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Bundesligen: Stuttgart hält dem Druck stand

25.04.2024 • Bundesligen Autor: Robert Raff, MTV Stuttgart 1843 e.V. 141 Ansichten

Wow! Welch ein Abend. Das im Vorhinein befürchtete Nervenspiel in der vierten Partie ist ausgeblieben, mit einer konzentrierten und starken Leistung vor einer euphorischen SCHARRena bezwangen Stuttgarts Volleyballerinnen im letzten Heimspiel der Saison den SSC Palmberg Schwerin dieses Mal klar mit 3:0 und erzwangen somit das entscheidende Spiel um die deutsche Meisterschaft am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern.

Stuttgart hält dem Druck stand - Foto:  Bildermacher-Sport Jens Körner

Jubel und Erleichterung bei Allianz MTV und Konstantin Bitter über den Sieg in Spiel 4. (Foto: Bildermacher-Sport Jens Körner)

Krystal Rivers wurde am Ende mit 22 Punkten Topscorerin der Partie, die US-Amerikanerin wurde dementsprechend auch als MVP ausgezeichnet.  

Die Ausgangslage vor diesem vierten Finalspiel war klar. Allianz MTV Stuttgart musste vor heimischer Kulisse gegen Schwerin gewinnen, ansonsten wäre es eine Gelb-Blaue Meisterfeier in der SCHARRena geworden. Die Vorbereitungen dafür waren pflichtgemäß schon getroffen, Konfettikanone und Meisterschale lagen bereit. Doch Stuttgart wollte natürlich dafür sorgen, dass die Utensilien für die Party nochmal die Reise nach Schwerin antreten müssen. Cheftrainer Konstantin Bitter schickte die aus der Serie gewohnte Startaufstellung ins Rennen, Außenangreiferin Jolien Knollema zeichnete sich für den ersten Stuttgarter Punkt zum 1:1 verantwortlich. Es war in den ersten Ballwechseln aber durchaus zu merken, dass da eine Schweriner Mannschaft mit viel Selbstvertrauen auf dem Feld stand, in der frühen Anfangsphase wirkte Allianz MTV auch noch etwas gehemmt. Der erste Satz zeigte aber auch, wie eng es zwischen diesen beiden Teams in der Serie und eigentlich auch der ganzen Saison zugeht und -ging. Immer wieder musste Stuttgart vor allem in Person von Kapitänin Maria Segura ausgleichen, beim 13:12 gelang Monique Strubbe mit einem Service-Winner dann die erste Stuttgarter Führung. Die hielt jedoch nicht lange, beim 15:17 aus Sicht der Gastgeberinnen (Nova Marring drehte einmal mehr für Schwerin auf, dazu lief das schnelle Spiel um die angeschlagene Zuspielerin Pia Kästner blendend) rief Konstantin Bitter zur Auszeit. Und Stuttgart besann sich des eigenen Kämpferherzens, erst blockte Britt Bongaerts überragend zum 17:18 und im Nachgang war Jolien Knollema irgendwie noch in der Abwehr zur Stelle, Krystal Rivers veredelte diese Aktion mit dem Hammer auf die Linie - 21:21, die SCHARRena stand Kopf und Schwerin musste die Auszeit ziehen. Trotzdem hatte Stuttgart dann Satzball gegen sich, den wehrte Maria Segura aber zum 24:24 ab. Und dann hatte die jüngste in den Reihen der Gastgeberinnen die Faxen dicke. Jolien Knollema blockte erst zum 25:24 und schickte Schwerin in die Auszeit, nur um anschließend die gleiche Aktion nochmal zu bringen. Wieder ein erfolgreicher Block der Niederländerin bedeutete die 1:0-Satzführung für Allianz MTV Stuttgart. Das Nervenkostüm, es hatte bei einigen in der SCHARRena in diesem ersten Satz schon bedenklich geflattert - auf der Tribüne wohlgemerkt. Unten auf dem Parkett glaubte das Team immer an die eigene Chance und hatte sich schlussendlich belohnt.

 

Aber - die Nehmerqualitäten von Schwerin sind ja hinlänglich bekannt, dementsprechend sollte die Konzentration weiter hochgehalten werden. Britt Bongaerts eröffnete mit einer Zuspielfinte den zweiten Durchgang, dann zimmerte Jolien Knollema den Ball zum 2:2 ins gegnerische Feld. Weil die Niederländerin danach gut aufschlug, konnte Krystal Rivers die zu lange Annahme Schwerins zum 5:3 verwerten und die SCHARRena direkt wieder auf Betriebstemperatur kommen lassen. Schwerin kämpfte sich zwar zurück, doch dann kam Maria Segura zum Aufschlag. Die Spanierin setzte das Ass zum 11:8 ins gegnerische Feld, zwang Schwerin zur Auszeit und schlug in der Folge so gut auf, dass erst Jolien Knollema und dann zweimal Eline Timmerman Kapital schlagen konnten. Letztere legte den Ball clever zum 14:8 ins Schweriner Feld und erzwang die nächste Pause der Gäste. Mit dem Vorsprung im Rücken ließen die Bitter-Schützlinge nichts mehr anbrennen. Monique Strubbe und Krystal Rivers legten Asse nach, dann blockte Maria Segura zum 24:14. Schwerin bäumte sich durch eine Wolowicz-Serie nochmal kurz auf, letztlich organisierte Krystal Rivers per Pipe aber das 2:0.

Der Beginn des dritten Satzes mutierte dann zur Britt-Bongaerts-Show. Zum ersten Stuttgarter Punkt nach ganz langem Ballwechsel lieferte sie natürlich das Zuspiel auf Krystal Rivers, dann nahm die Niederländerin das Heft quasi selbst in die Hand. Erst blockte die Zuspielerin zum 2:1, dann stellte sie per Zuspielfinte auf 3:2. Weil Bongaerts mit ihrer starken Abwehr Krystal Rivers das 4:2 ermöglichte und dann höchstselbst per Ass auf 5:2 stellte, zog Schwerin schnell die Auszeit. Brachte aber nichts, Monique Strubbe und Krystal Rivers erhöhten vorerst auf 8:2. Der Start in den dritten Durchgang gelang dieses Mal also besser, den Gästen unterliefen jetzt auch ein paar Fehler. Stuttgart war nach einem Knollema-Tip zum 15:9 dann weiterhin mit sechs Zählern in Führung, Schwerin kämpfte sich nochmal heran, doch die spätere MVP übernahm das Zepter. Krystal Rivers gelangen drei Punkte in Serie, dann erhöhte Maria Segura in ihrem letzten Heimspiel im Stuttgarter Trikot auf 23:17. Die Messe war gelesen, Krystal Rivers verwandelte mit einem Hinterfeldangriff den Matchball.

"Der Glaube war immer da", meinte Konstantin Bitter nach der Partie, lobte seine Schützlinge aber auch explizit: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie heute das Momentum nicht mehr weggegeben hat." Auch Roosa Koskelo sah den Fokus als Schlüssel: "Wir haben einen klaren Kopf behalten und waren sehr stabil", meinte die Finnin, die gemeinsam mit Eline Timmerman dann noch die einmal mehr außergewöhnliche Stimmung in der SCHARRena ansprach. Es sei einfach großartig in der Halle zu spielen, meinten Mittelblockerin und Libera unisono. Es war allerdings das letzte Heimspiel in der SCHARRena in dieser Saison, ein Spiel steht aber natürlich noch aus. Am Sonntag dann, das entscheidende Duell um die deutsche Meisterschaft, Schwerin ist der Schauplatz.  

 

 

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