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Bundesligen: Erfurt kann jetzt auch Tiebreak

19.02.2023 • Bundesligen Autor: StS, SWE Volley-Team e.V. 704 Ansichten

Erfurt und Tiebreak, das passte bisher nicht. Im siebten Anlauf in dieser Saison durchbrachen die Schwarz-Weiß-Damen ausgerechnet in Aachen den Bann und gewannen nach einer starken Leistung mit 3:2 (-14, 20, 21, -21, 8).

Erfurt kann jetzt auch Tiebreak - Foto:  Andreas Steindl

Schwarz-Weiß Erfurt beendet Tiebreak-Fluch in Aachen (Foto: Andreas Steindl)

"Über sieben Brücken musst du gehen", heißt ein Hit aus den 70ern. Sieben Anläufe in der laufenden Bundesligasaison plus einen im Pokal musste auch Schwarz-Weiß Erfurt nehmen, um am Ende eines 5-Satz-Matches als Sieger vom Feld zu gehen. "Sieben Mal wirst du die Asche sein" und "Manchmal hasst man das, was man doch liebt", sind weitere von Karat und Peter Maffay besungene Textzeilen, die auf die bisherigen Tiebreak-Kapitel der SWE-Damen zutrafen. Am Samstagabend, kurz nach 21 Uhr, im etwas diffusen Licht der Aachener Halle, waren die Erfurterinnen dann aber der helle Schein und durften ausgiebig jubeln.

Nach all dem hatte es zunächst aber nicht ausgesehen. Die Thüringerinnen, nur mit Corina Glaab als Zuspielerin angereist, kamen wegen einer schwachen Annahme gar nicht in Tritt und verloren den ersten Satz deutlich 14:25. Doch auf der anderen Spielfeldhälfte kamen die Schwarz-Weißen wie ausgewechselt aufs Feld. Mit drei Assen in Folge brachte Demi Korevaar ihr Team mit 9:5 in Führung, der noch auf 11:6 ausgebaut wurde. Zwei Fehler in der Annahme ließen die LiB zwar auf einen Punkt herankommen (15:14), jedoch bewies das Bitter-Team gewachsene Nervenstärke und steigerte sich in der Defensive. Als Demi Korevaar mit einer weiteren Aufschlagserie auf 18:14 stellte und wenig später Jaidyn Blanchfield zum 25:20 vollendete, war der Satzausgleich hergestellt.

Erfurt war jetzt "on fire" und übte selbstbewusst unheimlichen Druck auf die Gastgeberinnen aus. Bei 14:6 hatte Stefan Falter bereits seine zweite Auszeit genommen, um den Erfurter Lauf zu brechen. Zu mehr als etwas Ergebniskosmetik reichte es für die Ladies aber nicht mehr. Die überragend spielende Vera Mulder (58 % Angriffsquote) versenkte zum 25:21.

Ein Wechselbad der Gefühle sollte der vierte Durchgang werden. Die von über 1000 in Karnevalsstimmung gekommenen Zuschauern angetriebenen Aachenerinnen wollten den Heimsieg nicht einfach aus der Hand geben. Einen 3:6-Rückstand wandelten sie in eine 8:7-Führung und bauten diese auf 19:12 aus. Der dritte Tiebreak des Spieljahres zwischen beiden Kontrahenten bahnte sich an. Lust darauf schienen die Gäste verständlicherweise nicht zu haben. Erneut waren es Demi Korevaar am Aufschlag und die eingewechselte Hanna Hellvig mit drei von vier erfolgreichen Angriffshieben, die entscheidenden Anteil an einem Erfurter Hoch hatten, was mit einem 7:0-Lauf zum 19:19-Ausgleich führte. Das Momentum konnten die Gäste jedoch nicht nutzen, um als 3:1-Sieger die Partie einzufahren. Denn Aachen hatte eine Jana Franziska Poll, die Verantwortung übernahm und den Satz fast im Alleingang und mit finalem Ass klar machte.

Da war er also wieder, der Entscheidungssatz. Wer bei den Wettanbietern auf einen Erfolg der SWE-Damen gesetzt hätte, wäre sicher um einiges reicher geworden. Mit einer schnellen 5:1-Führung überraschte Erfurt die Gastgeberinnen, was in dieser Saison aber noch längst kein Grund für verfrühte Freude auf Thüringer Seite ist. Zwei Annahmefehler von Romy Brokking und Antonia Stautz ließen Aachen bedrohlich auf 5:6 in Schlagdistanz kommen. Die 8:6-Führung zum letzten Seitenwechsel war auch noch kein Ruhekissen, bis zum 9:8 blieb es spannend. Dann ging "Corri" Glaab zum Aufschlag und sollte diese Position auch nicht mehr räumen. Während bei den Ladies in Black nichts mehr ging, klappte auf der anderen Seite alles. Bezeichnend flog Aachens letzter Angriff weit ins Aus, Erfurt hatte mit 15:8 erstmals einen Entscheidungssatz gewonnen, was für entsprechend großen Jubel bei Mannschaft, Staff und natürlich vor den heimischen Bildschirmen sorgte.

"Wir haben den Sieg etwas mehr gewollt und im Tiebreak wahnsinnig darum gekämpft", analysierte Konstantin Bitter im Nachgang. Besonders stolz war er auf die Block-/Feldverteidung seines Teams. Auch die Angriffsquoten konnten sich mehr als sehen lassen, im Fall von Vera Mulder wurde das mit der goldenen MVP-Medaille honoriert. 

Schwarz-Weiß Erfurt stellte mit dem Auswärtssieg seine gewachsene Stärke unter Beweis und ist jetzt heiß auf das Thüringenderby am kommenden Samstag in der Riethsporthalle. Da der VfB Suhl ebenso mit 3:1 gegen Münster erfolgreich war, wartet ein spannendes Duell auf die Zuschauer im Freistaat. Das Hinspiel war eines der Tiebreak-Spiele, für die Schwarz-Weiß Erfurt damals noch nicht reif genug zum Siegen war.  

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