Drei Tage nach dem Sieg in der Champions League gegen ?ód? haben die DSCVOLLEYs den Ost-Klassiker bei Titelverteidiger SSC Palmberg Schwerin mit 1:3 (25:16, 22:25, 20:25, 19:25) verloren. Nach einem starken ersten Satz konnten die Schützlinge von Alexander Waibl das Niveau nicht durchgängig halten und mussten sich vor 2206 Zuschauern den Mecklenburgerinnen geschlagen geben. Bereits am kommenden Mittwoch steht daheim das letzte Champions-League-Spiel gegen Ankara auf dem Plan.
Keine Punkte im Ostderby (Foto: Daniel Hinsdorf)
"Es ist schade, dass wir unser Leistungsvermögen nicht ausgeschöpft haben. Es zeigt sich, dass wir auswärts mehr Probleme mit der Präzision in unseren Handlungen haben. Vor allem haben wir aus guter Annahme heute zu wenig gescort, haben keine Lösungen im Angriff gefunden", schätzte Alexander Waibl ein.
Mit der goldenen MVP-Medaille wurde SSC-Zuspielerin Hannah Kohn ausgezeichnet, Silber erhielt DSC-Diagonalangreiferin Marta Levinska, die mit 22 Punkten auch erfolgreichste Scorerin war. Jette Kuipers brachte es auf elf und Lorena Lorber Fijok auf zehn Punkte.
Alexander Waibl startete mit der gleichen Formation wie am Mittwoch gegen ?ód?.
Die Gastgeberinnen verbuchten zwar die ersten beiden Punkte im Spiel, doch ein Angriff von Lorena Lorber Fijok und ein druckvoller Aufschlag von Emma Grome sorgten schnell für den Ausgleich. In der Folgezeit bestimmten die Gäste aus Elbflorenz mit druckvollen Aufschlägen und einer ganz starken Blockabwehr das Geschehen auf dem Feld. Als sich die DSC-Damen mit 9:4 absetzen konnten, bat SSC-Trainer Felix Koslowski sein Team erstmals zum Gespräch. Doch die Dresdnerinnen blieben weiter am Drücker. Mit einem starken Block gelang Fijok der Punkt zur 14:8-Führung, zwang damit Felix Koslowski zur nächsten Auszeit. Kurz darauf konnte SSC-Diagonalangreiferin Mia Kirchhoff die DSC-Annahme mit ihren Aufgaben unter Druck setzen und die Gastgeberinnen auf drei Punkte (12:15) heranbringen. Nun hatte auch Alexander Waibl Gesprächsbedarf. Zwei Punkte später hatten die Schiedsrichter einen Ball von Marta Levinska im Aus gesehen, doch Alexander Waibl forderte die Videochallenge - und lag richtig. So führte der DSC nun mit 16:13. Nachdem Felix Koslowski im Angriff Leana Grozer eingewechselt hatte, schlug Marta Levinska auf die Nationalspielerin auf und hatte Erfolg, baute damit den Vorsprung auf 20:15 aus. In der Crunchtime ließen sich die Mädels um Patricia Nestler den Satzgewinn nicht mehr nehmen - mit einem Block setzte Lorena Lorber Fijok den Schlusspunkt.
Im zweiten Abschnitt wandelte sich von Beginn an das Bild. Die Schwerinerinnen zogen gleich mit guten Aufschlägen von Hannah Kohn mit drei Punkten in Front. Alexander Waibl nahm sehr früh die erste Auszeit. Nun kämpfte sich sein Team Punkt für Punkt heran - Marta Levinska sorgte mit zwei Angriffen in Folge für den 5:5-Ausgleich. Während sich beim DSC mehr leichte Fehler einschlichen, kam der Titelverteidiger besser ins Spiel. Als der Schweriner Block den Angriff von Fijok stoppte, bat Alexander Waibl beim 8:13 seine Damen zur zweiten Auszeit und er brachte per Doppelwechsel Larissa Winter und Rosa Entius aufs Feld. Danach kämpfte sich sein Team auf drei Punkte heran, zwang damit auch Koslowski, eine Auszeit zu nehmen. Das Geschehen wogte hin und her. Die DSC-Mädels ließen sich nicht abschütteln, kamen nach schönem Angriff von Lorena Lorber Fijok auf 17:19 heran. Aber die Gastgeberinnen fanden immer wieder eine Antwort, vor allem durch Mia Kirchhoff, die auch den ersten Satzball herausholte. Die Elbestädterinnen versuchten, den drohenden Satzverlust noch abzuwenden, wehrten drei gegnerische Satzbälle ab, doch Helena Kok setzte dann für ihr Team den Schlusspunkt.
Im dritten Durchgang blieb die mittlerweile eingewechselte Florentine Rosemann (für Amanda Siksna) auf dem Feld. Beide Mannschaften lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch mit vielen längeren und sehenswerten Ballwechseln auf hohem Niveau. Als Emma Grome ein wenig den Faden verloren hatte, kam beim 4:7 Larissa Winter ins Spiel. Über die Stationen 9:9 und 13:13 blieb es ein absolut ausgeglichener Kampf. Nach dem 17:17 aber sorgte Schwerin durch Aufschläge von Britte Stuut und gute Blockarbeit mit einem 3:0-Lauf für einen 20:17-Vorteil. Alexander Waibl brachte Emma Grome zurück aufs Feld. Allerdings leisteten sich seine Schützlinge in der Crunchtime einige leichte Fehler und so holte sich Schwerin auch diesen Satz.
Den Schwung nahmen die Gastgeberinnen mit - eine erneute Aufschlagserie von Stuut brachte den SSC mit 5:1 in die Vorhand. Alexander Waibl bat seine Mädels erneut sehr früh zur ersten Auszeit. Bei den Gastgeberinnen lief jedoch das Spiel weiter wie am Schnürchen, während sich bei den DSCVOLLEYs ein wenig Müdigkeit zeigte, sie vor allem im Außen- und Schnellangriff nicht wie gewohnt scoren konnten. Dennoch warfen die Waibl-Schützlinge alles rein, besonders Marta Levinska punktete immer wieder und führte nach einem 7:12-Rückstand ihr Team auf 12:14 heran. Doch der Titelverteidiger gab sich in der Schlussphase keine Blöße mehr. Nach 99 Minuten stoppte der SSC-Block den Angriff von Marta Levinska und verwandelte damit den ersten Matchball zum Sieg.


