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Potential zum epochalen Derby-Fight

Bundesligen: Potential zum epochalen Derby-Fight

20.02.2020 • Bundesligen Autor: Georg Kettenbohrer 579 Ansichten

Physiotherapeuten sagt man gemeinhin zu, dass sie ein besonderes Gespür haben, wie ein Team funktioniert. Ob ein Physio auch als Orakel taugt, ist nicht bewiesen. Fakt ist jedoch, dass NawaRo Straubings Coach Benedikt Frank bei jedem Spiel sein Bauchgefühl mit dem von Physio Patrick Fränzel abgleicht. Das wird auch im Derby in Vilsbiburg am Samstag (19 Uhr) so sein.

?Das passiert immer so nach den ersten Punkten des Spiels?, erklärt Frank. ?Das kann mein eigenes Gefühl noch verändern. Klar ist aber auch, dass sich das Gefühl in manchen Spielen auch während der Partie noch mehrmals ändern kann und unser Physio mit seinem Gefühl zu Beginn des Spiels nicht immer Recht hat.? Das liegt wohl auch an der Sportart Volleyball, die viele Wendungen für Spielerinnen, Trainer und Fans parat hält.

Wichtig ist es deshalb bei den Highlight-Spielen in Bestbesetzung auflaufen zu können. Das scheint bei NawaRo in Vilsbiburg zu klappen, denn die zuletzt verletzten Spielerinnen sind wieder zurück. Kapitän Magdalena Gryka und Mittelblockerin Tionna Williams sind wieder einsatzbereit. ?Beide sind zwar nicht bei 100 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit, aber sie sind wieder soweit, dass sie uns helfen können, im Derby eine Chance zu haben.?

Trotz der starken Saison und dem derzeitigen Tabellenplatz vor den Roten Raben ist für Frank Vilsbiburg der klare Favorit im Derby. ?Uns trennen noch Welten, auch wenn wir eine sehr gute Saison spielen und im Hinspiel verdient gewonnen haben?, warnt Frank vor zu hohen Erwartungen. ?Vilsbiburg will zu Hause die Hinspiel-Pleite vergessen machen. Sie haben zuletzt beim Pokalsieger in Dresden gewonnen. Dort wird es sehr schwer für uns zu bestehen?, ist sich der Coach sicher.

Bei NawaRo gilt auch im Derby das Motto der Rückrunde. Es gilt von Spiel zu Spiel zu schauen und in jeder Partie mit einer Taktik zu starten, mit der man gewinnen kann. ?Dazu gehört auch im Spiel situationsbedingte Lösungen zu finden. Die Tabelle ist dabei für uns nicht relevant. Die Playoff-Teilnahme haben wir so gut wie sicher, so dass wir in Vilsbiburg befreit aufspielen können.?

Die Favoritenrolle kann man NawaRo auch nicht zuschreiben, wenn man auf den Kader der beiden Teams blickt. Die Raben haben einige Top-Spielerinnen im Team, darunter die sehr starke Diagonalspielerin Nikki Taylor und die niederländische National-Libera Myrthe Schoot. ?Dazu kommen gute Spielerinnen auf Außen und zwei Zuspielerinnen, die ein unterschiedliches Spielkonzept haben?, analysiert Frank. Der Straubinger Coach weiß aber auch, dass die Raben in dieser Saison nicht gerade für Konstanz stehen: ?Sie können einen guten oder schlechten Tag haben. So genau weiß man das nie vorher. Wir müssen gezielt Nadelstiche setzen und einen echt guten Tag erwischen, damit wir am Samstag eine Chance haben.?

Ein Faktor wird auch die Ballsporthalle Vilsbiburg sein, an die Frank und die Verantwortlichen von NawaRo keine guten Erinnerungen haben. ?Das war noch nie eine Lieblingshalle von uns. Wir verlieren dort, seitdem wir dahinfahren?, so Frank. Ein Grund dafür sei die Weitläufigkeit der Ballsporthalle, welche seine Spielerinnen nicht gewohnt sind. ?Die Zuschauer sind weit weg und die Halle ist sehr hoch, was die Thermik in der Halle verändert. Deshalb können mehr Aufschläge ins Aus segeln und auch die Angriffe wirken insgesamt langsamer. Aber wir haben in dieser Saison auch schon in großen Hallen gewonnen und das wollen wir diesmal wieder machen.?

Voraussetzung dafür wird nicht nur das gute Orakel durch Physio Patrick Fränzel, sondern auch eine leidenschaftliche und kämpferische Leistung sein. Das sind in dieser Saison bislang Stärken von NawaRo. ?Ich erwarte ein echtes Fight-Spiel. Da wird es sowohl von den Rängen als auch auf dem Spielfeld aggressiver zugehen, als bei einem normalen Spiel. Wir müssen dort sehr mutig und entschlossen auftreten. Dann kann das am Samstag eine große Nummer werden für die Fans und Spieler. Das wird richtig Spaß machen?, freut sich Frank auf ein ähnlich mitreißendes Derby wie im Hinspiel, als NawaRo erstmals in der Geschichte mit 3:2 gegen die Roten Raben gewinnen konnte.

 

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