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TVR mit irrem Comback

Dritte Liga: TVR mit irrem Comback

26.10.2020 • Dritte Liga Autor: Uwe Schröder 1252 Ansichten

Die Rottenburger Volksbank Arena bleibt diese Saison eine uneinnehmbare Festung. Selbst insgesamt acht Matchbälle reichten dem USC Freiburg nicht um den TV Rottenburg in Dritten Liga zu besiegen. Am Ende triumphierten die Domstädter vor gut 200 Zuschauern mit 3:2 (25: 20, 19:25, 23:25, 25:19, 22:20) und bleiben mit vier Siegen weiter in der Spitzengruppe der Liga. "Das gewinnt man einmal in hundert Spielen", war der womöglich untertriebene Kommentar vom sichtlich erleichterten TVR-Coach Jan Scheuermann nach der intensiven Partie.

TVR mit irrem Comback - Foto: TV Rottenburg

Foto: TV Rottenburg

Was für ein Finish! Um 21:50 Uhr ist es Fred Nagel der den dritten Matchball des TVR unter frenetischem Jubel des Rottenburger Publikums ins Freiburger Feld drischt, seine Mitspieler zum Siegestänzchen animiert und eine entsetzte Freiburger Mannschaft zurücklässt. Zehn Minuten vorher glaubt beim Stand von 9:14 vermutlich nur ein Zuschauer an die Rottenburger. Allerdings erweist sich Ex-Trainer Kai Kleefisch am Mikrophon des Internet-Streams als Prophet. "Die drehen das noch", glaubt der Kommentator. In der packenden Schlussphase kann der USC seine Chancen nicht nutzen und der TVR spielt sich in einen Rausch. Starke Abwehraktionen auf beiden Seiten werden in dieser Phase besser von den Domstädtern gelöst. Freiburgs MVP, der Ex-Rottenburger Max Meuter, ist bei den entscheidenden Bällen im Hinterfeld und kann dem Freiburger Angriffsspiel nicht seinen Stempel aufdrücken wie zuvor. So robbt sich der TVR Punkt um Punkt heran und kann zum 14:14 ausgleichen. Beide Teams können dann Matchbälle nicht nutzen, ehe TVR-Kapitän Nagel den Rottenburger Sieg dingfest macht.

Der TVR spielt gegen die Freiburger zunächst wie aus einem Guss. Starke Blockaktionen gegen Meuter, variables Angriffspiel und sicher in der Verteidigung, schnell steht es 1:0 nach Sätzen. Der TVR um den bis dahin ganz starken Kai Wolf kann das Niveau allerdings nicht ganz halten. Der USC mit seinen erfahrenen Spielern legt in Annahme und Aufschlag eine Schippe zu, während die Konsequenz bei den Rottenburgern nachlässt. Angeführt vom zweiten Ex-Rottenburger in den USC-Reihen, Zuspieler und Kapitän Marc Zimmermann, drehen die Badener das Spiel. Kleine Schwächephasen nutzen die Gäste eiskalt aus und haben in Max Meuter einen eifrigen Punktesammler in ihren Reihen der immer wieder mit cleveren Angriffen punktet. Satz 3 gestalten die Schwaben am zwar spannend, können aber die starke Endphase der Gäste nicht mehr kontern. Scheuermann verändert mit personellen Wechseln die Struktur seiner Mannschaft, was am Ende Früchte trägt. Diesmal ist Rottenburg, das in der Endphase die wichtigen Punkte erzielt und den Satzausgleich erzwingt. Immer wieder punktet nun Niklas Lichtenauer und treibt sein Team an. Im Tiebreak hält der TVR bis zum 4:4 mit, ehe die Gäste ihre Chancen konsequenter nutzen. Über 5:7 geht es scheinbar bis zum vorentscheidenden 8:14 weil Freiburg mit Geschick, starken Aktionen und manchmal auch etwas Glück die wichtigen Punkte zum vermeintlichen Spielgewinn erzielt. "Wir waren nicht schlecht, aber Freiburg in dieser Phase einfach stärker", sagt Scheuermann. Was dann folgt bleibt sicher in den Köpfen der beteiligten Spieler, denn auch die USC-Spieler Meuter und Zimmermann finden später kaum Worte für den folgenden Spielverlauf. "Das haben wir in unserer Karriere bislang noch nie erlebt", meinen beide nach der Partie unisono. Die TVR-Spieler sind trotz des hohen Rückstandes noch hochmotiviert und während der Gegner immer mehr verzweifelt gelingt den Rottenburgern Punkt um Punkt. "Die Jungs waren voll fokussiert und haben an ihre Chance geglaubt", so Scheuermann. Und tatsächlich gelingt am Ende Dank starker Blockarbeit und eines entfesselt spielenden Kapitäns Nagel das "kleine Wunder".
"Das ist ein Sieg des gesamten Teams", freut sich später MVP Hannes Ellsässer, denn vor allem die Spieler von der Bank konnten beim TVR dieses Mal glänzen. Timo Kilgus mit starken Blockaktionen und Markus Hieber ohne Nerven vom Aufschlagpunkt. "Die Zuschauer sind heute mal wieder top unterhalten worden", freut sich auch Abteilungsleiter André Kette neben dem sportlichen Erfolg wieder einmal über den reibungslosen Ablauf nach der neuen Corona-Verordnung. Während in vielen Hallen vor wenig bis keinen Zuschauern gespielt wird, scheint der Rottenburg eine Bastion in diesen turbulenten Tagen zu sein. "Die Stimmung war sensationell und die Zuschauer super diszipliniert. Ich finde es toll, dass wir in diesen Zeiten alle gemeinsam solch ein tolles Event auf die Beine stellen", so Kette. Dem pflichten am Ende trotz der großen Enttäuschung auch Meuter und Zimmermann bei. "Auf jeden Fall hat es richtig Spaß gemacht hier zu spielen."

 

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