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Nervenaufreibender Tiebreak-Sieg

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Bundesligen: Nervenaufreibender Tiebreak-Sieg

25.02.2024 • Bundesligen Autor: Christof Bernier 231 Ansichten

Lüneburg gegen Berlin, Berlin gegen Lüneburg - dieses Duell steht in dieser Saison wie kein anderes für beste Unterhaltung in Volleyball-Deutschland. Zum dritten Mal ging es am Samstagabend über die volle Distanz von fünf Sätzen, zum dritten Mal entschieden die BR Volleys den Tiebreak für sich. Der 3:2-Heimerfolg (25:16, 25:20, 20:25, 21:25, 15:9) vor 5.158 Zuschauern sichert den Hauptstädtern mindestens den zweiten Tabellenplatz für die Playoffs. Am letzten Spieltag kommt es zum Fernduell mit dem Verfolger aus Giesen.

Nervenaufreibender Tiebreak-Sieg - Foto: Andreas Gora

Foto: Andreas Gora

Beide Mannschaften hatten den Rucksack einer 0:3-Niederlage im Europokal in diesen Volleyball-Abend mitgebracht und es waren die Männer in Orange, die diesen schneller ablegen konnten. Hannes Tille schaffte es früh, ein variables Spiel aufzuziehen und seine Angreifer dankten es dem Nationalspieler (4:1). Als die Lüneburger ihre bekannte Stärke in der Abwehr ein erstes Mal entfachen konnten, waren sie dem Ausgleich nahe (8:7). Mit zwei starken Aufschlägen gab Ruben Schott seiner Mannschaft aber wieder die nötige Sicherheit (12:8). Nach erfolgreicher Challenge von Stefan Hübner ließ es dann Timo Tammemaa einmal im Angriff und einmal im Block krachen (19:14). So blieb Tille am Aufschlag und Marek Sotola tat es dem Esten nicht minder überzeugend gleich (21:14). Schließlich setzte Kapitän Schott dem starken Berliner Auftaktsatz per Hinterfeld-Angriff spektakulär den würdigen Schlusspunkt (25:16).

Durchgang zwei folgte zunächst demselben Muster. Wieder führte der Deutsche Meister 4:1, doch diesmal nutzte die von vielen mitgereisten Fans unterstützten Gäste in Person von Erik Röhrs die Gelegenheit zum Ausgleich (9:9). Lüneburgs verlässlichster Scorer verbuchte auch das Ass zum 12:13. Aber immer, wenn Schott an die Linie trat, bekam die SVG Probleme. Zur Crunchtime war der Satz wieder gedreht (20:18), auch weil die Berliner bis dato beide Diagonalspieler der Niedersachsen im Griff hatten. Ein Dreierblock gegen Böhme bedeutete fünf Satzbälle und mit der Faust knallte Nehemiah Mote das einhändige Tille-Zuspiel zum 2:0 auf den Hallenboden (25:20).

Doch das Match kippte anschließend. Der Rückstand wuchs im dritten Spielabschnitt zügig (3:8) und Lüneburg war nun deutlich stabiler (6:14). Nach Knigge-Ass stand es 11:18. Joel Banks rümpfte die Nase, denn der Aufschlagdruck seines BR Volleys Teams war weg. Einzig Timothée Carle konnte noch zwei Asse einstreuen (18:20), dann waren die Gäste aber wieder am Zug (19:24) und Ketrzynski verkürzte nach Sätzen (20:25). Banks hatte Tobias Krick bereits ins Spiel gebracht, aber Lüneburg blieb obenauf (2:6). Erst Punkte von Carle und Sotola sorgten für neue Energie, sodass im Anschluss auch der längste Ballwechsel des Tages an das Heimteam ging (6:7). Carle besorgte per Ass den Ausgleich und Krick im Block sogar die Führung (9:8). Spätestens jetzt war es ein mitreißendes Volleyballspiel. Cody Kessel ersetzte Schott nach zwei Fehlern des Spielführers (9:12), während Röhrs stark servierte. Der vierte Satz blieb extrem umkämpft und Krick "erblockte" wieder den Ausgleich (18:18). Nachdem Kessel die Annahme nicht standhalten konnte, kehrte Schott wieder zurück (19:22), aber Lüneburg packte die Chance zum nächsten Satzgewinn beim Schopfe (21:25).

Erneut musste der Tiebreak zwischen den beiden Mannschaften auf Augenhöhe die Entscheidung bringen. Daniel Malescha ersetzte in diesem früh Sotola und Berlin verkraftete einen 1:4-Rückstand. Dann schlug Tammemaa brillant auf und sorgte für die letztlich spielentscheidende Wende (7:4). Beim Seitenwechsel kochten die Emotionen hoch und Gästecoach Stefan Hübner kassierte die Rote Karte (9:6). Als Krick den nächsten Block für Berlin setzte, war eine kleine Vorentscheidung gefallen (11:7), den Schlusspunkt hielt Malescha - ebenfalls per Block - parat (15:9). Bester Berliner an diesem Abend war MVP Tim Carle, der mit 21 Punkten und in allen Elementen überzeugte.

Durch den Sieg bleiben die BR Volleys national zuhause ungeschlagen, benötigen in Düren aber einen weiteren Sieg, um sich aus eigener Kraft auf Platz eins zu halten. Lüneburg kann nur auf einen Ausrutscher von Friedrichshafen in Dachau hoffen, um sich von Rang vier noch zu verbessern. Nach derzeitigem Tabellenstand könnte diese nervenaufreibende Begegnung in einem möglichen Halbfinale also wieder auf Volleyball-Deutschland warten.

Stimmen zum Spiel
Johannes Tille: "Wir sind super in das Spiel gestartet und hatten den Lüneburger Aufschlag mit guter Annahme im Griff. Ab dem dritten wurden wir unkonzentriert und ich wurde im Zuspiel ungenau. Sie haben dann Vollgas im Aufschlag gegeben und uns oft getroffen. Die Müdigkeit war bei uns spürbar. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass wir einen Spieler brauchen, der uns mit einer Serie zurück auf die Siegerstraße bringt. Das war heute zum Glück Timo. Für die Zuschauer war es sicher ein spektakuläres Match mit viel Kampf und langen Rallyes. Ich glaube, wir werden diesen Gegner noch einmal sehen."

Timothée Carle: "Wir wissen um die Klasse der Lüneburger. Sie liefern immer einen großen Kampf und haben heute über weite Strecken wieder super stark Block-Abwehr gespielt. Wir konnten uns dennoch für den großen Aufwand belohnen. Es hat wieder großen Spaß vor unserem Publikum gemacht. Wir wollen jetzt den ersten Platz endgültig sichern, dazu müssen wir noch in Düren bestehen."

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Saso Stalekar, Tobias Krick, Cody Kessel, Daniel Malescha

Bestwerte
Carle 21 Punkte, 3 Asse | Sotola 15 Punkte | Krick 8 Punkte, 4 Blocks

Nächstes Heimspiel
Playoff-Auftakt | 17. Mrz | 16.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

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