"Flugshow" mit "Air" Kessel und "Flying" Howe Volleyballspiele, andere Sportevents, Konzerte, Comedy, Tagungen, Feiern - die Palette der Veranstaltungen in der LKH Arena ist groß. Nun steigt dort ein besonderes Ereignis: eine Flugshow.
Jackson "Flying" Howe (Foto) und Ex-LüneHüne Cody "Air" Kessel begeistern mit ihrer Sprungkraft. (Foto: SVG/W. Wölper)
"Flugshow" mit "Air" Kessel und "Flying" Howe
Volleyballspiele, andere Sportevents, Konzerte, Comedy, Tagungen, Feiern - die Palette der Veranstaltungen in der LKH Arena ist groß. Nun steigt dort ein besonderes Ereignis: eine Flugshow. Denn wenn an diesem Sonnabend (19 Uhr) die SVG Lüneburg zum Spitzenspiel der Volleyball-Bundesliga die Helios Grizzlys Giesen empfängt, sind dabei auch zwei Spieler mit außergewöhnlicher Sprungkraft und "Hangtime" zu bestaunen, denen für diese Fähigkeit schon spezielle Spitznamen verliehen wurden. Bei den Gästen aus Hildesheim ist dies Cody "Air" Kessel, bei der SVG schwebt Jackson "Flying" Howe oft mit der Hüfte über der Netzkante.
Cody hat auch den Grizzlys gut getan
Mit Cody Kessel gibt es dabei ein Wiedersehen aus der Bundesliga-Anfangszeit. Von 2016 bis 2019 begeisterte er drei Jahre lang nicht nur mit seiner Sprungkraft die LüneHünen-Fans, sondern wurde mit seiner Ausstrahlung zum absoluten Publikumsliebling - eine Liebe, die bis heute anhält. Denn der mittlerweile 34-Jährige hat über die Zeit, wo er in Berlin (fünf Jahre), im belgischen Maaseik und zuletzt bis Dezember eine Halbsaison in Tel Aviv war, viele Kontakte gehalten. "Cody tut überall gut, wo er ist. Er strahlt Freude und Begeisterung für den Volleyball aus. Er lebt Volleyball durch und durch", freut sich auch Chefcoach Stefan Hübner auf das Wiedersehen.
Der US-Amerikaner ist aber auch ein Vorzeige-Profi, der aus alter Verbundenheit nichts zu verschenken hat, wie die SVG in früheren Duellen mit Berlin schon leidvoll erfuhr. "Ärgert" der Außenangreifer seinen Ex-Verein nun wieder? Giesen hat zwar sechs Spieltage vor Abschluss der Hauptrunde die Playoff-Teilnahme so gut wie sicher, doch für den Tabellenfünften geht es dafür natürlich noch um eine so gute Ausgangsposition wie möglich. Und machbar ist auf jeden Fall noch Rang vier. Zumal einstige Personalsorgen nicht nur durch das Kommen von Kessel der Vergangenheit angehören.
Mit US-Mittelblocker Mark Olsen wurde im Januar ein weiterer Spieler nachverpflichtet, bekam aber bisher kaum Einsatzzeit. Denn nach langen Verletzungspausen sind der Portugiese Miguel Sinfronio und Ex-Nationalspieler Jakob Günthör wieder fit und performen bestens. Günthör (30) verlängerte auch kürzlich nach Kessel als zweiter Spieler seinen Vertrag um ein Jahr. Bestens eingeschlagen hat der im Sommer gekommene Außen Lars Migge, der Schweizer ist einer der punktbesten Angreifer der Liga.
Ebenso in Topform trumpft - wie schon in der letzten Saison - der junge Mark Rura (20) auf, seitdem er nicht mehr mal im Außen-, mal im Diagonalangriff spielt, sondern auf der Diagonalposition gesetzt ist. Der ebenso junge Argentinier Inaki Ramos (Argentinien) bekommt nur wenig Spielzeit, der Pole Mateusz Borkowski, von dem man sich so viel versprochen hatte, schaffte den Durchbruch nicht und ging nach Liberec (Tschechien). Auf der so wichtigen Zuspielposition haben die Hildesheimer wie im Vorjahr noch keine Ideallösung gefunden, Neuzugang Ilja Ivanov und Kapitän Jan Röling, der ebenfalls auch 2026/27 bleibt, wechseln sich da - teils auch während eines Spiels - ab.
Crunchtime in Lissabon zeigt eine ganz neue SVG-Seite ...
Im Gegensatz zu diesen vielen Personalien der Gäste hat sich bei der SVG in den letzten Wochen ein festes Stammteam herausgeschält. In den Ranglisten steht "Flying" Howe mit 68,2 % Angriffsquote ganz vorne. Nur im Diagonalangriff ist nie abzusehen, wer aufläuft, Axel Enlund oder Chris Byam. So bleibt auch offen, ob der am Dienstag in Lissabon starke Enlund wieder in der Starting Six steht. Der Champions-League-Auftritt wirkte noch länger nach als sonst, der Frust saß tief. Weniger über das 1:3 an sich, mehr noch über die Art und Weise des Zustandekommens. Zumal ja der Gesamtauftritt nicht wirklich schlecht war. Die SVG war in allen Werten einen Tick besser (Annahme, Block, Asse), aber Lissabon im Angriff eine Nuance effektiver: 54:51 % und drei Punkte mehr (97:94).
Doch schon im 1. Satz überraschte die SVG, sonst in der Crunchtime eine Macht, dass sie bei einer 20:19-Führung so stark nachließ, nur noch einen Punkt machte (21:25). Noch schlimmer kam es im 4. Satz, den Tiebreak und mindestens einen wichtigen Punkt vor Augen. Doch eine 24:19-Führung reichte dafür nicht (29:31). Trainer Hübner vermisste in dieser Phase Konsequenz und Entschlossenheit, jemanden, der das Heft in die Hand nimmt: "Das war schon extrem hart. Ich musste lange zurück überlegen, wann ich mal so ein Gefühl nach dem Spiel hatte, egal ob als Trainer oder Spieler. Das war schon bitter."
Zumal sich die Aussichten für eine Fortsetzung der Europa-Reise nicht gerade verbessert haben. "Es kann natürlich noch bitterer werden, wenn das am Ende bedeuten würde, dass man Vierter wird," weiß er um die Gefahr. Jetzt gilt es, aus dem Erlebten die richtigen Schlüsse zu ziehen. "Es kann Auswirkungen in beide Richtungen haben. Das kann extrem positiv sein, das kann extrem negativ sein. Es ist auf jeden Fall etwas, mit dem wir achtsam umgehen müssen, bei dem wir überlegen, welche Impulse wir setzen und wie wir noch einmal etwas aufarbeiten. Das ist auf jeden Fall ein ?tricky' Moment." Wobei er aber auch betont: "Darauf muss man jetzt nicht wochenlang herumkauen."
Heiß auf die neue Aufgabe
Denn der Chefcoach bleibt bei seiner Meinung, dass die Dichte der Termine und der Herausforderungen positiv sind und die LüneHünen in der Entwicklung weiterbringt: "Es ist cool, dass wir im Moment immer Spiele haben, in denen es um etwas geht. Das war jetzt in Lissabon so, da hatten wir mal ein negatives Erlebnis. Die zwei davor, Friedrichshafen und Düren, haben wir positiv hingekriegt. Wir werden jetzt unheimlich gefordert in Spielen, die eine Konsequenz haben - und das ist gut. Nun kommt gleich der nächste gute Gegner." Und auch die Lust ist schnell zurück. "Da werden alle heiß drauf sein", ist Hübner überzeugt.
(hre/gm)


