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Bundesligen: Aus der kalten Hose heraus

19.04.2022 • Bundesligen Autor: Tom Bloch 750 Ansichten

Das National-Team Karla Borger /Julia Sude hat beim Volleyball-World-Challenge-Turnier-Stop in Itapema in Brasilien einen Podestplatz knapp verpasst und ist auf dem vierten Platz gelandet - das bislang beste Ergebnis eines deutschen Teams auf der neuen Beach Pro Tour in diesem Jahr.

Itapema (tob). Abruptes Ende nach fünf anstrengenden Spielen in zwei Tagen: Im Halbfinale gegen die späteren Turniersiegerinnen Sara Hughes/Kelley Kolinske aus den USA sind Borger/Sude mit einem knappen 0:2 (18:21, 19:21) unterlegen. Wenige Stunden später verlor das deutsche Duo im kleinen Finale gegen die Brasilianerinnen Andressa Cavalcanti/Vitoria De Souza mit 11:21 und 17:21. "Schon schade, dass wir uns nicht mit einer Medaille belohnen konnten und wir mit zuletzt zwei Niederlagen wieder nach Hause fliegen müssen", sagt Karla Borger .
Dass aber die World Tour-Siegerinnen von 2021 im dritten Turnier der neuen Saison überhaupt soweit vorgestoßen sind, damit war nun wirklich nicht zu rechnen. Denn die turbulenten Ereignisse im Vorfeld deuteten eigentlich eher darauf hin, gar nicht erst nach Brasilien zu fliegen.

Nach einer überstandenen Corona-Infektion ist bei Karla Borger das Immunsystem erheblich beeinträchtigt gewesen. "Im Prinzip sind es jetzt acht Wochen, in denen ich ständig irgendwas habe. Vom Turnier in Rosarito bin ich mit einer Erkältung heimgekehrt, dann sind die Lymphknoten angeschwollen", berichtet die Abwehrspezialistin. An ein gemeinsames Training war überhaupt nicht zu denken. Die Reise nach Brasilien wurde nur angetreten, weil Flug und Unterkunft bereits gebucht waren. Apropos Unterkunft: diese erwies sich vor Ort sofort als unbewohnbar. "Wir wussten nicht, dass wir ein Apartment inklusive Kakerlaken gebucht hatten", erzählt Karla Borger . Mühsam wurde ein besserer Ersatz besorgt. Nächste Hiobsbotschaft: Bei einem gemeinsamen Abendessen in Itapema hat sich Borger zudem im Treppenhaus eines Restaurants unglücklich den Kopf gestoßen. Die Platzwunde musste genäht werden.

"Die Leistung, die wir hier abgelegt haben, mehr oder weniger aus der Kalten Hose heraus, ist im nachhinein schon als gigantisch zu bezeichnen", sagt Borger vor der 25-stündigen Heimreise. "Auch wenn ich jetzt extrem müde und erschöpft bin. Vor dem kleinen Finale sind mir in der Besprechung immer wieder die Augen zugefallen - sieben Spiele in drei Tagen sind schon eine Ansage."

Neben den gewonnenen 680 Punkten für die Weltrangliste heimste ausgerechnet die mit mehreren Stichen in der Kopfhaut genähte Karla Borger die Auszeichnung als beste Angreiferin des Turniers ein (105 Punkte). Was aber viel mehr zählt, sind die Einsatz-Minuten unter Wettkampfbedingungen. "Wir sind happy, dass wir die maximale Spielanzahl hatten, denn nur so kommen wir wieder in den Competition-Rhythmus", sagt Sude und Borger ergänzt: "Wir sind in die richtige Richtung unterwegs. Das Turnier war ein sehr gutes Training, schließlich sind wir immer noch am Anfang der Saison. Und ich freue mich, dass wir uns auf dem Feld wieder gefunden haben."

Die nächste Turnierteilnahme steht auch schon fest im Kalender.
Von 5. bis 8. Mai findet das nächste Challenge-Turnier in Doha in Katar statt.
"Davor werden wir in Hamburg gemeinsam mit Isabel Schneider und Sandra Ittlinger trainieren", sagt Karla Borger . "Aber erst einmal müssen wir ein wenig regenerieren."

 

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