jahren?
Patch: Erst einmal muss man festhalten: Die letzte Spielzeit war bis zu deren abrupten und bitteren Abbruch ein Traum. Dass es nicht immer derartig perfekt laufen kann, hätte jeder vorher wissen können. Die aktuelle Saison ist wesentlich schwieriger. Wir mussten mit einer Verletzungsmisere kämpfen, bei der wir alle sicher auch Fehler gemacht haben. Aber wir wollen und werden daraus lernen. Unsere Mannschaft ist gut und wir können auch in diesem schweren Jahr zusammen noch etwas erreichen. Natürlich will ich mit Team USA zu Olympia und dort möglichst eine wichtige Rolle spielen. Im Sommer darauf brauche ich vielleicht mal etwas mehr Zeit für mich und mache eine Nationalmannschaftspause. Hier in Berlin will ich auch in Zukunft mein Bestes für den Verein geben und vielleicht irgendwann mal mit den BR Volleys im Champions League Finale stehen.

Womit wir beim Match am Donnerstag gegen Itas Trentino wären. Was ist gegen die Italiener möglich?
Patch: Alles ist möglich. Wenn wir nicht an uns glauben würden, bräuchten wir ja gar nicht erst anzutreten. Ich möchte gewinnen.

Das Hinspiel im Viertelfinale der CEV Champions League gegen Itas Trentino findet am Donnerstag (25. Feb um 19.30 Uhr) statt und ist live auf www.xyzsports.tv zu sehen. Eine Woche später (04. Mrz um 19.00 Uhr) fällt in Trento die Entscheidung über den Einzug ins Halbfinale.

 

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