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2. Bundesligen: Der Blick nach oben

12.02.2022 • 2. Bundesligen Autor: Steffen Standke, TV/DJK Hammelburg 895 Ansichten

Als Moritz Rauber 2017 zu den Hammelburg Volleys stieß, musste er sich gehörig umgewöhnen.

Der Blick nach oben - Foto: Jens Feistel

Beim drittletzten Heimspiel der Saalestädter soll erneut gejubelt werden (Foto: Jens Feistel)

Nicht nur, weil ihn ein neues Team erwartete. Der Außenangreifer hatte bei seinen vorherigen Vereinen meist in hohen Hallen gespielt: in der alten ZF-Arena in Friedrichshafen zum Beispiel, die als ehemalige Messehalle 15 Meter oder mehr nach oben maß. Oder beim VCO Berlin, wo die Decke ebenfalls weit überm Spielfeld schwebt.

Und nun die Saaletalhalle mit ihrer sieben Meter hohen Decke (gerade mal Mindesthöhe für den Spielbetrieb der 2. Liga; für Liga 1 gelten neun Meter, wobei anfangs Ausnahmen möglich sind). Moritz Rauber sagt: "Gerade bei der Annahme nach starken Sprungaufschlägen hat man die immer im Kopf." In hohen Hallen lasse man den ankommenden Ball gerne mal Richtung Decke abprallen, bevor er weitergespielt werde. In Hammelburg müsse man aktiv Energie und Geschwindigkeit rausnehmen - damit das Geschoss eben nicht an die Decke segele.

"Man gewöhnt sich daran", sagt der 24-Jährige, der zu den besten Annahmespielern der Hammelburger gehört. Trotzdem ärgert sich Rauber immer, wenn der nach oben abgewehrte Ball bis an die Decke fliegt.

Eine Frage der Gewöhnung

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die flache Bauweise der Saaletalhalle bedeutet eher einen Vorteil für die Volleys - weil sie daran gewöhnt sind. Spieler wie Oscar Benner, Branko Damjanovic, Severin Hauke und eben Moritz Rauber können über ihre harten Angaben Druck machen, den Gegner zur Abwehr an die Decke zwingen. "Da ist die Ass-Quote vom Aufschlag etwas höher, vor allem gegen Mannschaften, die es nicht gewohnt sind."

Spezielle Strategien, die beim Kontrahenten zu Deckenfehlern führen, trainieren die Hammelburger aber nicht - außer dass vermieden wird, dass der Ball die Decke touchiert - was den Spielfluss unterbricht und selbst in den Übungseinheiten als Fehler gewertet wird.

Dass die niedrige Saaletalhalle für die TV/DJK-ler Spiele gewinnt - soweit möchte Rauber nicht gehen. Aber den ein oder anderen Punkt hat sie schon gesichert.

Aber: Mittlerweile kennen die anderen Zweitliga-Teams die Hammelburger Halle. Oft geht der Blick der Gästespieler nach oben. Sie versuchen dann beim Einspielen, sich auf die Situation einzustellen. So wie es der Außenangreifer und seine Teamkollegen bei Auswärtsspielen in höheren Hallen tun. Und die sind in der 2. Liga in der Mehrzahl. Dem 24-Jährigen fällt spontan die Spielstätte der Baden Volleys Karlsruhe ein, die ähnlich niedrig ist. Der letzte Heimspielgegner Freiburg hatte früher eine niedrige Halle; seit einigen Spielzeiten verfügt die FT aber über eine luftigere Arena.

Die Dresdner Spielstätte ist Rauber nicht als besonders niedrig in Erinnerung. Insofern könnten seine Hammelburger im anstehenden Heimmatch einen kleinen Vorteil genießen - zumal die Sachsen über ein sehr junges Team verfügen, dem unter Umständen die Erfahrung mit tief hängenden Hallendecken fehlt. Rauber warnt aber auch: "Wenn sie ihren Aufschlag gut treffen, bedeutet das auch für uns mehr Arbeit in der Annahme." Dann könnte die niedrige Decke im Wohnzimmer zum Nachteil werden.

Übrigens: Moritz Rauber kennt den Effekt auch "andersrum". Dass in einer hohen Halle unterbewusst die Fix- beziehungsweise Orientierungspunkte fehlen. Dass man nicht genau weiß, wo und wie der Ball herunterkommt. Dass man sich fühlt, als hätte man freien Himmel über sich. Aber auch daran könne man sich gewöhnen. Schließlich hat Moritz Rauber vor seiner Hammelburger Zeit jahrelang "hohe Halle" gespielt.

Dresden als Dauerbrenner auf Rang 10

Es läuft nicht wirklich rund für die Truppe aus dem Freistaat Sachsen. Die Dresdner Verantwortlichen hatten vor der Saison als Ziel den Ligaverbleib ausgegeben. So war in der heimischen Presse von "einer äußerst verkorksten Hinrunde" zu lesen, die nach dem Aufstieg 2020 ihre zweite Saison in der 2. Bundesliga absolvieren. Immer wieder hatte man verletzungsbedingte Spielerausfälle zu beklagen. Der Eindruck entsteht, das Team von Headcoach Niklas Preisl hätte den 10. Tabellenplatz dauerhaft für sich gepachtet. Die Dresdener sind in puncto Klassenerhalt zwar nicht akut gefährdet, müssen aber sicher noch das ein oder andere Spiel gewinnen. Im neuen Jahr gelang den Sachsen zwar kein Traumstart, allerdings zeigte die junge Truppe gerade gegen Spitzenteams wie Mimmenhausen und Schwaig spielerische und kämpferische Klasse, auch wenn die genannten Spiele am Ende knapp im Tie-Break verloren wurden. Vergangene Woche wurden bei den regelmäßigen Trainingstestungen gleich mehrere Spieler positiv auf COVID-19 erkannt und die Derbys gegen Delitzsch und Leipzig abgesagt. Demnach wird in Hammelburg sicher eine ersatzgeschwächte Dresdner Mannschaft auflaufen, die man dort aber sicher nicht unterschätzen wird. "Wenn man eigentlich nichts zu verlieren hat, ist das für den Gegner immer brandgefährlich, zumal mit Dresden ein junges und dynamisches Team nach Hammelburg kommt, das es erstmal zu bändigen gilt", sagt Hammelburgs Teammanager Frank Jansen, der dankbar auf das vergangene Heimspiel: "Das war einen tolle Kulisse, trotz 2G Plus und dazu noch beeindruckende 450 Zuschauer am Livestream." Ein Schnelltest kann am Einlass vor Ort erworben und durchgeführt werden. Geboosterte Personen benötigen keinen zusätzlichen Schnelltest. 

Quelle: Saale-Zeitung

 

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