Das Spiel im ersten Satz wogte hin und her, niemand konnte sich mehr als zwei Punkte absetzen. Doch bei 23:23 unterliefen den Aachenerinnen von Saskia van Hintum zwei vermeintlich leichte Fehler in Folge, der Satz ging an den deutschen Rekordmeister und diesjährigen Meisterschaftsfavoriten SSC. Doch wer nun glaubte, Aachens Wille wäre hiermit gebrochen, der sah sich getäuscht: Satz zwei wurde früh von den LiBs dominiert und ab der zweiten technischen Auszeit wurde der Vorsprung auf Aachener Seite kontinuierlich ausgebaut – Satzgewinn – 1:1-Ausgleich! Man darf sogar mal frech sagen, dass wenn der erste nicht knapp verloren, sondern vielleicht knapp gewonnen worden wäre… wer weiß, was dann auf beiden Seiten passiert wäre.
Doch „hätte hätte, Fahrradkette“ hilft selten im Nachbetrachten eines Spiels. Fakt ist, das Gäste-Coach Felix Koslowski ab Durchgang 3 seine Formation gefunden hatte, um Aachen niederzukämpfen und in den Endphasen der Sätze drei und vier auch zu beherrschen. Vor allem die US-Amerikanische Diagonalspielerin Ariel Gebhardt war nicht zu stoppen. Sie wurde dann auch nach der Partie zusammen mit Aachens Diagonaler Ioana Baciu als beste Spielerin ausgezeichnet.
Nach dem Matchball dann minutenlang ’standing ovations‘ von den Rängen einer beeindruckenden und sichtbar auch beeindruckten Tribüne, gefolgt von emotionalen Szenen des Aachener Teams und einigen Tränen. Die Tatsache, dass es nun tatsächlich mit Saison 2016/2017 für die Aachenerinnen vorbei war, schien Gefühle freizusetzen und dies steckte die Fans und Zuschauer sichtlich an. Es ist den Verantwortlichen und auch dem Trainerteam der Ladies in Black eine Pflicht, sich ausdrücklich auch an dieser Stelle bei Noliko Maaseik und deren herzlichen Menschen für die Gastfreundschaft und diesen tollen Abend zu bedanken.
Wenn es nicht einen 1:3-Verlierer gegeben hätte, es wären unter den Augen des Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp ausschließlich Gewinner zu vermerken gewesen: niederländische, belgische und deutsche Volleyball-Fans, begeisterte Sponsoren und Unterstützer der LiBs, die eine fantastische Volleyball-Event-Halle bewundern durften und ebenfalls beglückte Gastgeber, welche die „Import-Stimmung“ aus Aachen in höchsten Tönen lobte.
Saskia van Hintum gehören die Schlussworte, die sie am Ende ans Publikum richtete: „Ich bedanke mich für die fantastische Unterstützung heute und in der ganzen Saison – in der nächsten Saison werden wir alle darauf aufbauen… wir sehen uns.“ So ist es…
