„Es war das erwartet harte Kampf, sie haben bis dahin wie wir keinen Satz verloren“, sagt Bayer-Trainer Jürgen Schrapp: „Wir spielen einen grandiosen ersten Satz. Ich glaube, das war so wahrscheinlich in unseren letzten fünf Jahren mit der beste Satz, weil alles gestimmt hat: Wir haben präzise und gut angenommen, gut angegriffen – und dann ist es natürlich oft so, dass es schwer ist, das Niveau zu halten, dann haben sie den zweiten Satz gewonnen. Im Tiebreak entscheidet jeder Ball, den hätten wir sicher auch gewinnen können. Aber sie haben die Nerven behalten und jetzt zum ersten Mal den Titel nach Rheinland-Pfalz geholt, da kann man dem Gegner nur gratulieren.“

Platz fünf im Mixed-Wettbewerb ging an Anpfiff Hoffenheim, Sechster wurde der Leipziger BRS II, Siebter der SC Potsdam und Achter der TSV Bayer Leverkusen II, außer Wertung spielte noch der SV 1845 Esslingen mit. Kateryna Koziar, Trainerin der „Zweiten“, war „sehr zufrieden“ mit ihrer Mannschaft, die gegen Esslingen sogar einen Satz gewinnen konnte: „Wir spielen seit vier Monaten zusammen und es kommen immer noch neue Leute dazu. Ich freue mich, weiter mit ihnen zu spielen.“

Bei der vierten Auflage der deutschen Frauen-Meisterschaft wurde ein hohes Niveau geboten, sowohl die späteren Siegerinnen aus Potsdam als auch Leverkusen/Hoffenheim hatten bundesliga-erfahrene Spielerinnen aus dem Fußgängerinnen-Volleyball zur Verstärkung dabei. Beide Finalistinnen siegten in je zwei Duellen gegen die drittplatzierten Damen des Leipziger BRS, in der Vorrunde setzte sich Leverkusen/Hoffenheim am Samstag in zwei Partien jeweils im dritten Satz gegen die Potsdamerinnen durch.

Im Finale am Sonntag waren die Titelverteidigerinnen dann aber hellwach, holten sich den ersten Satz mit 25:18 und behielten auch beim 25:19 im zweiten Satz gegen die lautstark angefeuerten Gastgeberinnen jederzeit die Nerven. „Ich bin stolz auf die Truppe, die hat das toll gemacht, auch in der Vorbereitung und jetzt sind wir mit Silber dann am Ende nicht zufrieden. Das ist natürlich sehr ärgerlich, wir gewinnen zweimal gegen Potsdam in der Vorrunde und dann heute im Finale, glaube ich, waren wir leistungsmäßig nicht da, wo wir gestern waren“, sagte Schrapp: „Potsdam war schon sehr, sehr fokussiert, das darf man auch akzeptieren. Und dann hat es leider nicht gereicht. Aber es war eine tolle Atmosphäre hier, eine tolle Halle und das ist für den Frauensport, glaube ich, genau das richtige Zeichen.“

Parasport-Geschäftsführer und Organisator Jörg Frischmann zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Turnier: „Ich habe bei deutschen Meisterschaften noch nie eine Halle erlebt, wo so eine Stimmung war und ich denke, das war einfach Werbung für unseren Sport. Es war eine Meisterschaft auf hohem Niveau, auch bei den Frauen speziell mit Potsdam und unseren Damen. Leider haben wir am Ende die falschen Spiele gewonnen, das Endspiel leider nicht. Ich hoffe, dass wir das im nächsten Jahr wieder besser machen.“

Bei der Siegerehrung wurde unter Standing Ovations noch TSV-Präsident Klaus Beck verabschiedet, der sein Amt an Jürgen Schrapp weitergibt. Beck schloss mit den Worten: „Bleiben Sie Fan des Para Sports, des Sitzvolleyballs und des TSV Bayer 04.“

Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden in diesem Jahr von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.

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