Der Sieg ist umso höher zu bewerten, weil Düren am Spieltag enorm viele Rückschläge wegstecken mussten. Nach Zac Hutcheson stand kurzfristig auch Leistungsträger Robin Baghdady aufgrund von Rückenproblemen nicht zur Verfügung. Trainer Christophe Achten musste improvisieren, weil er somit mit Ryan Poole nur einen nominellen Außenangreifer für zwei Startplätze zur Verfügung hatte. Zuerst sprang Mittelblocker Kyle Paulson auf der fremden Position ein, ab Satz vier übernahm dann Diagonalangreifer Jordan Canham. „Das waren unsere letzten Karten, die wir noch spielen konnten. Und sie haben funktioniert, trotz aller Schwierigkeiten“, sagte Christophe Achten. Düren wehrte sich, um die Lücke abzudecken, die Robin Baghdady und Zac Hutcheson hinterlassen. Am Ende entschied Jordan Canham die Viertelfinal-Serie mit einem Ass zugunsten Dürens.

Die nächsten Rückschläge waren die letzten Momente der Sätze zwei und drei, die Düren hätte gewinnen können und dann noch unglücklich aus Hand gab. Das angeschlagene Team wehrte sich, kam zurück und gewann.

Neben Jordan Canham war es vor allem der einzige nominelle Außenangreifer Ryan Poole, der in Satz vier und fünf bei allen schwierigen Bällen zur Stelle war und wichtige Punkte machte. Einen Schub verlieh auch der eingewechselte Philipp Lauter, der am Ende des vierten und im fünften Satz mit seinem Block zur Stelle war und wichtige Punkte markierte. „Philipp war enorm wichtig für uns. Das waren ganz große Punkte“, sagte Christophe Achten. Bezeichnend für die Einstellung des Teams, das sich auch von Misserfolgen nicht bremsen ließ, war der Punkt zum 12:9 im Tiebreak. Eigentlich war viel schiefgelaufen, weil ein Giesener Aufschlag das Dürener Spiel aushebelte. Der Ball flog zurück auf die Giesener Seite. Aber den Versuch der Grizzlys, den Ball direkt ins Dürener Feld zu stopfen, wehrte der auf dem Boden liegende Jordan Canham ab und Ryan Poole nutzte die anschließende schwierige Angriffssituation.

Im Interview nach der Partie lobte Geschäftsführer Tomas Kocian-Falkenbach die Mentalität des Teams. „Wenn du in diesem Spiel und vor dieser Kulisse ohne die richtige Mentalität spielst, dann gehst du unter“, sagte er. Und er gestand ehrlich, dass der Sieg alles andere als selbstverständlich war. „Unter diesen Voraussetzungen war es nicht eingeplant, dass wir auch das zweite Spiel gewinnen.“ Ein wenig hatte das Team schon auf ein Entscheidungsspiel geschielt. „Diese Leistung heute zeigt, wie geschlossen das Team ist. Und dass wir gute Volleyballer im Team haben, die auch auf anderen Positionen helfen können.“

Der Trainer hat seinem Team nach dem Einzug in das Halbfinale eine kurze Feier-Freigabe gegeben. „Danach konzentrieren wir uns auf das Halbfinale. Dieses Team kann mit dieser Mentalität was bewegen“, lautete Christophe Achtens Fazit.

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