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Studie: Chronische Knieschmerzen im Volleyball - Probanden gesucht

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DVV: Studie: Chronische Knieschmerzen im Volleyball - Probanden gesucht

08.12.2023 • DVV Autor: DVV 209 Ansichten

Chronische Knieschmerzen sind im (Beach-)Volleyball weit verbreitet, fast jeder zweite Profi leidet darunter. Doch warum entstehen diese Schmerzen? In einer Studie der Universität Stutgart in Kooperation mit dem Deutschen Volleyball-Verband geht man dieser Frage nun nach.

Aktuell werden noch Probanden gesucht.
Viele Volleyballer*innen kennen es: Das Knie zwickt. Doch obwohl chronische Knieschmerzen so verbreitet sind, gibt es in der Forschung noch keine klaren Antworten, warum und wieso diese Schmerzen entstehen. Die Arbeitsgruppe Biomechanik und Sportbiologie widmet sich seit vielen Jahren dem Thema der Prävention von Überlastungen an den Strukturen des Bewegungsapparates. "In verschiedenen Risikosportarten Handball, Fußball oder Basketball stellt man immer wieder fest, dass die Entstehung von chronischen oder akuten Überlastungen, insbesondere an der unteren Extremität, sehr individuell und durch ein komplexes Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren bedingt ist", sagt Prof. Dr. Wilfried Alt, Leiter der Forschungsgruppe an der Universität Stutgart. Bislang war es in der Forschung jedoch nicht möglich, diese unterschiedlichen Faktoren anhand einer sehr großen Querschnitsstudie zusammenzubringen und festzustellen, welche die Entstehung der Schmerzen begünstigen. Durch neue Analyse-Ansätze ist genau dies nun möglich. Hierfür wird das Projekt von Prof. Dr. Friedemann Schwenkreis unterstützt, der als Wirtschaftsinformatiker der Dualen Hochschule Baden-Würtemberg bei der Identifikation geeigneter Ansätze unterstützt und die Daten-Analyse begleitet.

Bisher diskutierte Risikofaktoren im Zusammenhang mit chronischen Knieschmerzen umfassen eine verminderte Beweglichkeit in Sprung- und Kniegelenk, ein Defizit in der neuromuskulären Ansteuerung und ein Defizit in der Oberschenkel- und Hüftkraft. All diese verschiedenen Variablen werden in der Studie untersucht, um zu prüfen, ob Volleyballer ebenfalls diese Defizite aufweisen und ob die Richtwerte aus den bisherigen Studien übereinstimmen. "Die ersten Ergebnisse zeigen z.B., dass die betroffenen Volleyballer zwar weniger Kraft im vorderen Oberschenkel haben als die gesunden Volleyballer, aber trotzdem fast doppelt so viel Kraft wie die Gesunden der bisherigen Studien", berichtet Christina Frese aus dem Projekt, das durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft gefördert wird. Mögliche Begründungen sind hier die hohe Beanspruchung des Muskels in der Sprungbewegung und das hohe Spielniveau. "Andere Ergebnisse wiederum, wie die Beweglichkeit der Hüftinnenrotation decken sich dagegen mit bisherigen Erkenntnissen."

Bisher haben schon mehr als 130 Probanden an der Studie teilgenommen, "aber je mehr, desto besser", sagt Christina Frese. Gesucht werden Athlet*innen ab Verbandsliga aufwärts, vor allem Volleyballer mit chronischen Knieschmerzen und gesunde Männer fehlen noch. "Wir haben aktuell etwa 50-60 Betroffene. Aber wir freuen uns natürlich über jeden neuen Probanden - Männer, Frauen, mit oder ohne Knieproblemen, da nur dann die Modelle auch gute Ergebnisse liefern können", so die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Es gibt sogar auch noch finanzielle Spielräume, um Messungen an anderen Standorten, wie z.B. Olympiastützpunkten oder anderen Universitäten, durchzuführen. Einzige Voraussetzungen ist, dass ein ISOMED2000 vorhanden sein muss. Bei Interesse können sich Trainer*Innen, bevorzugt von Stützpunkten oder professionellen Mannschaften melden. "Wir haben aber auch eine Kooperation mit der Universität Potsdam (Abteilung: Trainings- und Bewegungswissenschaften; Dr. Melanie Lesinski), wo wir über bestimmte Zeiträume Messungen an Breitensportlern und Profisportlern durchführen können."

Bei den Messungen werden zunächst einige Beweglichkeitstests gemacht, es folgt eine Kraftmessung und zum Abschluss eine Sprunganalyse. Die Messungen erfolgen mit professionellen Geräten und sind normalerweise sehr kostenintensiv. Insgesamt sollten die Teilnehmer*innen etwa 2,5 Stunden einplanen. Im Anschluss bekommen die Athlet*innen einen Auswertebogen mit ihren relevanten Daten und einer vorläufigen Einschätzung ihrer Defizite basierend auf bisherigen Kenngrößen. Der Fragebogen wird ausführlich für jeden Probanden in einem Video erklärt. Beides bekommt der Proband kostenlos. Zudem gibt es einen Zugang zu einer professionellen App (XPS sideline), in der Trainingsübungen vorgestellt werden. Basierend auf den Untersuchungsergebnissen werden Übungen vorgeschlagen. "Uns war es besonders wichtig, dass die Athleten*innen, wenn sie teilweise längere Wege für die Messungen zurücklegen, auch einen individuellen Nutzen aus den Messungen ziehen können", so Christina Frese. Direkt im Anschluss an die Messreihe im Frühjahr werden die Athleten auch noch über die Ergebnisse der Studie in einem Kolloquium informiert. So können die Hallenvolleyballer die Off-Season nutzen, um ihre Defizite für die kommende Saison zu adressieren.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Universität Stutgart.

Interessierte Athlet*innen, die an der Studie teilnehmen möchten - egal ob in Stutgart oder Potsdam - können sich direkt per Mail bei Christina Frese (knieschmerzen_im_volleyball@proton.me) melden. Termine können in Stutgart flexibel bis Ende März 2024 vereinbart werden. In Potsdam würde bei höherem Interesse ein Messzeitraum festgelegt werden.

Weitere Informationen findest Du auf:

» www.inspo.uni-stuttgart.de

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