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Bundesligen: "Der Schritt ist so wichtig für uns"

19.10.2022 • Bundesligen Autor: Dörfler, Josephine 257 Ansichten

"Wenn sich große Dinge verändern, geht immer ein bisschen was verloren", sagt Stefan Hübner und stützt das Kinn auf die Hände.

Dann lächelt der Trainer der SVG Lüneburg breit und ergänzt: "Das ist okay so, das ist gut so, so soll es sein." Der 47-Jährige steckt mit seinem Team mitten im Saisonstart. Es ist ein anderer als in den Jahren seit 2014, als Hübner den damaligen Aufsteiger SVG Lüneburg übernahm. Erstmals steht ihm in dieser so wichtigen Phase eine neue Halle zur Verfügung: Die LKH Arena an der Lüner Rennbahn - die neue Heimstätte der LüneHünen.

Ja nun, so neu ist sie gar nicht, werden findige Lüneburg-Expert:innen nun einwenden. Und in der Tat haben die Lüneburger bereits in der letzten Saison viele nationale und internationale Heimspiele in der LKH Arena bestritten. Und doch ist der Umbruch, der Umzug, der Neubeginn erst jetzt vollzogen. Eine Baustelle war sie, die Arena, als die SVG bereits dort auf dem Feld stand. Die Toiletten fehlten, die Abluftanlage lief nicht, hinzu kamen das coronabedingte Maskentragen und die Einschränkung der Zuschauerzahlen. Nun ist auch die letzte Bauphase beendet, die Arena eröffnet und Fans und Verein hoffen auf eine reguläre Saison ohne Beschränkungen.

Mit Vorfreude in die Zukunft

Hohe Decken, Platz neben dem Spielfeld, moderne Technik. Nichts erinnert hier an die Gellersen-Halle im Lüneburger Vorort Reppenstedt, die im letzten Jahrzehnt ein fester Bestandteil der Identität der SVG war. Doch wer vorankommen will, muss neue Wege beschreiten können.  Der ehemalige Volleyball-Nationalspieler Hübner blickt mit Vorfreude in die Zukunft: "Natürlich ist das ein großer Schritt, dass wir jetzt unter den neuen Bedingungen trainieren können. Viele andere Teams beschwerten sich darüber, einmal in der Saison mit der niedrigen Decke spielen zu müssen - wir hatten diese Bedingungen immer. Das war nicht einfach. Wir können in der LKH Arena jetzt ein, zwei Mal die Woche trainieren, dort unsere Heimspiele machen. Der Schritt ist so wichtig für uns."

"Entscheidend ist, dass wir unsere Grundidentität weiter beibehalten."

Und doch schwingt in seinen Worten ein wenig Wehmut mit, wenn er auf den "Schuhkarton" zu sprechen kommt: "Der Turnhallenmief aus Schweiß und Hitze war toll, die Stimmung etwas ganz besonders. Aber nun gibt es eben andere tolle Sachen. Entscheidend ist doch, dass wir unsere Grundidentität weiter beibehalten." Der Coach ist sich sicher, dass es gelingen wird, die besondere Stimmung der "Gellersenhölle" ins neue Domizil zu übertragen: "Wir wollten, dass die Halle so gestaltet wird, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer weiter nah dran sind. Und ich glaube, dass das gelungen ist. Man hat von oben fast das Gefühl, dass man auf dem Feld sitzt." Das erste internationale Spiel im CEV Volleyball Cup im letzten Jahr war ein gelungener Einstand. Knapp 1.000 Leute - mehr war unter den Bedingungen nicht erlaubt - kamen. "Da hat man schon gemerkt, dass man schnell Stimmung in die Halle bekommt."

Der Umzug in die neue Halle ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg hin zur Professionalisierung, sowohl auf strategischer als auch spielerischer Ebene. Hübner legt Wert darauf, dass die Spieler das Gesamtpaket SVG als eine positive Erfahrung wahrnehmen: "Wenn die Spieler für uns Werbung machen, weil es alles ganz gut war in Lüneburg - technisch, taktisch und menschlich - dann hilft uns das. Die Sportler brauchen gute Rahmenbedingungen, damit sie sich entwickeln können. Da ist die Halle ein Schritt nach vorne."

Auch international soll es in Zukunft voran gehen. In dieser Saison geht Lüneburg erneut im CEV Volleyball Cup an den Start - gehobene Ziele hat der Verein jedoch nicht. "Wir gehen in jedes Spiel mit dem Ziel zu gewinnen. Und wenn wir gut gespielt haben und dann trotzdem verlieren, dann muss man das anerkennen. Insofern schauen wir einfach, wie weit es gehen kann", sagt Hübner gewohnt zurückhaltend. Doch der Start in die internationale Saison ist gelungen: Mit einem 3:0-Auswärtserfolg gegen OK Budva hat die SVG Lüneburg einen ersten Schritt gemacht, um im internationalen Geschäft weiter dabei zu bleiben. Am heutigen 19. Oktober, 19:00 Uhr, steigt das Rückspiel gegen Montenegros Meister und Pokalsieger in der LKH Arena. 

"Der Entwicklungsprozess im Laufe der Saison ist mir wichtig." Aus diesem Grund gibt Hübner auch kein konkretes Ziel für die Bundesliga-Saison aus. "Man hat Leuchtturmziele, die Orientierung geben. Aber die Meilensteine auf dem Weg, die arbeitet man ab."


Die Halle wurde so gestaltet, dass die Fans weiter nah dran sind. Von oben entsteht fast das Gefühl, auf dem Feld zu sitzen.
(Foto: Willi W.)

Die Entwicklung soll weitergehen

Lüneburg ist bereit für die kürzlich angelaufene Saison und für weitere Aufgaben. Der Hallenwechsel soll nicht der letzte Entwicklungsschritt der SVG bleiben: "Wir haben noch so viele Punkte, an denen wir arbeiten können. Budget anheben, Trainerteam ausbauen, Managementbereich weiter professionalisieren. Wir leben davon, dass bei vielen Leuten dieser Verein eine Herzensangelegenheit ist. Allein für diese Leute lohnt es sich, Perspektiven zu schaffen", so Hübner.

Das erste Heimspiel hat die SVG Lüneburg in dieser Spielzeit bereits absolviert. Über 1.000 Fans wollten sich den Auftakt gegen den VCO Berlin nicht entgehen lassen. Das 3:0 gegen den Nachwuchsverein war aber nur der Vorbote auf den ersten richtigen Knaller in der LKH Arena. Am 26. Oktober kommen die amtierenden Meister der BERLIN RECYCLING Volleys nach Lüneburg - und spätestens dann rappelts richtig im Karton.

Der SVG-Hallencheck:



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