Dabei standen die Vorzeichen für die Grafinger alles andere als ideal. Auf der Mittelblockposition musste erneut improvisiert werden – kurzfristig rückte Nikitas Konz aus der zweiten Herrenmannschaft in die Startformation. Und der Youngster nutzte seine Chance eindrucksvoll: In seinem ersten Einsatz in der Starting Six zeigte er eine starke Leistung und fügte sich nahtlos ins Team ein.

Auch an der Seitenlinie gab es eine ungewohnte Konstellation. Cheftrainer Heiko Roth musste aus privaten Gründen kurzfristig passen. Für ihn übernahm Co-Trainer Michael Zierhut die Verantwortung – und führte die Mannschaft mit viel Leidenschaft durch einen intensiven Volleyballabend.

Die Bärenstädter bauten ihr Spiel auf einer stabilen Annahme auf, angeführt vom gewohnt starken Libero Theo Gallina. Über Außen sorgten Andi Bachmann und Kilian Nennhuber mit Spielwitz, Mut und Durchschlagskraft immer wieder für wichtige Punkte. Besonders Nennhuber drückte der Partie seinen Stempel auf und wurde nach dem Spiel folgerichtig mit der MVP-Goldmedaille als wertvollster Grafinger Spieler ausgezeichnet. Die Silbermedaille ging an den Krifteler Zuspieler Tobias Thiel.

Von Beginn an entwickelte sich ein packendes Duell. Beide Teams zeigten mutigen, kreativen Volleyball, kämpften um jeden Ball und lieferten den Fans zahlreiche spektakuläre Ballwechsel. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen – Spannung lag in jeder Phase des Spiels in der Luft. Sehr zur Freude des jungen Grafinger „Fighting Bayrisch“-Teams kam auch Diagonalangreifer Juro Petrusic immer mehr in Fahrt und überzeugte nach langer Verletzungspause in dieser Saison mit spektakulären Angriffen.

Der erste Satz ging denkbar knapp mit 25:23 an die Gäste aus Kriftel. Doch Grafing ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit viel Einsatz und der Unterstützung der heimischen Fans kämpften sich die Gastgeber zurück und glichen mit einem ebenso knappen 25:23 im zweiten Satz aus.

Auch der dritte Durchgang wurde zu einem echten Krimi. Mehrere Satzbälle auf beiden Seiten, lange Rallyes und pure Leidenschaft auf dem Feld – am Ende behielt Grafing die Nerven und sicherte sich den Satz mit 27:25.

Im vierten Satz mobilisierten die Gastgeber noch einmal die letzten Kräfte. In der entscheidenden Phase gelang es Grafing, den Druck zu erhöhen und die wichtigen Punkte zu machen. Mit einem umjubelten 25:21 machten die Bärenstädter schließlich den 3:1-Erfolg perfekt.

Dieses Spiel war beste Werbung für den Volleyballsport – leidenschaftlich, hochklassig und voller Emotionen. Ein würdiger Abschluss für das letzte Heimspiel der Saison und ein Abend, der Spielern und Fans gleichermaßen in Erinnerung bleiben wird.

Fighting Bayrisch – Volleyball Grafing

volleyballer.de Redaktion Redaktion volleyballer.de