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Aberglaube und Riten bei Volleyballspielern: Wirklich nur lächerlich?

Marcus Böhme, Christian Fromm und Maxim Mikhaylov: Sie alle haben so einiges gemeinsam. Schließlich spielen sie alle in den höchsten Ligen ihrer Länder. Aber noch eine Kleinigkeit verbindet sie: sie alle praktizieren und glauben an Riten während einem Spiel.

Aberglaube wird in der heutigen Gesellschaft schnell abgeschrieben. Böhme, Fromm und Mikhaylov gehören ja aber zu den besten Spielern der Welt. Sollten derartige Rituale im Sport wirklich belächelt werden? Ist es nicht anzunehmen, dass Spieler auf höchster internationaler Ebene wissen, was ihnen beim Turnier hilft? Welchen Sinn hat Aberglaube eigentlich?


Foto: https://pixabay.com/en/volleyball-sport-ball-volley-520093/

Besonders verbreitet beim Volleyball sind Riten beim Aufschlag. Böhme und Mikhaylov halten den Ball auf gerader Linie vor sich. Christian Fromm redet mit sich selbst, spricht sich wahrscheinlich gut zu.

Andere trippeln den Ball drei Mal vor dem Aufschlag – eine Regel, die sie beinhart befolgen.

Einige Spieler beschreiben diese Praktiken nicht als Aberglaube, sondern als sinnvolle Rituale, die die Konzentration fördern. Ein bestimmter Ablauf erlaubt es dem Sportler, seine volle Aufmerksamkeit auf die Ausführung des Aufschlags zu richten. Durch die Konzentration, die er durch das Ritual herstellt, ist es weniger wahrscheinlich, dass er sich ablenken lässt und so denkt er auch nicht daran, was im Spiel passiert. Ein Ritual beruhigt auch die Nerven, was wiederum die Konzentration fördert.

Eine junge Volleyballspielerin erklärte, dass es ihr helfe zu wissen, wo genau ihre Eltern im Publikum sitzen. Sie habe es sich daher zur Angewohnheit gemacht, sie in der Zuschauermenge vor jedem Spiel ausfindig zu machen. Damit kann sie ihr Selbstvertrauen stärken und sich ganz auf das Spiel konzentrieren.


Foto: https://pixabay.com/en/volleyball-sports-net-players-89607/

Das Gefühl der Geborgenheit, die die Eltern der jungen Spielerin durch ihre Anwesenheit verleihen, ist dem Gefühl der Sicherheit, die der Zusammenhalt eines Teams bieten kann, ähnlich. Es gibt zahlreiche Riten, die verschiedene Mannschaften ausüben, um sich gegenseitig Mut zu machen.

Die Frauen eines College-Volleyball-Teams in den USA beschreiben ihren Ablauf vor dem Spiel zum Beispiel so: um sich ganz auf das Spiel einzustimmen mache sich die Mannschaft in der Umkleidekabine für das bevorstehende Ereignis bereit. Und dieses Ritual werde dann fast selbst zu einem kleinen Ereignis. Die Mädchen drehen Musik auf, tanzen, schminken sich, richten ihre Haare her und verbreiten untereinander gute Laune, um sich so für das Spiel zu motivieren.

Ein anderes Team erzählt, das jede Spielerin stets den oberen Rahmen der Tür beim Verlassen der Umkleidekabine berührt, um so Motivation und Konzentration für das Spiel zu gewinnen.

Und was bei den Mädchen im College-Volleyball funktioniert, funktioniert genauso gut bei den Spielern der höheren Klassen. Nach jedem Punkt geben sie einander einen Handschlag. Das machen sie immer, egal wie das Spiel gerade verläuft.

Zusammenhalt im Team ist überhaupt unglaublich wichtig, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch außerhalb des Feldes. Als die Männer der deutschen Nationalmannschaft vor kurzem die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio verpassten, versammelten sie sich dennoch am darauffolgenden Sonntag zum gemeinsamen Team-Essen, um sich gegenseitig aufzubauen. Bei all dem Druck, den eine Mannschaft – besonders auf dieser Ebene – aushalten muss, bildet ein Team, das sich gut versteht und zusammen "durch Dick und Dünn geht", den Grundstein für den Erfolg.

Die Niederlage gegen Russland tat weh. Der Sportart als Ganzes habe das 3:1 sogar geschadet, sagte DVV-Präsident Thomas Krohne nach dem Spiel im Interview. Eine Plattform wie Rio, durch die man sich präsentieren könne, fehle dadurch, so Krohne. Man sieht also welcher Druck auf den Männern lastete.

Trotz der Niederlage gegen Russland war der Zusammenhalt im Vorfeld von großer Bedeutung und demonstriert Einigkeit beim Team. Auch die Fans animierten die Spieler. Sie freuten sich im Vorfeld auf das Spiel und träumten schon vom Sieg in Rio. Bei Buchmachern wie 32Red, Tipico und Betradar liefen die Wetten heiß und die Männer hatten die Möglichkeit sich von der guten Stimmung mitreißen zu lassen. Auch wenn sie letztendlich verloren haben, ist das doch das Entscheidende. Denn wenn die Unterstützung und die Aufregung fehlen, ist es unglaublich schwer, gut zu spielen.

Und das gilt auch im Zusammenhang mit den Riten und sogar dem Aberglauben. Auch wenn ein Ritual für Außenstehende vollkommen lächerlich wirkt – dem Spieler kann es Konzentration und ein sicheres Gefühl verleihen. Beim Aufschlag muss ein Spieler dadurch außerdem nicht mehr als nötig nachdenken. Wenn dieser jedes Mal auf andere Weise ausgeführt wird, ist ein höheres Maß an Konzentration nötig, als wenn ein strikter Ablauf eingehalten wird. Wie genau dieser Ablauf aussieht ist eigentlich egal und bleibt dem Spieler überlassen. Und wieso ein Spieler an einem bestimmten Ritual festhält, ist wieder ein ganz anderes Thema.

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