Zudem schien der Livestrem-Regisseur an diesem Tag auch ein Krifteler gewesen zu sein, denn über die Leistung im ersten Satz, der aus technischen Gründen nicht gezeigt werden konnte, durfte man durchaus aus Krifteler Sicht das Mäntelchen des Schweigens überstreifen. Die Gastgeber hätten diesen Vorzug sicherlich gerne im Tiebreak ebenso genossen.

In einer erneut völlig ungewohnten Aufstellung fand die TuS nicht ins Spiel. Dagegen war Mimmenhausen kompromisslos, brachte ihre Angriffe immer wieder durch und hatte absolut keine Mühe frühzeitig in Führung zu gehen. Diese wurde dann auch nahezu widerstandslos ausgebaut. Über 14:6 und 22:11 gingen die Hausherren mit 25:13 in Führung.

Auch im nächsten Durchgang blieb die Heimmannschaft spielbestimmend und zog das Spiel über die eigene Annahme konsequent durch. Doch zumindest zeigten sich die Krifteler nun wesentlich widerstandsfähiger als zuvor und blieben zumindest mal in Tuchfühlung. Trotzdem war beim 16:20 auch in diesem Satz eine Vorentscheidung gefallen. Mit 25:22 sicherte sich der TSV den ersten Punkt. Bis dato konnte eigentlich nur Arthur Breburda in Block und Angriff überzeugen.

Fast alle in der Halle und am Bildschirm dachten zu diesem Zeitpunkt an ein schnelles Ende, doch dies entpuppte sich als Fehler. Kriftels Trainer Schön griff sehr tief in die Trickkiste. Er stellte für alle überraschend zwei Zuspieler aufs Feld, um zum einen die eigene Abwehr zu verstärken und zum anderen den Gegner ins Grübeln zu bringen. Beides gelang; insbesondere Außenangreifer Jonas Manß überzeugte im Angriff. Kriftel setzte sich zum ersten Mal beim 16:13 etwas ab. Diesen Vorsprung hielt die TuS bis zum 25:21 Gewinn und hatte zumindest damit den Anschluss wieder gefunden.

Die Gastgeber hatten danach aber scheinbar die Verunsicherung überwunden und gingen nach einer kleinen Serie mit 9:5 in Führung. Auch wenn die TuS ab und an wieder näherkommen konnte, schien Mimmenhausen diesen Vorsprung zu halten. Beim 21:18 fehlte ihnen nicht mehr viel, um den Sieg einzufahren. Doch eventuell waren sich die Gastgeber auch in dieser Phase zu sicher. Sie bekamen nun keinen Ball mehr auf den Boden. Die Krifteler Abwehr um Libero Felix Blume holten sich alle Angriffe, falls Hendrik Jung und Tobias Thiel nicht schon vorher im Block zugegriffen hatten. Irgendwann unterlief den Gastgebern dann ein Fehler. Plötzlich führte Kriftel mit 23:21. Am Ende war es Tobias Zehlike, der mit einem Ass den Sack zumachte. Überragend in diesem Satz war allerdings die Angriffsquote von Zuspieler Jorris Müller, der 5 von 7 Versuchen im gegnerischen Feld unterbrachte.

Überraschenderweise hatte die TuS jetzt sogar noch die Chance auf den Sieg. Sie spielten ohne große Eigenfehler, während Mimmenhausen ihrer verpassten Gelegenheiten nachtrauerten. Sie waren nahezu vollkommen konsterniert. Toralf Schmelzer machte den ersten Krifteler Punkt im Entscheidungssatz und setzte fortan mit einer unglaublichen Aufschlagserie die Gastgeber so unter Druck, dass sie den Block kaum noch überwinden konnten. Den Rest erledigte wiederum die Feldabwehr. Mit einem 8:1 Vorsprung wurde ein letztes Mal die Seiten gewechselt. Diesen Vorsprung ließen sich die Krifteler nicht nehmen. Spätestens beim Punkt von Pascal Eichler zum 13:4 war die Messe gelesen. Mit sage und schreibe 15:4 dominierte die TuS und brachte am Ende dann letztlich verdient zwei Punkte vom Bodensee mit nach Hause.

Trainer Schön war unter den gegebenen Umständen sehr zufrieden. Obwohl sein Team zurzeit auf der letzten Rille läuft, zeigt sie dafür eine erstaunliche Moral. Jetzt hoffen alle, dass sich in der Weihnachtspause einige Spieler erholen werden. Als wertvollster Spieler wurde Libero Felix Blume gewählt.

 

volleyballer.de Redaktion Redaktion volleyballer.de