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Bundesligen: Sweet Caroline und ein Punkt, der bleibt

25.01.2026 • Bundesligen Autor: Thomas Hacker, RSV Borken 22 e.V. 127 Ansichten

Die Mergelsberg-Sporthalle war am Samstagabend ein Hexenkessel. Als nach dem Schlusspfiff um 21:40 Uhr "Sweet Caroline" durch die Lautsprecher dröhnte, tanzten Spielerinnen und Fans, als hätte Borken gerade erneut die Meisterschaft gewonnen. Trainerin Danuta Brinkmann hatte es wochenlang eingetrichtert: "Sie sollen sich endlich mal belohnen." Am Samstagabend geschah genau das.

Sweet Caroline und ein Punkt, der bleibt - Foto:  Thomas Hacker

Ein Punkt gegen Schwerin - für Fans und Spielerinnen ein richtig toller Abschluss des Abends (Foto: Thomas Hacker)

Gegen den amtierenden Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin holten die Skurios Volleys, ihres Zeichens amtierender Meister der 2. Volleyball Bundesliga Pro, ihren ersten Punkt gegen einen etablierten Erstligisten und eines der erfolgreichsten Teams der letzten Jahrzehnte - und feierten ihn, als wäre es der größte Triumph der Saison.

Vor 841 Zuschauern, die jede gute Annahme, jeden starken Block und jeden Punktgewinn mit ohrenbetäubendem Jubel quittierten, zeigten die Skurios Volleys zum Abschluss der Englischen Woche von der ersten Minute an, was in ihnen steckt. Borkenspielte mutig, unbekümmert und mit einer Energie, die den Favoriten zunächst völlig überrumpelte. Kapitänin Fabienne Coenders dirigierte das Spiel mit Übersicht, Liza Kastrup, Pia Mohr oder Lara Kretschmer verwandelten die Bälle kompromisslos - und die Meggi trug das Team auf Händen.

Der erste Satz gehörte zur Überraschung aller klar den Gastgeberinnen. Borken zog früh davon, nutzte druckvolle Aufschläge und eine stabile Abwehr, um Schwerin unter Druck zu setzen. Die Fans peitschten ihr Team voran, beim Stand von 21:17 schallte das länger nicht gehörte "Vier gewinnt!" durch die Halle - und kurz darauf besiegelte Fabienne Coenders den ersten Satzgewinn selbst: 25:22. Die Spielerinnen feierten bereits zwischendurch mit kleinen Tänzchen, so groß war die Freude.

Auch beim Seitenwechsel ließen die Skurios nicht locker. Sie blieben aggressiv im Block, variabel im Angriff und zwangen Schwerins Trainer Felix Koslowski zu dessen großer Überraschung zu frühen Auszeiten und Wechseln. Borken baute sich eine komfortable Führung auf, führte zeitweise deutlich und hatte beim 24:16 bereits acht Satzbälle. Dann wurde es nochmal richtig eng: der Meister kämpfte sich noch einmal unerwartet deutlich auf 23:24 heran, doch ein Aufschlagfehler der Gäste besiegelte das 25:23 - 2:0-Satzführung und ein Punkt schon sicher. Die Meggi explodierte förmlich vor Freude..

"Einfach geil", strahlte Borkens Kapitänin Fabienne Coenders danach. "Schwerin war anfangs nicht richtig da, und das haben wir voll ausgenutzt. Wir wissen, dass sie viel besser können, aber wir haben dagegengehalten. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft."

Natürlich drehte der Deutsche Meister mit dem Rücken zur Wand danach auf. Mit Routine, variablen Angriffen und starken Aufschlagserien holte Schwerin Satz drei (20:25) und vier (19:25). Borken kämpfte weiter, ärgerte den Favoriten immer wieder mit starken Phasen, doch allmählich machte sich die englische Woche bemerkbar. "Zum Schluss waren wir nicht mehr so frisch", gab Coenders zu. Im Tiebreak kontrollierte Schwerin das Geschehen und siegte 9:15.

Doch die Enttäuschung über die Niederlage hielt nur Sekunden. Stattdessen brach pure Freude aus. Spielerinnen und Fans feierten gemeinsam, umarmten sich, sangen mit. Und genau diese einzigartige Unterstützung machte den Abend besonders. Die 841 Zuschauer hatten das Team 111 Minuten lang getragen, jede gute Aktion bejubelt, jede Phase der Schwäche mit noch lauteren Anfeuerungen überbrückt. Diese Fans sind Gold wert.

Trainerin Danuta Brinkmann stand mitten im Jubel und konnte ihr Glück kaum fassen: "Ich bin begeistert und super zufrieden. Endlich haben wir auf dem Feld umgesetzt, was wir trainiert haben und eigentlich leisten können. Ich hoffe, dass diese Lockerheit und dieses Selbstvertrauen jetzt anhält."

Für die Skurios Volleys war dieser Punkt mehr als nur ein Tabellenpunkt. Es war die Belohnung für Wochen harter Arbeit, für den Glauben ans eigene Können und für tolle Fans, die hinter ihrem Team stehen - egal ob bei Sieg oder Niederlage. Der Abend in der Mergelsberg-Sporthalle dürfte bei vielen von ihnen lange in Erinnerung bleiben.

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