Trotz eines stark dezimierten Kaders konnten die Berliner im Breisgau ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Joel Banks Team bestand aus zehn Akteuren und stellte sich damit auf einigen Positionen von selbst auf. Einzig Marek Sotola, Hannes Tille und Adam Kowalski nahmen auf der Bank Platz. Das Spiel begann mit einem Abtasten beider Teams, wobei die Hausherren anfangs mit mehr Druck servieren konnten (1:3, 6:8). Die erste Technische Auszeit diente nun als Startschuss für den Tabellenführer der Volleyball Bundesliga. Schotts Ass brachte die erste etwas deutlichere Führung, ehe sich Freiburgs Coach Jakob Schönhagen zur ersten Auszeit gezwungen sah. Das Aufschlagsspiel der Berliner nahm nun Fahrt auf, sodass man sich Break um Break absetzen konnte (Täht Ass 16:12, Schott Block 18:13). Nachdem sich nun auch Mote in die Reihe der Servicewinner eintragen konnte (21:13), nutzte Kessel den ersten Satzball zum 25:15.

Kapitän Schott und seine Mannen nahmen den Aufschlagsdruck mit in Satz zwei, sodass die Freiburger früh einem großen Rückstand entgegenblickten (4:0, 8:2). Nun waren es die Freiburger die vermehrt Aufschlagsfehler produzierten und so die Berliner zu einfachen Punkten kamen. Dervisaj konnte mit stabilerer Annahme ein variables Angriffsspiel aufziehen und Schott und Co. bedankten sich ein ums andere Mal mit krachenden Punkten (16:9). Der Stimmung in der Act-Now-Halle tat dieser Rückstand aber keinen Abbruch. Die Gastgeber blieben weiter im Rennen, weil sich beim Hauptstadtclub mehrere Fehler einschlichen, sei es in der Annahme oder im Aufschlag. Nach einer Auszeit von Banks (22:17) beendete man die Aufholjagd der Freiburger „Affenbande“ und Schott machte Satz zwei zu (25:18).

Nach der zehnminütigen Satzpause fanden die BR Volleys zunächst besser in die Partie (4:1). Mote blieb am Aufschlag weiter ein Faktor und legte sein drittes Ass nach (8:5). Bis zum 15:11 sah alles danach aus, als gäbe sich der Deutsche Meister im Breisgau keine Blöße, doch dann schlichen sich ungewohnt viele und leichte Fehler ein (15:17). Zwar konnte Mote mit einem weiteren Ass den Rückstand egalisieren (17:17), doch Freiburg war nun, angetrieben von der lautstarken Kulisse, kaum mehr zu bremsen (19:21 Auszeit Banks, 19:23 Auszeit Banks). Am Ende stand mit 22:25 der Satzgewinn für den Bundesliga-Aufsteiger fest. Diesen Schwung nahmen die Freiburger auch in den Folgesatz mit (1:4), aber die BR Volleys stemmten sich nun emotional dagegen (5:5 Block Kessel). Vor allem Robert Täht sah man an, dass dieser einen Tie-Break mit aller Macht verhindern wollte (8:7, 16:15). Der spätere MVP Nehemiah Mote griff nun nach seinen vier Servicewinnern in den vorangegangenen Sätzen auch im Block beherzt zu (17:15 und 19:15), sodass die Weichen endgültig auf Sieg gestellt wurden. Cody Kessel war es dann vorbehalten, den zweiten Matchball zum 25:19 zu verwandeln.

Dank des Auswärtserfolgs stehen die BR Volleys mit nun 23 Punkten an der Tabellenspitze der Bundesliga. Jetzt wartet aber wieder ein Wettbewerbswechsel auf Kapitän Schott & Co, denn am Mittwoch (13. Dez um 20.30 Uhr) sind sie bei Gas Sales Daiko Piacenza (ITA) in der Champions League gefordert.

Stimme zum Spiel
Joel Banks: „Aufgrund einiger Ausfälle haben wir diesmal mit Cody auf Diagonal gespielt, der aber trotzdem auch im Annahmeriegel stand und das sehr gut gemacht hat. In den ersten beiden Sätzen haben wir vor allem im Angriff einen guten Job gemacht, hatten das Spiel unter Kontrolle und Leon konnte die Bälle variabel verteilen. Wir hatten einen guten Rhythmus, aber eine 10-minütige Satzpause ist eben nie gut für Teams im Rhythmus. So machten wir viele eigene, vermeidbare Fehler und die Konzentration ging uns verloren. Freiburg war gepusht von ihren Fans. Die Stimmung war fantastisch und extrem laut. Im vierten Satz spielten wir wieder ruhiger und konzentrierter und fabrizierten weniger Fehler. Zwar sind wir enttäuscht über den Satzverlust, aber am Ende des Tages haben wir diese schwierige Auswärtsreise mit nur 10 Mann und Spielern, die nicht auf ihren angestammten Positionen spielten, erfolgreich bestritten, bleiben ungeschlagen und deshalb bin ich glücklich über die drei Punkte!

BR Volleys Formation
Ruben Schott + Robert Täht (AA), Saso Stalekar + Nehemiah Mote (MB), Leon Dervisaj (Z), Cody Kessel (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Johannes Tille

Topwerte
Schott 17 Punkte, 1 Block, 1 Ass | Kessel 17 Punkte, 5 Blocks | Mote 13 Punkte, 4 Asse, 4 Blocks

>>> Matchreport <<<

Nächste Heimspiele
BR Volleys vs. Baden Volleys SSC Karlsruhe | 17. Dez | 16.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle (Bundesliga)
BR Volleys vs. Halkbank Ankara | 20. Dez | 19.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle (Champions League)
Tickets: www.br-volleys.de/tickets

volleyballer.de Redaktion Redaktion volleyballer.de