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2. Bundesligen: Letztes Saisonspiel gegen Delitzsch

15.04.2021 • 2. Bundesligen Autor: Gunthild Schulte-Hoppe 2820 Ansichten

Friedrichshafen - Zum letzten Saisonspiel empfangen die Volley YoungStars am Samstag, 17. April, um 16 Uhr die GSVE Delitzsch in der Zeppelin CAT Halle in Friedrichshafen. Dank des guten Scoutings gehen sie bestens vorbereitet in die Partie.

Letztes Saisonspiel gegen Delitzsch - Foto: Gunthild Schulte-Hoppe

Scout Timo Meßmer erfasst jeden Spielzug mit der Data Volley-Software (Foto: Gunthild Schulte-Hoppe)

"Scout" ist Englisch und bedeutet Kundschafter und Späher. Bei den YoungStars hat Timo Meßmer die wichtige Aufgabe übernommen und späht regelmäßig den Gegner aus. Während des Spiels sitzt Timo Meßmer mit seinem Notebook hinter dem Spielfeld und blickt abwechselnd aufs Feld und auf seinen Monitor, während er unermüdlich auf der Tastatur tippt.

Die Aufgabe: Die Ballwechsel mittels spezieller Codes zu erfassen. Der Matchball gegen Freiburg vom vergangenen Sonntag liest sich bei Data Volley so: "*10SQ.3-61 a18V1.12D+7A 8V4.14= K0" In der Übersetzung von Timo Meßmer heißt das: Nach einer schlechten Annahme des Sprungaufschlags von Linus Engelmann (Nummer 10), wird der Angriff des Freiburger Diagonalangreifers von unserem Libero Simon Kohn (Nummer 12) abgewehrt. Milan Kvrzic spielt schnell nach außen, wo Anton Jung (Nummer 8) den gegnerischen Blockspieler anschlägt und zum 28:26-Matchgewinn punktet.

Stützpunkttrainer Adrian Pfleghar hatte Timo Meßmer, Volleyball-Trainer in der VfB-Jugend und im VLW, vor fünf Jahren als Scout geworben. "Ich hatte keine Ahnung, auf was ich mich einlasse", sagt Meßmer zurückblickend. Pfleghar, selbst als Scout der Männernationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London 2012 dabei, konnte Timo Meßmer zwar das Programm "Data Volley" erklären, bis er die Ballkontakte fast simultan "mitschreiben" konnte, brauchte es allerdings ein Jahr intensives Training.

Bei Aufschlägen und Angriffen werden die Zonen mitcodiert, in denen die Bälle landen. "So bekommt der Trainer Informationen, wohin beispielsweise der gegnerische Diagonalspieler seine Angriffe bevorzugt platziert", erklärt Meßmer. Um solche Informationen live abzufragen und seinen Spielern in der Auszeit entsprechende Tipps zu geben, schaut Adrian Pfleghar immer wieder auf sein Notebook, das neben ihm auf dem Stuhl steht.

Nach dem Spiel werden der Videomitschnitt und die Codes synchronisiert, also verknüpft. Dadurch ist es möglich, bestimmte Aktionen herauszufiltern. Beispielsweise alle Pässe, die der Zuspieler über Kopf zugespielt hat oder in welcher Situation der Gegner gerne über die Schnellangreifer agiert.

Zur Spielvorbereitung ist es vor allem wichtig, die gegnerische Spielweise zu kennen. Deshalb bereitet Adrian Pfleghar für alle Positionen einige Szenen vor, die in einer Videositzung vor dem Spiel durchgesprochen werden.

In der zweiten Liga seien professionelles Scouting und eine Videoanalyse mit dem Team nur bei wenigen Vereinen üblich, weiß Timo Meßmer. Am Stützpunkt ist sie selbstverständlich. "Wir bereiten unsere Jungs auf eine professionelle Volleyballkarriere vor, da gehört die Videoanalyse zur Ausbildung dazu", sagt Pfleghar.

Nach dem Spiel wird Timo Meßmer regelmäßig von YoungStars-Spielern umlagert. "Die Jungs sind ganz versessen drauf, ihre Quoten zu erfahren", sagt Adrian Pfleghar, der schon wieder nach vorne blickt: "Auch in der Vorbereitung auf unseren Gegner aus der Häfler Partnerstadt Delitzsch werden wir wieder auf unsere Datengrundlage zurückgreifen, um uns bestmöglich vorzubereiten."

Das Spiel der YoungStars wird live auf sporttotal.tv übertragen.

 

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