Was war das am Sonntag für ein Match, das die Erfurterinnen dem haushohen Favoriten lieferten? Stuttgart, nur eine Niederlage in der Hauptrunde, in zehn Heimspielen nur einen Satz in der SCHARRena (3:1 gegen Münster) abgegeben. Wohl kein Zuschauer in der Halle im Bauch der großen Fußballarena oder am Bildschirm hätte vermutet, dass es bei dieser Partie des Ersten gegen den Achten eine fast zweistündige Volleyballkost geben würde. Und dass Erfurt das gelingt, was keinem anderen Team der Liga in der Hauptrunde dort gelang. Aber die Schwarz-Weiß-Damen nahmen ihr Herz in die Hand und zeigten ihre bisher beste Saisonleistung. Mutig im Angriff, abwehrstark in der Feldverteidigung machten sie den Gastgeberinnen das Leben schwerer als es denen lieb war. Allianz MTV wurde zwar in den Sätzen vier und fünf seiner Favoritenrolle noch gerecht, aber die Anerkennung für die Leistung der Gäste aus Thüringen kam von allen Seiten vielfach. Schwarz-Weiß Erfurt hat deutschlandweit aufhorchen lassen.

Am Mittwoch folgt nun das Rückspiel. Von einer ähnlich knappen Partie auszugehen, wäre vielleicht etwas vermessen. Schließlich wird der Meisterschaftsfavorit Nr. 1 seine Schlüsse aus dem Hinspiel ziehen und versuchen, seiner Favoritenstellung klarer gerecht zu werden. So, wie es in der Hauptrunde zweimal der Fall war. Letztlich ist die Mannschaft von Konstantin Bitter auf jeder Position qualitativ besser und doppelt stark besetzt. Doch Volleyball ist auch ein „Kopfspiel“, womit sich das knappe 3:2 vom Sonntag ebenfalls erklären lässt. Wie cool bleibt Stuttgart am Mittwoch? Kann Schwarz-Weiß Erfurt noch einmal so unbeschwert, locker drauf los spielen?

Egal wie es am Mittwoch ausgehen wird, für die Heimpremiere in den Playoffs haben sich die SWE-Damen eine volle, lautstarke Riethsporthalle – auch an einem ungünstigen Werktag – verdient. Es könnte das letzte Saisonspiel für die Erfurterinnen sein. Oder doch nicht?

volleyballer.de Redaktion Redaktion volleyballer.de