Im vorletzten Heimspiel der Saison unterlagen die BSV-Damen dem Tabellendritten Team 48 Hildesheim trotz harter Gegenwehr mit 1:3 (21:25, 14:25, 25:20, 21:25). Danach gab es die erste Verabschiedung.
Die Beverhalle war am Sonntagnachmittag gut gefüllt. Trotz sonnigem Wetter wollten sich über 200 Zuschauer den von der Sparkasse Münsterland-Ost ausgerichteten Auftritt des BSV gegen eines der Topteams der Liga anschauen. Und sie sollten es nicht bereuen, denn ein couragiertes Heimteam forderte dem Favoriten – vor allem in der zweiten Spielhälfte – eine Menge ab.
Schon beim Start ins Match war zu merken, dass sich Ostbevern einiges vorgenommen hatte. Sie legte mehrfach vor und behauptete Mitte des Durchgangs eine Rotationsrunde lang eine Drei-Punkte-Vorsprung. In der Schlussphase legte Hildesheim jedoch an Qualität zu und der BSV hatte leider mehrfach knapp das Nachsehen, so dass die Satzführung an die Gäste ging.
Eine schnelle Hildesheimer Führung in Abschnitt 2 leitete dann eine Spielphase ein, wie sie der BSV eigentlich möglichst hatte vermeiden wollte: Eine frei aufspielende Gästemannschaft, die ihre Angriffspower nach Herzenslust aufs Feld bringen konnte, bestimmte das Geschehen.
Vor Satz 3 besann sich die BSV-Mannschaft aber darauf, dass sie sie sich genau mit diesem Level auseinandersetzen wollte und erzeugte in der Folge wieder mehr Druck auf den Gegner. Der Lohn war ein klasse dritter Durchgang, den die Ostbeverner Damen von vorn – mit einer teilweise sechs Punkte hohen Führung – für sich entscheiden konnten. Den Auftrieb nahmen sie auch mit in Satz 4, gingen direkt wieder mit 6:2 in Front. Hildesheim brauchte lange, um sich wieder zu fangen, verfügte aber in der packenden Schlussphase, in der dem BSV nicht viel zu einem Teilerfolg fehlte, über die etwas höhere Qualität und traf die besseren Entscheidungen. So endete die Begegnung nach Sätzen wie das Hinspiel, hatte aber einen BSV gesehen, der sich ein Stück näher an das Niveau der Gäste herangespielt hatte.
MVP in Reihen des BSV wurde zum dritten Mal in dieser Spielzeit Libera Franzi Seidel. Die Ehrung übernahm Lisa Depenwisch, Regionalmarktleiterin der Sparkasse Münsterland-Ost für Telgte/Ostbevern. Die goldene Medaille ging an Team 48 – Diagonale Vanja Przulj.
Wie passend war die Ehrung auf BSV-Seite ausgefallen, war es doch das (vorerst) letztes Match Franzis vor heimischem Publikum im BSV-Jersey. Die 25-jährige ist bereits nach Witten umgezogen, wo sie in Kürze ihr Medizinstudium beginnen wird und dem BSV nicht weiter erhalten bleiben kann. „Franzi, Franzi“-Rufe und standing ovations von der Tribüne leiteten eine emotionale Verabschiedung ein, in der Zuspielerin Mari Peters für das ihr Team die richtigen Worte fand, um eine große „Volleyballreise“ in Ostbevern mit Anekdoten und liebevollen Erinnerungen zu würdigen. 17 Jahre Volleyball, immer für den BSV, sechs Jahre 2. Bundesliga mit insgesamt 15 MVP-Auszeichnungen – neben der Abwehr-Annahme-Spezialistin wird der BSV eines der Gesichter dieser Mannschaft vermissen, ein Paradebeispiel der Vereinsphilosophie und ein Vorbild für den Nachwuchs.
