Die Männer in Lederhosen feierten in dieser Spielzeit schon den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte: Im DVV-Pokal erreichten die Herrschinger erstmals das Halbfinale, in dem sie erst von den BR Volleys gestoppt werden konnten (3:0). Zuletzt kassierte man zwar trotz ansprechender Leistungen vier Niederlagen in Serie gegen die in der Tabelle allesamt besser platzierten Kontrahenten aus Friedrichshafen, Frankfurt, Lüneburg und Düren, davon sollten sich die Hauptstädter jedoch keineswegs täuschen lassen: Die Mannschaft vom Ammersee klaute sowohl den Powervolleys als auch dem VfB wichtige Punkte (jeweils 2:3). Auch die Uniteds und zuletzt die SVG mussten sich mächtig strecken, um ihre knappen Vier-Satz-Siege einzufahren. Nun sind die Schützlinge von Coach Max Hauser heiß darauf, den nächsten Favoriten zu ärgern: Die Bayern haben als Tabellensiebter noch eine gute Chance auf den sechsten Rang, der die direkte Qualifikation für die Playoffs bedeuten würde.
Einer derjenigen, die dafür Sorge tragen sollen, ist der Topscorer der Volleyball Bundesliga, Tom Strohbach. In seiner ersten Saison in Herrsching ist er Leistungsträger besonders im Aufschlag enorm gefährlich, schon 33 Punkte und damit weitaus mehr als jeder andere Akteur der Liga erzielte der Nationalspieler mit seinem Service. In Annahme und Abwehr des einzigen bayrischen Erstligisten glänzt mit Ferdinand Tille ein weiterer Nationalspieler und auf der Zuspielposition führt Routinier Patrick Steuerwald gekonnt Regie. Für BR Volleys Co-Trainer und Scout Manlio Puxeddu ist der TSV Herrsching aus vielerlei Gründen ein spannender Gegner: „Das Team hat eine ausgefeilte Organisation in der Annahme, in der Tille und Strohbach viel Verantwortung übernehmen. Außerdem hat Herrsching diese besondere Mentalität, den Gegner in Satzverlängerungen zu zwingen und dort dann oft erfolgreich zu sein. Auch wenn man mal einen Satz überhaupt nicht auf der Höhe ist, wie gegen Friedrichshafen, ist die Mannschaft im nächsten Durchgang wieder bereit – eine Truppe mit echtem Kämpferherz.“
Für die BR Volleys ist das Duell am Mittwochabend das letzte Heimspiel der Hauptrunde. Anschließend reist das Team um Kapitän Robert Kromm zum Neuling nach Solingen, ehe in Friedrichshafen das möglicherweise entscheidende Spiel um die Tabellenspitze ansteht. Die Bundesliga-Hauptrunde biegt also endgültig auf die Zielgeraden ein. Deshalb müssen die Männer in Orange die Kräfte bündeln, auch weil ihre Personalsituation angespannt bleibt. „Vor Ruben Schott kann ich nur meinen Hut ziehen. Er hat bisher nicht so viel Einsatzzeit bekommen und ist jetzt auf den Punkt mental und körperlich fit. Sein Trainingseifer, den er schon die ganze Saison zeigt, zahlt sich nun aus. Auch Sebastian Kühner ist jetzt, wo wir ihn dringend brauchen, auf der Höhe und führt das Team mit seiner emotionalen Art an“, spricht Statistik-Fachmann Manlio Puxeddu den beiden SCC JUNIORS ein Extra-Lob aus. Die beiden waschechten Berliner teilten sich die letzten drei MVP-Medaillen untereinander auf und werden sicher auch gegen Herrsching die Fans im Volleyballtempel elektrisieren.
