In deutschen Sporthallen treffen aktuell zwei Volleyball-Generationen aufeinander, die von ganz unterschiedlichen Kultserien geprägt wurden. Wie das Portal volleyballfreak.de berichtet, sind es vor allem zwei Anime-Klassiker, die junge Menschen in Deutschland über Jahrzehnte für den Volleyballsport begeistert haben: „Mila Superstar“ und „Haikyu!!“.
Zwei Serien, zwei Epochen
„Mila Superstar“, im japanischen Original als „Attack No. 1“ bekannt, entstand bereits als Manga Ende der 1960er-Jahre und wurde ab 1969 als Anime verfilmt. In Deutschland erlangte die Serie laut volleyballfreak.de in den 1990er-Jahren durch die Ausstrahlung auf RTL II Kultstatus. Im Zentrum steht die Teenagerin Mila Ayuhara, die sich nach einer Krankheit auf dem Land dem Volleyball widmet und sich mit hartem, teils schonungslosem Training bis in die japanische Nationalmannschaft hocharbeitet.
„Haikyu!!“ von Haruichi Furudate ist deutlich jünger: Der Manga startete 2012, die Anime-Adaption folgte 2014 und wurde weltweit zu einem Erfolg. Erzählt wird die Geschichte des kleinwüchsigen Shōyō Hinata, der gemeinsam mit seinem Rivalen und späteren Mitspieler Tobio Kageyama an der Karasuno-Oberschule versucht, sein Team zurück an die Spitze des japanischen Schulvolleyballs zu führen.
Unterschiedliche Tonlagen, gemeinsame Botschaft
Wie volleyballfreak.de herausarbeitet, unterscheiden sich die beiden Serien stark im Erzählton. „Mila Superstar“ setzt auf ein dramatisches, fast melodramatisches Erzählmuster, in dem der sportliche Erfolg untrennbar mit Schmerz, Tränen und Verzicht verbunden ist. „Haikyu!!“ dagegen wirkt dynamischer und realistischer und legt großen Wert auf Teamgeist, taktische Finessen und die individuelle Entwicklung jeder einzelnen Spielerfigur auf dem Feld.
Trotz der mehr als vier Jahrzehnte, die zwischen den Erscheinungsjahren liegen, teilen beide Werke laut dem Bericht zentrale Kernbotschaften über das Wesen des Volleyballsports. Besonders die Faszination des Balls, der den Boden nicht berühren darf, ziehe sich als verbindendes Motiv durch beide Serien – verdichtet in dem Satz „Der Ball ist noch nicht am Boden!“, der in beiden Anime-Universen als eine Art Mantra fungiert.
Prägung über Generationen hinweg
Für den deutschen Volleyball-Nachwuchs haben beide Serien laut volleyballfreak.de eine ähnliche kulturelle Funktion erfüllt, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten: Sie machten den Sport für ein breites, junges Publikum emotional greifbar und weckten Begeisterung, lange bevor viele der Zuschauerinnen und Zuschauer selbst einen Ball in der Hand hielten. Während ältere Spielerinnen und Spieler ihre Motivation häufig auf die Nachmittage vor dem Fernseher mit „Mila Superstar“ in den 1990er- und 2000er-Jahren zurückführen, ist es heute vor allem die jüngere Generation, die von den Zuspiel-Kombinationen und Block-Systemen aus „Haikyu!!“ schwärmt.
Beide Serien zeigen damit exemplarisch, wie stark Popkultur und Anime-Formate die Wahrnehmung und Attraktivität des Volleyballsports auch außerhalb Japans beeinflussen können – ein Effekt, der sich bis heute in deutschen Vereinen und Trainingsgruppen bemerkbar macht.
