Viele, viele hoch spannende Matches hat die SVG Lüneburg ihren Fans in den vergangenen Jahren schon geboten. Aber was sich am letzten Gruppen-Spieltag der Champions League ereignete, war ein besonderer Nervenkitzel, den die LüneHünen nicht einmal wirklich aktiv beeinflussen konnten. Sie waren abhängig vom anderen Spiel in ihrem Pool D - und durften dann nach Stunden des Wartens und Zitterns über ein Happy End jubeln.
Lange hing das am seidenen Faden. Als die LüneHünen ihr Match in Zawiercie beendet hatten, machten sich in Lissabon die Spieler gerade erst warm. Das Spiel der Portugiesen gegen Rzeszow wurde zweieinhalb Stunden nach dem eigenen angepfiffen, Sporting wusste also, dass noch die Chance bestand, auf Platz 3 zu klettern. Dazu brauchte es einen 3:0-Erfolg. Bei der gleichen Anzahl von Siegen (2) und Punkten (6) hätte dann das etwas bessere Satzverhältnis von 7:13 (gegenüber 7:14) den Ausschlag gegeben.
Mitte des 3. Satzes bei
Sporting schien alles vorbei ...
Sporting legte mit einem wie schon gegen die SVG überragenden Zuspieler Sergei Grankin auch ein 2:0 vor (25:22, 25:22) und führte bis Mitte des 3. Durchgangs, den LüneHünen drohte das Aus. Dann wechselte das Momentum, Rzeszow drehte den Spieß auf 17:13 um und holte sich diesen Satz mit 25:19 - leichtes Aufatmen im SVG-Lager. Das wandelte sich sogar in Hoffnung, denn die Polen machten zunächst so weiter, führten bis Mitte des 4. Satzes mit stets zwei bis drei Punkten. Doch Lissabon kam zurück, hatte auch Challenge-Glück und führte plötzlich 15:12. Grankin zeigte nicht nur im Zuspiel immer wieder seine Klasse, der 41-Jährige servierte auch zwei Asse, blockte erfolgreich und hechtete in der Feldabwehr wie ein Youngster in alle Ecken des Feldes.
Mit 25:20 war schließlich der 3:1-Sieg perfekt, das Rechnen begann. Denn Sporting hatte aufgeschlossen, stand nach Siegen (2), nach Punkten (6) und im Satzverhältnis (7:14) gleichauf. Als nächstes Kriterium mussten laut Regelwerk die sogenannten "kleinen Ballpunkte" entscheiden, also die in allen Gruppenspielen geholten Punkte pro Satz (z.B. 25:21, 19:25 usw.) aufaddiert. Da hatte die SVG am Ende knapp die Nase vorne (461:499 gegenüber 547:507) bei einem Quotienten von 0,9238 gegenüber 0,9014 bei Lissabon - knapper geht's kaum. Gut, dass die SVG in Zawiercie zwei der drei Sätze eng gestalten konnte (20:25, 17:25, 22:25). Im 3. Satz lag sie ja schon deutlich zurück (13:17, 15:20) und holte nicht zuletzt dank fünf Punkten des eingewechselten Axel Larsen und sechs von Topscorer Chris Byam bis zum 22:24 nochmal auf.
Somit geht es wie vor zwei Jahren als Pool-Dritter im CEV Cup weiter. Immerhin traf nicht ein, was viele befürchteten: ein Duell gegen Friedrichshafen, so kurz nach dem Finale im Zoi DVV-Pokal in Mannheim am 28. Februar. Der VfB verlor nach dem 1:3 am Bodensee auch das Achtelfinal-Rückspiel bei Alterna Stade Poitevin 0:3 (14:25, 18:25, 21:25). Frankreichs Tabellenvierter hatte vor 1930 Zuschauern seine besten Scorer in Thomas Pujol (13 Punkte) und Kevin Kobrine (10), wechselte dabei nach zwei gewonnenen Sätzen und dem sicheren Weiterkommen nahezu komplett durch. Beim VfB war Simon Kohn der Topscorer (16).
Nun am 4. März
daheim gegen Poitiers
SVG-Gegner wird statt der Häfler somit das Team aus der 90.000-Einwohner-Stadt Poitiers im westlichen Frankreich. Von dort kamen ja zu dieser Saison Christopher Byam und Jackson Howe nach Lüneburg. Und dorthin wechselten im vergangenen Sommer die Ex-LüneHünen Lukas Maase und Pearson Eshenko. Eine ausführliche Vorstellung folgt in Kürze hier im Newsletter. Fest steht schon, dass das Hinspiel in der LKH Arena stattfindet, und zwar am 4. März, 19 Uhr. Das Rückspiel steigt dann eine Woche darauf (10.-12.3.), ist aber noch nicht genau terminiert.
Der Ticket-Vorverkauf für dieses nächste Europa-Highlight läuft für Dauerkarten-Inhaber von diesem Freitag, 15 Uhr, bis Samstag, 14 Uhr. Der freie Verkauf beginnt am kommenden Sonntag, 13 Uhr.
Für die Berlin Recycling Volleys brachte dagegen der letzte Spieltag ein böses Erwachen. Sie hatten im Pool C beim 0:3 (17:25, 18:25, 20:25) keine Chance gegen Club-Weltmeister Sir Sicoma Monini Perugia. Vor 8553 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle kannte der Tabellenführer aus Italien kein Pardon, hatte im Diagonalen Wassim Ben Tara (17) und Mittelblocker Roberto Russo (10) seine Topscorer. Bei Berlin punktete Jake Hanes am besten (14).
Da der Tabellenzweite Guaguas Las Palmas in Prag 3:2 gewann, zog er noch nach Siegen (3) und Punkten (8) gleich - die Spanier kletterten somit dank des besseren Satzquotienten auf Platz 2: Las Palmas 12:14 Sätze = 0,86, Berlin 10:12 = 0,83. Auch die Hoffnung der Hauptstädter, als bester der fünf Gruppendritten in die Playoffs mit den fünf Zweiten zu kommen, erfüllte sich nicht - Montpellier aus dem Pool E zog spät am Abend mit einem 3:0-Erfolg noch vorbei, Berlin landete im CEV Cup.
Grund zur Freude hatte dagegen Ex-LüneHüne Oskar Espeland, der mit den Belgiern von Roeselare nach zuvor fünf Tiebreak-Spielen (7 Punkte) im Pool B durch ein 3:1 gegen Halkbank Ankara dessen türkischen Rivalen Galatasaray Istanbul noch auf Rang 3 verdrängte und in die Playoffs einzog. Espeland steuerte dazu 22 Punkte bei. Jubeln durfte noch ein ehemaliger LüneHüne: Im Challenge Cup erreichte Jordan Ewert mit Altekma SK Izmir das Halbfinale, musste mit den Türken nach einem 3:2-Hinspielsieg in Zalau (Rumänien) nach einer 2:3-Heimniederlage im Rückspiel in den Golden Set und gewann 15:12. Leistungsträger Ewert punktete 18-mal.


