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Beachvolleyball Geschichte

Timo Heinrich G+

Das erste Beachvolleyball-Spiel wird dem US-Amerikaner George David Center zugeschrieben, der bereits 1915 mit Freunden am Waikīkī-Strand auf Hawaii spielte. Die Variante des Volleyballs verbreitete sich in den 1920er Jahren in Santa Monica und an anderen Stränden in Kalifornien. Parallel gab es auch erste Beachvolleyballer an den brasilianischen Stränden von Copacabana und Ipanema. Ab 1922 wurden Beachclubs gegründet, die bald begannen, untereinander Wettbewerbe auszutragen. Dabei spielten die Freizeitmannschaften ursprünglich meistens - wie beim Hallen-Volleyballern - mit sechs Spielern pro Team. Die Erfindung der heute üblichen Spielweise zu zweit wird dem aus der Halle kommenden Paul "Pablo" Johnson zugeschrieben, der in den 1930er Jahren einmal vergeblich auf einige seiner Mitspieler wartete. Zu dieser Zeit erreichte die neue Sportart allmählich auch Europa. Über Paris, wo Nudisten den Beachvolleyball für sich entdeckten, drang sie in östlichen Staaten vor. Im folgenden Jahrzehnt wurden in Santa Monica erste Turniere organisiert. Das erste Preisgeld gab es 1948 in Los Angeles zu gewinnen. Der Strand von Hermosa Beach im Los Angeles County gilt bis heute als einer der populärsten Spielorte.

Noch bedeutender wurde ab 1960 der Strand von Manhattan Beach im Los Angeles County, wo der als „Godfather of Beach Volleyball“ bekannte Charlie Saikley die ersten Beach Open, die seit 1965 jährlich stattfanden und in den USA als „Wimbledon des Beachvolleyballs“ gelten. Der herausragende Spieler Karch Kiraly, der dem Beachvolleyball zu größerer Popularität verhalf und dazu beitrug, dass der bisherige Freizeitsport ab den 1980er Jahren als professionelle Sportart anerkannt wurde, beschrieb die besondere Bedeutung der Veranstaltung folgendermaßen: „Du sprichst mit irgendeinem Spieler und wenn man ihnen sagt, dass sie in ihrer gesamten Karriere nur ein einziges Turnier gewinnen könnten, würde sich jeder für Manhattan entscheiden. Dort gibt es bei allen Spielern zusätzliches Feuer.“ Mitte der 1970er Jahre fanden Wettbewerbe statt, die als inoffizielle Weltmeisterschaften deklariert wurden, und es entwickelte sich eine erste Turnierserie.

Vom Freizeitsport zum Profigeschäft

Beachvolleyball galt seit seiner Entstehung an den Stränden der USA lange Zeit als Trend- oder Freizeitsport. Heute wird der Sport sowohl von Profis als auch von zahlreichen Amateuren ausgeübt. Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 800 Beachvolleyball-Anlagen. Beachvolleyball ist räumlich nicht auf natürliche Strände beschränkt. Auch in Innenstädten, die weit vom Meer entfernt liegen, entstehen Spielfelder, wie zum Beispiel jährlich in Leipzig beim SachsenBeach oder der BeachPark61 in Berlin. Die WM 2007 fand sogar im über 1.000 m hoch gelegenen Gstaad in den Schweizer Bergen statt. Durch die zunehmende mediale Beachtung (u. a.: Live-Übertragungen bei Eurosport) wird die Sportart immer beliebter. Neben den Hobbyspielern nutzen auch viele in der Halle aktive Profis die Sommerpause zum Spiel im Sand. Einige von ihnen überbrücken damit nur die Zeit zwischen dem Saisonende und dem Beginn der Vorbereitung, andere starten mit sportlichen Ambitionen bei Turnieren.

Die Kontroverse der Bikini-Höschen Vorschrift

Seit Beachvolleyball 1996 erstmals im Programm der Olympischen Spiele war, wird die Sportart von konservativen Gruppen und den Regierungen islamischer Länder kritisiert. Kritiker bemängeln die zu intensive sexuelle Ausstrahlung, die durch die knappe Bekleidung der Spieler hervorgerufen werde. Anlässlich der Olympischen Spiele erließ die FIVB eine offizielle Vorschrift, dass die Bikini-Höschen der Frauen an der Seite nur sieben Zentimeter breit sein dürfen. Die Aktiven selber haben jedoch im Allgemeinen kein Problem mit der Regel. Sie verweisen auf die praktischen Aspekte der eng anliegenden Kleidung und die Vorteile bei heißem Sommerwetter.Es sei unangemessen, Beachvolleyball in die Nähe eines Nacktsports zu rücken, zumal die Athleten in anderen Sportarten (beispielsweise Leichtathletik) auch nicht viel mehr Haut bedeckt hätten. Im März 2012 änderte die FIVB aus Rücksicht auf religiöse Einschränkungen die Kleidungsvorschriften für die Spielerinnen. Diese dürfen seitdem neben den bisher üblichen Bikinis auch Shorts tragen, die bis zu drei Zentimeter über die Knie reichen. Umstritten ist auch das seit 2004 übliche Rahmenprogramm mit weiblichen Tänzern, die in den Pausen auftreten, und die musikalische Gestaltung durch einen DJ.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Beachvolleyball

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