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SV Lohhof: Taktik-Tricks im Treppenhaus

Bundesligen: SV Lohhof: Taktik-Tricks im Treppenhaus

17.03.2015 • Bundesligen • Autor: Richarda Zorn 890 Ansichten

Zwei Spiele, zwei bissige Gegner. Der SV Lohhof musste sich auswärts mit den Teams aus Chemnitz und Dresden messen - und zeigte erfolgreich Zähne. Mit einem 3:1- und 3:2-Sieg kehrten die Unterschleißheimerinnen zufrieden zurück.

Wenn die Fußball-Nationalmannschaft ein großes Turnier in Brasilien spielt, dann lässt ihr Verband mal schnell eine Team-Hotelanlage vor Ort bauen. Hochklassigen Hotelluxus genießen erstklassige Fußball-Clubs generell. Geht man indes in die zweite Liga und wechselt die Sportart, geht man also über zum Volleyball und sieht sich dann die Bedingungen an, die für ein durchaus erfolgreiches Damenteam wie den SV Lohhof herrschen, dann glaubt man sich in einer anderen Welt. In dieser Welt nimmt man zum Beispiel gern in Kauf, zwei Spieltage an zwei aufeinander folgenden Tagen zu bewältigen und sich damit einmal Hin- und Rückfahrt zu sparen. In der Unterkunft kocht man selbst und die Teambesprechung mit Videoanalyse verlegt man ins Treppenhaus, weil nur dort alle gleichzeitig Platz finden.

Doch Klagen nützt nichts, wenn man nicht die Nummer-eins-Sportart im Land ist und auch nicht werden wird. Unkonventionell zu denken, führt hier viel weiter, Idealismus zu zeigen auch. Spielfreude, -fertigkeit und -witz tun den Rest; und gerade davon haben die Lohhoferinnen eine Menge. So kamen die Damen des SVL am Wochenende zu gleich zwei Siegen. Leicht haben es ihnen die gegnerischen Teams aus Sachsen dabei aber nicht gemacht.

Chemnitz lud am Samstagabend in seine Halle. Frisch spielte der Tabellenletzte auf, ging mit 16:13 in Führung und stand beim 23:17 kurz vor dem Satzgewinn. Doch dann Lohhof: Spielfreude, -fertigkeit und -witz ergänzten sie in diesem entscheidenden Moment mit Ruhe und Konzentration. Eine punktgenau gesetzte Aufschlagserie von Lisa Keferloher besorgte sechs Punkte. Und Satz eins ging - die Zuschauer wollten es kaum glauben - mit 29:27 an Lohhof.

Es blieb beim umkämpften Wackelspiel. Die Lohhoherinnen leisteten sich - ganz im Gegensatz zum letzten Match gegen Vilsbiburg - ungewohnte Unsicherheiten in der Annahme. So reichte es erneut nur für einen knappen Satzsieg, 27:25. Dass es ebenso gut andersherum laufen kann, bewies der dritte Satz. Zwar ging Lohhof nach wuchtigen Aufschlägen mit 6:1 in Führung. Doch dann kam die Stunde der VCO-Youngsters, die Stunde von Anne Jüttner und Anna-Maria Nitsche, beide 16. "Wir hatten die beiden Außenangreiferinnen Walkenhorst und Sohr auf der Rechnung - und auch im Griff", sagt SVL-Trainer Jürgen Pfletschinger nach dem Spiel, nicht aber diese jungen Spielerinnen." Sie waren es, die die Chemnitzer Aufholjagd einleiteten und den schließlich klaren Satzsieg mit 25:19 herbeiführten.

"Das hat uns natürlich gefuchst", so Pfletschinger. Dieses Gefühl ließ sich im vierten Satz kanalisieren. Mit der ach so notwendigen Konzentration und Stabilität spielte sich Lohhof zum 25:12 und damit zum 3:1-Sieg. Ein schwerer Einstieg also ins Doppelspiel-Wochenende in Sachsen, wo der Tabellenletzte nicht Schlusslicht-, sondern dynamisches Leichtfuß-Volleyball spielte. Wie leichtfüßig würde dann wohl der Sonntagsgegner daherkommen? Der Tabellensiebte?

Trainer Pfletschinger rief die Mannschaft am Sonntagvormittag zur Spielbesprechung und Videoanalyse. Im Treppenhaus der Unterkunft fand man sich ein, nirgendwo sonst war ausreichender Platz für den elfköpfigen Kader. Im Nachhinein bekommt die Szene symbolischen Charakter. Denn dass sie Räume sinnvoll nutzen können, bewiesen die Lohhoferinnen auch wenige Stunden später im Sportschulzentrum. Sie wussten, wo sie die harten Diagonalschläge von Sarah Mater und Luise Wolf zu erwarten hatten. Der Block stand und auch die Annahme war sicherer als am Vortag. So ging der erste Satz mit 25:16 klar gen München. Die Rechnung ging auf, bis Mitte des zweiten Satz. Dann verloren die Lohhoferinnen die Kontrolle über den Raum, Dresden spielte sich in einen Rausch - "mit einer spektakulären Abwehrleistung", so Pfletschinger anerkennend. Es war Volleyball auf hohem Niveau und der VCO rauschte euphorisiert durch Satz zwei (25:17) und Satz drei (25:18).

Gerade noch rechtzeitig besannen sich die Lohhoferinnen, dass sie ja eigentlich Tabellendritter sind. Spielfreude, -fertigkeit und -witz waren wieder zu spüren, auch ein bisschen Beachvolleyball-Atmosphäre - beflügelt durch Richarda Zorn und Sabrina Karnbaum, die das Team an diesem Wochenende verstärkten und in der letzten Sommersaison auf Sand Bayerischer und Baden Württembergischer Meister geworden waren. "Und wir waren wieder mental stark", ergänzt Pfletschinger. "Ich glaube, unser Wille zu gewinnen war noch größer als bei den Dresdnern." Und der SVL profitierte vom nicht abreißenden Vorteil, eine der gefährlichsten Schnellangreiferinnen der Liga im Kader zu haben, Inga Vollbrecht, die gleich an beiden Wochenend-Spieltagen als wertvollste Spielerin ausgezeichnet wurde. Lohhof kippte das Spiel, glich zum 2:2 nach Sätzen aus und holte sich den Tie-Break mit 15:9. Doppelsieg am Doppelspieltag.

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