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Bundesligen: Spanische Spielfreude

29.06.2022 • Bundesligen Autor: Christof Bernier 294 Ansichten

Die noch offene Position des Zuspielers bei den BR Volleys wird mit einem erfahrenen Mann aus der polnischen PlusLiga besetzt: Angel Trinidad de Haro heißt der neue Regisseur beim Deutschen Meister, der zukünftig gemeinsam mit Johannes Tille ein Duo bilden wird. Der 29-jährige Kapitän der spanischen Nationalmannschaft ist ein etablierter Akteur im europäischen Volleyball und unterschreibt für zwei Jahre beim Hauptstadtclub.

Vertraut mit der Volleyball Bundesliga, erprobt in der CEV Champions League und erfolgreich im Kampf um Titel: Der neue Zuspieler der BR Volleys bringt alle Attribute mit, um auch in Berlin eine tragende Rolle einzunehmen. Angel Trinidad de Haro war zuletzt für Projekt Warschau am Netz, wo er neben der polnischen Bronzemedaille 2021 auch zwei Jahre lang Erfahrung in der Königsklasse sammelte. Zuvor übernahm der Spanier im Trikot von Roeselare (BEL, 2015-2018) und Tours (FRA, 2018/19) als Stammkraft Verantwortung. Sprungbrett zu diesen bekannten Adressen in Europa war in der Saison 2014/15 der TV Ingersoll Bühl, wodurch dem Neuzugang sowohl die VBL als auch der Volleyballtempel bestens bekannt sind.

"Ich freue mich auf einen professionellen Verein mit großen Ambitionen. Mit Bühl und Roeselare durfte ich bereits in der Max-Schmeling-Halle spielen und die fantastische Stimmung ist mir im Gedächtnis geblieben. Es ist eine der besten Volleyball-Arenen in Europa und deren Atmosphäre überwältigend", ist Trinidad angesichts seines neuen Arbeitsplatzes in freudiger Erwartung. Diese wird zusätzlich durch zwei Wiedersehen gesteigert: "Ich darf endlich wieder mit Nemo Mote zusammenspielen und auch Ruben Schott kenne ich schon gut aus vielen Duellen in den Jugend-Nationalmannschaften sowie in Polen."

Nach der Verabschiedung von Sergey Grankin war die sportliche Leitung der BR Volleys in den zurückliegenden Wochen intensiv um adäquaten Ersatz bemüht. Mit der nun getroffen Wahl ist Geschäftsführer Kaweh Niroomand absolut zufrieden: "Schon weit vor Sergeys Entscheidung hat sich abgezeichnet, dass sich der Markt auf der Zuspiel-Position in diesem Jahr äußerst schwierig gestalten würde, aber Angel stand für den Fall der Fälle auf unserer Liste. Wir sind sehr glücklich, zu einem derartig späten Zeitpunkt noch einen Spieler seines Formats verpflichten zu können. Er verfügt über internationale Erfahrung und Klasse, zudem besitzt er neben dem Zuspiel auch in anderen Elementen seine Stärken. Angel kann Führungsaufgaben übernehmen und in Kombination mit Johannes sind wir nun gut aufgestellt."

Trinidad de Haro - der erste Teil seines Nachnamens ist väterlicherseits und wird im Spanischen vorrangig genannt - macht sich selbst wenig Gedanken um die Fußstapfen seines Vorgängers und möchte seine eigenen Spuren in der Hauptstadt hinterlassen: "Natürlich ist Sergey Grankin ein toller Spieler mit einer großartigen Karriere. Aber für mich ist unerheblich, wer in der vergangenen Saison auf meiner Position spielte. Ich konzentriere mich voll darauf, jeden Tag hart zu arbeiten und dem Team bestmöglich zu helfen." Passionen hat der 1.93-Meter-Mann auch abseits des Volleyballs. Foto- und Video-Contentcreation standen lange Zeit ganz oben auf seiner Prioritätenliste. Mit seinem eigenen YouTube-Channel erzielte Trinidad dabei bis zu 600.000 Views, ehe er diesen vor zwei Jahren einstellte. "Im Moment setzte ich meinen privaten Fikous auf das Studium im Finanz- und Rechnungswesen", erklärt der Motorsport-Fan.

Dass der Belgische (2016 & 2017) und Französische Meister (2019) an die Erfolge seiner vorherigen Stationen anknüpfen kann, davon ist sein neuer Trainer Cedric Enard vollends überzeugt: "Angel ist der Typ Zuspieler, den wir jetzt gesucht haben. Er kann schnell spielen, bringt einen guten Aufschlag sowie einen starken Block mit." Enard weiß aber auch: "Nach den Veränderungen auf unseren Schlüsselpositionen steht uns in der kommenden Saison ein Neustart bevor, der sehr spannend wird." Diesen wird Trinidad ab Beginn der Saisonvorbereitung direkt mitgestalten, denn nachdem der Neu-Berliner die Spanier im vergangenen Sommer bei der Europameisterschaft als Kapitän auf das Spielfeld führte, legt er in diesem Jahr eine Pause ein: "Ich brauchte nach zwei sehr intensiven Jahren in Polen eine Pause, auch weil ich meine neue Aufgabe jetzt in bester Verfassung angehen möchte."

 

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