LüneHünen holen 3:0-Sieg gegen Grizzlys Giesen Die SVG bleibt weiter Spitze - und das nicht nur in Niedersachsen: Die LüneHünen gewannen im Derby gegen die Helios Grizzlys Giesen souverän mit 3:0 (25:20, 25:21, 25:18) und behaupteten damit auch die Tabellenführung der Volleyball-Bundesliga.
Volle Ränge, tolle Action - und immer wieder im Mittelpunkt: MVP Axel Enlund (l.). (Lizenz: kostenfreies Nutzungsrecht für redaktionelle Zwecke mit Urheberangabe) (Foto: SVG/A. Höfel)
LüneHünen holen 3:0-Sieg gegen Grizzlys Giesen
Die SVG bleibt weiter Spitze - und das nicht nur in Niedersachsen: Die LüneHünen gewannen im Derby gegen die Helios Grizzlys Giesen souverän mit 3:0 (25:20, 25:21, 25:18) und behaupteten damit auch die Tabellenführung der Volleyball-Bundesliga.
Vier Tage nach dem 1:3 in Lissabon gelang der SVG eine gute Reaktion. Die LüneHünen zeigten vor 3200 Fans in der ausverkauften LKH Arena einen starken Auftritt. Und auch wenn sich die Hausherren letztlich durchsetzten: Beide Teams lieferten sich über 74 Spielminuten ein rasantes Duell mit gutem Tempo.
"Das war heute wirklich sehr gut in allen Elementen", war SVG-Chefcoach Stefan Hübner zufrieden. "Wir haben sehr gut aufgeschlagen, wenig Fehler gemacht, viel Druck, sauber blockiert, im Gegenangriff die Chancen gut genutzt. Da spielt es sich natürlich angenehm. Rundum ein sehr gutes Spiel, eine sehr gute Leistung."
Schon im ersten Satz mit klarem Vorsprung
Die Gäste hatten motiviert losgelegt (1:3, 3:4), doch die SVG fand schnell die richtigen Mittel (8:6, 10:7). Giesen kam noch einmal heran, doch mit zwei Angriffen verhinderte Ex-Grizzly Ethan Champlin den Ausgleich (13:11, 15:13). Ein Ass von Axel Larsen (20:16) eröffnete die Crunchtime - die allerdings gar nicht so "crunchig" wurde, weil der SVG gute Aktionen gelangen. Ein Grizzlys-Angriff ins Aus und ein Aufschlagfehler der Gäste machten den verdienten Lüneburger Satzgewinn klar.
Im zweiten Satz gewann das Spiel erneut schnell an Dynamik. Die Fans, darunter auch etwa 150 Grizzlys-Anhänger, sahen nun immer häufiger packende Rallys und tolle Aktionen. Selbst als der Punkt nach Cody Kessels Abschluss an die Gäste ging (4:6), gab's tosenden Applaus. Spätestens mit Joscha Kunstmanns Block (6:6) riss die SVG das Momentum wieder an sich. Asse von Axel Enlund und Ethan Champlin sorgten ebenso für Begeisterung wie ein Fünf-Punkte-Run in einer Aufschlagserie von Santeri Välimaa (16:10).
Mit einer Auszeit stoppte Gästecoach Itamar Stein den Lauf der LüneHünen - doch nach zwei Punkten, darunter einem Ass von Lars Migge, konterte Stefan Hübner mit einer Auszeit. Die SVG kontrollierte nun das Spiel, auch wenn Giesen noch einmal auf drei Punkte herankam (21:18). Die LüneHünen fanden erneut die richtigen Lösungen: Kunstmann legte clever durch den Block, Daniel Gruvaeus schlug mit Wucht den Block an (24:19), ein Aufschlagfehler von Migge sorgte für den zweiten Lüneburger Satzgewinn.
Starke Rallys, viel Applaus: Arena wird zum Feier-Tollhaus
Im dritten Abschnitt legten die Gastgeber gleich dominant los, hatten bei Jackson Howes Ass (9:5) drei Punkte in Serie hingelegt und für eine frühe Giesen-Auszeit gesorgt. Und wieder: Tolle Rally-Action! Välimaa rettete stark, Günthör holte den Punkt für die Gäste (10:7). Doch viel häufiger jubelten die SVG-Fans, etwa bei Assen von Kunstmann und Välimaa. Und auch Sho Takahashi konnte sich immer wieder auszeichnen. Seine starke Rettungsaktion wurde zur Vorlage, Enlund schloss ab - 17:10, Mega-Jubel der Fans.
Eine Giesener Auszeit unterbrach die Feier nicht - im Gegenteil: Was im Westen der Karneval, sind hier die Punkte für die SVG. Vom Feier-Tollhaus drumherum ließen sich die LüneHünen nicht vom Griff nach dem Sieg abbringen, zeigten sich weiter in allen Bereichen stabil: Abwehrstark, blockstark - und auch immer wieder clever, wie bei Enlunds Ball durch den Block (19:11). Der junge Schwede stand nun häufig im Mittelpunkt, holte Punkte per Angriff und Ass (22:13). Die SVG war längst auf Sieg-Kurs, doch auch nach dem ersten Satzball warfen sich beide Teams noch voll rein, sorgten für eine lange, von den Fans gefeierte Rally (24:18).
Dass die Gäste längst auf mehr Risiko gesetzt hatten, zeigte sich auch am Satzende: Hatte Giesen zuvor in der Aufschlagbilanz leicht vorn gelegen, sorgten Fehler im Service am Ende für eine ausgeglichene Bilanz (11:11) - und auch im dritten Satz besiegelte ein Giesener Fehler den Satzgewinn der SVG. Die hatte in anderen Bereich klar die Nase vorn: 59:38 Punkte, 7:4 Asse, 24:19 % perfekte Annahme, 57:40 % Angriffsquote und 9:1 Blockpunkte.
Die Auszeichnung als MVP holte sich Axel Enlund, der mit 19 Punkten auch Topscorer war, aus 30 Angriffen 16 Punkte machte (53 %). Die beste Bilanz der Gäste holte Cody Kessel (11 Punkte).
SVG: Champlin, Kunstmann, Välimaa, Gruvaeus, Howe, Enlund - Takahashi; eingewechselt: Larsen
Weitere Stimmen zum Spiel:
Itamar Stein (Chefcoach Helios Grizzlys Giesen): "Glückwunsch an Lüneburg! Sie spielen überragend, waren viel besser als wir heute. Wir haben nicht schlecht gespielt und gut angefangen, aber wir konnten nicht mithalten. Das ist okay, ich bin mit den Jungs zufrieden. Sie haben viel Gutes gemacht, aber Lüneburg war einfach besser. Nach Abwehr und schlechter Annahme sind sie viel effizienter als wir - das sieht man auch am Endergebnis heute."
Jackson Howe (SVG Lüneburg): "Wir haben eine wirklich gute Reaktion auf das Spiel in Lissabon gezeigt. Wir haben in einem Teammeeting mal ein paar Dinge offen angesprochen, ein paar Standards und Erwartungen klargemacht. Damit konnten wir nach einem wirklich enttäuschenden Spiel eine gute Antwort liefern."
(gm)


