Maaseik mit dem
deutlich besseren Start
Was den Sieg besonders eindrucksvoll macht, ist die Reaktion der LüneHünen auf den starken ersten Satz der Hausherren. Maaseik hatte die Gäste mit starken Aufschlägen und harten Angriffen extrem gefordert, sich zur Satzmitte abgesetzt und dann fast schon dominant behauptet. Nach dem 14:18 aus SVG-Sicht gelang den Hausherren eine Sechs-Punkte-Serie, gegen die die Lüneburger keine Mittel mehr fanden. Ein Angriff von Sil Mejs, der wie in vielen Maaseik-Aktionen den Ball mit viel Wucht ins Feld knallte (41:19 Prozent Angriffsquote), entschied den ersten Satzgewinn.
„Wenn so ein Satz nicht gut läuft, überlegen wir im Trainerteam, was wir verändern sollten“, blickte Stefan Hübner auf den Start zurück. „Unser Angriffsspiel war nicht gut, da haben wir uns schwergetan. Maaseik hat da sehr viel Druck entfaltet, Aufschlag und Block-Feldabwehr war gut bei ihnen. Aber es zahlt sich aus, dass wir zwei sehr gute Diagonale haben“, hob der Chefcoach hervor. „Axel Enlund hat unserem Angriffsspiel gutgetan, Dadurch hat sich das Spiel wieder geöffnet, es gab mehr Optionen für Santi. Dadurch sind wir im zweiten Satz sehr gut reingekommen.“
Jetzt blieb das Spiel zunächst ausgeglichen. Ein Block des starken Maaseik-Außen Pierre Perin gegen Enlund brachte zwar einen Drei-Punkte-Rückstand (8:11), doch die SVG fand die richtigen Mittel, war mit Enlunds Ausgleich schnell zurück (12:12). Beim 15:14 übernahmen die LüneHünen erneut die Führung – und behielten sie bis zum Satzende. Jetzt lief die SVG-Maschine wieder auf vollen Touren, die mitgereisten Fans konnten starke Aktionen in Block, Angriff und Zuspiel feiern. Enlund machte schon vor der Crunchtime seinen fünften Punkt, holte bis zum Satzende starke sieben Zähler. Als Ethan Champlin diagonal zum 25:20 verwandelte, hatte die SVG das Gesicht des Spiels schon gedreht, kam auf 14:9 Angriffspunkte, 3:1 Blockpunkte und 61:47 Prozent positive Angriffsquote.
SVG greift sich
konsequent den Sieg
Im dritten Satz hatte die SVG den besseren Start – und Maaseik-Coach Woicki in einer frühen Auszeit eine sehr emotionale, direkte Reaktion auf den Auftritt seines Teams. Die SVG ließ nicht locker, zeigte jetzt die Wucht der Hausherren des ersten Satzes. Nach einem Ass von Champlin gab’s die erste klare Führung (10:6). Sechs Punkte Vorsprung waren es, als Howe und Enlund stark gegen Ex-LüneHüne Ronkainen blockten (15:9). In der Crunchtime schrumpfte die Führung noch einmal (23:21, 24:22), doch Howe machte mit viel Sprunggewalt in der Mitte den zweiten Satzgewinn klar (25:22).
Der vierte Satz blieb lange offen. Bis zum 17:17 lieferten sich beide Teams einen engen Schlagabtausch. Dann folgten starke Momente der SVG: Ein Ass von Välimaa, ein platzierter Angriff von Gruvaeus mit viel Risiko vor die Linie und ein Block von Howe – 20:17. Maaseik glich zwar aus und machte die Schlussphase spannend (22:22, 23:23). Doch Enlund holte den zweiten Matchball – und nach einem Angriff von Sil Mejs ins Aus konnte eine Netz-Challenge von Maaseik-Coach Woicki (wie schon in Poitiers) den SVG-Jubel über einen verdienten Auswärtserfolg nur noch verzögern.
„Hintenraus haben wir es wieder sehr geduldig zu Ende gespielt, körperlich sah es auch noch gut aus“, freute sich Stefan Hübner im Anschluss. „Wir haben sehr gut geblockt. Für beide Teams war es eine sehr intensive Phase. Bei Maaseik hat man ein bisschen gemerkt, dass sie stark losgelegt haben, aber am Ende ging so ein kleines bisschen die Luft aus.“
Beste Scorer waren SVG-Außenangreifer Daniel Gruvaeus und der Maaseik-Diagonale Sil Meijs, die jeweils auf 19 Punkte kamen. In den Teamstatistiken hatte die SVG die Startbilanz später gedreht, hatte vor allem in der Annahme (70:47 Prozent positiv, 34:15 Prozent perfekt) Vorteile, ebenso im Blick (12:9 Punkte).
SVG: Young (7), Välimaa (3), Gruvaeus (19), Howe (8), Byam (1), Champlin (15) – Takahashi; eingewechselt: Enlund (13), Larsen
(gm)
