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Olympia-Qualifikation: Der "Hammerschorsch" verzückt Korea - Das Leben Grozers in Korea

Olympia: Olympia-Qualifikation: Der "Hammerschorsch" verzückt Korea - Das Leben Grozers in Korea

21.12.2015 • Olympia • Autor: DVV 1849 Ansichten

Zum zweiten Mal zeigt ein deutscher Volleyballer seine Künste in Südkorea: Nach Christian Pampel (2009) schmettert Georg Grozer seit Oktober diesen Jahres den Gegnern die Arme wund und hat sich nach einer kleinen Anlaufphase in die Herzen der Fans und in die Statistiken der Liga gespielt.

Das Formhoch soll natürlich auch bis in den Januar rein reichen, denn dann geht es für den "Hammerschorsch" und die DVV-Männer bei der europäischen Olympia-Qualifikation in Berlin (5.-10. Januar) um das Olympia-Ticket für Rio de Janeiro.

Die Umstellung war gewaltig: Grozer lebt in einem Camp des Klubs Samsung Bluefangs, der ganze Tagesablauf dreht sich nur um Volleyball. "Das Ganze ist ein Traum für einen Volleyballer. Die Leute lieben Volleyball und tun alles. Ich habe noch nie einen so gut organisierten Klub erlebt, die machen alles für einen Spieler. Ich habe noch keinen Tag erlebt, an dem etwas noch nicht geklappt hat!" sagt Grozer. Nach einer kurzen Akklimatisierungsphase zeigt Grozer, was in seinem athletischen Körper steckt: mit ca. 30 Punkten im Schnitt führte er sein Team mit sieben Siegen in Serie nach oben. Damit ist er mit Abstand punktbester Spieler der koreanischen Profiliga, in der es pro Team einen Ausländer gibt. Diese Positionen sind zumeist mit schlaggewaltigen Diagonalspielern besetzt wie beispielsweise den Kubanern Robertlandy Simon und Oreol Camejo oder den Tschechen Jan Stokr oder Martin Nemec. Die Belastung für die Ausländer ist enorm hoch, "ich kriege 60-70 Bälle pro Spiel, die anderen Angreifer zehn oder 15", beschreibt der deutsche Diagonalangreifer die Verhältnisse. Damit es ihrem Super-Star gut geht, gibt es für Grozer auch eine Sonderbehandlung: "Ich habe einen eigenen Physiotherapeuten, der sich um mich kümmert. Ich werde jeden Tag viermal ausgedehnt, nach dem Abendtraining bekomme ich 90 Minuten Behandlung. Das tut meinem Körper unglaublich gut, ohne das, könnte ich das nicht überleben. Und seit ich hier bin, sind meine Schulterschmerzen weg. Das ist extrem positiv, dass ich 1000 Bälle schlage, aber keine Schulterschmerzen habe."

Zumal sich auch im Training nicht geschont wird, wie Grozer mehr als anschaulich schildert: "Die Koreaner trainieren wie die Irren, das Training ist hart und intensiv. Es gab zu Beginn Momente beim Krafttraining, da habe ich fast in den Eimer gekotzt. Es gibt sehr viel Blocktraining, viel Aufschlag und Annahme und intensives Abwehrtraining. Das ist für meine Beine sehr anstrengend, ich bin nach jedem Training fix und fertig. Ich kriege riesen Oberschenkel, meine Jeans sind enger geworden…" Die Fans lieben Grozer und haben ihn - neben Robertlandy Simon (CUB) - in das Allstar-Spiel nominiert. Der deutsche Super-Star besticht mit seiner Athletik und Schlaggewalt, zudem heimste er schon drei Extra-Prämien ein: "In Korea gibt es die Regel, dass ein Spieler für 3 Asse, 3 Blocks und 3 erfolgreiche Hinterfeldangriffe einen Extra-Preis in Höhe von 1000 US Dollar bekommt."

Grozer lobt den Ehrgeiz und die Einstellung seiner koreanischen Mitspieler und seines Trainers Lim Do-Heon: "Ich habe einen super Trainer. Er hat einen sehr ähnlichen Charakter wie ich, ist sehr ehrgeizig, sehr emotional. Auch von den Trainingsmethoden und -volumen passt das alles." Grozer zahlt nicht nur mit Leistung zurück, sondern hat sich auch schon auf andere Weise eingebracht und den Koreanern eine typische Eigenart abgewöhnt: "Das Rumlaufen nach Punktgewinnen habe ich meiner Mannschaft schnell abgewöhnt, das ist typisch koreanisch. Ich habe ihnen erklärt, es ist wichtig, dass man zusammen kommt und die Emotionen zeigt und sich gegenseitig pusht und motiviert." Extra-Liebkosungen seitens Grozers gibt es inklusive: "Den ein oder anderen hebe ich auch mal hoch, weil sie so leicht sind!"

Alles Sonnenschein also in Korea? Mitnichten! "Ich kann mit keinem reden, keiner spricht Englisch. Das ist sehr schwer für mich! Ich versuche, so oft wie möglich mit meiner Familie zu telefonieren, das ist wegen der acht Stunden Zeitunterschied aber schwierig. Um 8.30 Uhr deutscher Zeit skype ich mit den Kindern und wenn es 22.00 Uhr bei mir ist, sprechen wir nochmals. Es ist weniger als gewünscht und nicht so schön, aber wir haben es gut im Griff. Meine Frau hilft dabei sehr viel und achtet darauf, dass das auch klappt." Die fehlende Kommunikation im Team wird anderweitig gelöst, Grozer hat einen koreanischen Schatten: "Ich habe einen Dolmetscher, der ist quasi meine Ehefrau, ich unterhalte mich mehr mit ihm als mit ihr. Er ist bei jedem Training, er begleitet mich mittags und abends zum Essen, er begleitet mich zum Supermarkt, beim Training ist er immer neben mir, beim Dehnen, bei den Auswärtsfahrten, in der Sauna, bei der Massage. Er ist der Einzige, mit dem ich mich unterhalten kann, auch wenn ich ein paar Brocken koreanisch gelernt habe: "guten Appetit", "dass wir uns konzentrieren sollen" - eine sehr schwere Sprache, ich konzentriere mich auf den Volleyball. Mein Ziel ist der Meistertitel." Seit dem 19. Dezember ist die einseitige Kommunikation beendet, dann kommt Grozers Familie zu Besuch nach Korea.

Schwer wird definitiv auch die Olympia-Qualifikation in Berlin, acht europäische Top-Teams kämpfen um lediglich ein Olympia-Ticket, der Zweit- und Drittplatzierte erhalten eine zweite Chance. Grozer sagt: "Es wird eine sehr große Herausforderung, wir gucken mal. Ich hoffe, dass unser Ehrgeiz größer ist als bei der EM. Unser Kader hat sich ja vergrößert mit Robert Kromm , Patrick Steuerwald und Christian Dünnes , das ist sehr positiv. Leider haben wir unseren Kapitän verloren, das ist sehr traurig. Ich hoffe, dass uns das motiviert, dass wir es für Jochen (Schöps, Anm. d. Red.) und Jan (Zimmermann, Anm. d. Red.) schaffen, die immer alles gegeben haben für die Nationalmannschaft."

Alles geben, das ist das Credo von Grozer in Korea und beim Nationalteam. Das fordert er von seinen Mitspielern und den Fans: "Ohne Fans geht nichts! Ich bin sehr froh, dass das Turnier in Berlin stattfindet. Ich habe super Erinnerungen an 2012 und bekomme noch immer Gänsehaut, wenn ich an die Qualifikation für London denke. Die Fans, die hinter uns stehen und uns in die Wolken hoch jubeln, geben uns 20-30% mehr Leistungsvermögen. So ein Turnier kann man ohne Fans nicht schaffen, es muss alles stimmen, damit das Wunder passieren kann. Ich glaube fest daran, dass wir das schaffen! Man muss immer positiv denken, das ist das Wichtigste!" Sprach und machte sich wieder auf ins Training, um seinen koreanischen Kollegen die Bälle um die Ohren zu hauen.

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