volleyballer.de - Das Volleyball Portal

Startseite
Hexenkessel Sachsenderby

volleyballer.de

2. Bundesligen: Hexenkessel Sachsenderby

07.03.2023 • 2. Bundesligen Autor: Gunnar Klehm, Volleyball Club Dresden e.V. 574 Ansichten

Dresden und Delitzsch sind eigentlich zwei Vereine, die sich gut leiden können.

Hexenkessel Sachsenderby - Foto:  VC Dresden

Die Dresdner hatten im Sachsenderby das Bessere Ende für sich. (Foto: VC Dresden)

Doch im Sachsenderby am Sonnabend in Delitzsch war zwischen Anpfiff und Abpfiff davon nchts mehr zu spüren. Beide Fanlager hatten immens lautstarke Truppen dabei, die die alte Becker-Schachtel in einen Hexenkessel verwandelten. In einem hochspannenden Duell setzte sich am Ende das Team Dentalservice Gust VC Dresden mit 3:1 (17:25, 25:17, 25:21, 25:23) durch. Das war ein immens wichtiger Schritt auf dem Weg zum erneuten Klassenerhalt.

Die Dresdner begannen sehr nervös und lagen schnell zurück. Delitzsch, aktuell Tabellenneunter, zeigte kaum eine Blöße und ließ im ersten Satz gerade mal drei Breakpunkte der Dresdner zu. Die zeigten aber einmal mehr emotionale Stärke. Trotz 5:10-Rückstand auch im zweiten Satz und einem drohenden Punktverlust gab sich das Team nie auf und schnappte eiskalt zu, als sich die Gelegenheit bot. Das ist die neue Qualität der Mannschaft, die auch schon Freiburg und Kriftel in dieser Saison zu spüren bekamen.

Beim Stand von 13:15 im zweiten Satz zahlte sich diese Kampfkraft wieder einmal aus. Eine sensationelle 10:0-Serie der Dresdner, die es auf Bundesliga-Niveau nur äußerst selten zu erleben gibt, sorgte dann dafür, dass das Spiel gekippt ist. Lukas Klapper war in dem Moment der Mann ohne Nerven an der Aufschlaglinie. Der zweite Satz war den Dresdnern danach nicht mehr zu nehmen. Zwar führten die Delitzscher zwischenzeitlich auch in den beiden folgenden Sätzen insbesondere Dank ihrer exzellenten Blockarbeit. Doch die Dresdner ließen sich nicht mehr abschütteln und nutzten ihrerseits die Fehler der Delitzscher.

Die Annahme stand stabil und hat sich auf die harten Aufschläge der Delitzscher eingestellt. Die Zuspiele fanden ihr Ziel. Libero Martin Merkel kratzte mit hervorragenden Reflexen in der Abwehr die Bälle raus. Endlich gelangen nicht nur den Mittelblockern Christian Heymann und Florian Rietz Blockpunkte sondern im letzten Satz zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt sogar Zuspieler Marc-Leon Vogt. Die Angreifer Paul Schneider und Till Sittner suchten immer nach der besten Lösung und fanden sie meist auch. Letzterer agierte wie ein Stehaufmännchen. Gerade noch am Boden liegend wurde er gleich wieder eingesetzt. Mit dem zweiten Matchball waren nach 106 Spielminuten schließlich die drei Punkte gesichert. "Das war am Ende in allen Mannschaftsteilen eine klare Leistungssteigerung, auf der wir aufbauen können", erklärt Trainer Stefan Benderoth.

Die Emotionen auf den vollbesetzten Rängen übertrugen sich aber nur auf die Spieler. Das Schiedsrichtergespann Marko Schulz und Robert Eichelbaum agierte sehr souverän, trotz schwieriger Entscheidungen in der Schlussphase.

Eine Nacht über dem Strich

Mit dem Sieg rücken die Dresdner bis auf  zwei Punkte in der Tabelle  an Delitzsch heran, die allerdings schon zwei Spiele mehr absolviert haben. Für eine Nacht konnten die Dresdner sogar die Abstiegsränge verlassen und schoben sich vor Hammelburg auf Platz 10. Nach deren Pflichtsieg am Sonntag gegen Friedrichshafen zogen sie zwar wieder vorbei, doch es schiebt sich alles noch dichter zusammen. Ab jetzt dürften Dresdner wie Delitzscher die Daumen drücken, dass es dieses Derby auch im nächsten Jahr wieder gibt. Die Stimmung war vielleicht noch nicht episch, wird aber beiden Teams bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben.

"Mit der Einstellung und dem kämpferischen Einsatz kann ich zufrieden sein", sagt Trainer Stefan Benderoth. Am Montag vor dem Spiel gab es noch mal eine einstündige Aussprache im Team, wo kein Blatt vor den Mund genommen wurde. Das war offenbar so etwas wie ein reinigendes Gewitter. "Das Training lief diese Woche schon viel besser und die Mannschaft hat sich mit dem Sieg dafür belohnt", so der Trainer.

Jetzt folgt am Kommenden Sonnabend, 11. März, 19 Uhr, das nächste wichtige Spiel auswärts in Hammelburg. Das nächste Heimspiel trägt der VCD am Sonntag, dem 19. März, 16 Uhr, gegen den Tabellenachten TuS Kriftel im Volleydome Bürgerwiese aus. Wer diese grandiose Stimmung in der Volleyballbundesliga der Männer live erleben möchte, sollte sich schon jetzt  hier online Tickets sichern. (gk)

Weitere Meldungen aus der Kategorie "2. Bundesligen"

zurück
volleyballer.de auf Facebook RSS Feed Twitter


Werben | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Partner