KWDer enge Spielplan macht sich auch im Terminplan bemerkbar: Nur 16 Stunden nach dem Ende des Heimspiels gegen Haching stiegen die LüneHünen am Donnerstagnachmittag in den Bus. Ihr Ziel: Königs Wusterhausen. In der 40.000-Einwohner-Stadt im Süden Berlins steht am Freitagabend (19 Uhr, live im Dyn-Stream) bei den Energiequelle Netzhoppers bereits das nächste Spiel an.
Foto: SVG/Höfel
Trotz der kurzen Pause legten die SVG-Profis zwei Vorbereitungseinheiten ein: Direkt nach dem Spiel am Mittwochabend ging es erneut in eine Krafteinheit auf dem Spielfeld der LKH Arena, vor der Busabfahrt stand eine Videoschulung an. Egal, ob dabei Feedback zum Spiel gegen Haching oder der Blick auf den Freitag-Gegner im Mittelpunkt stand: Die LüneHünen dürfte in der Paul-Dinter-Halle ein ähnliches Spiel wie gegen Haching erwarten.
Netzhoppers wollen Playoff-Anspruch untermauern
Denn die Netzhoppers erwiesen sich beim Hinspiel Anfang November als starker Gegner, forderten die SVG eineinhalb Sätze lang und durften sich nach dem 1:3 in Lüneburg eine kämpferisch starke Leistung bescheinigen lassen. Aktuell ist das Team von Chefcoach Liam Sketcher zwar Tabellenneunter, doch bei zwei Punkten Rückstand auf den Achten Herrsching und zwei weniger absolvierten Partien zählen die Netzhoppers zu den klaren Kandidaten auf einen Playoff-Platz.
Die jüngste KW-Bilanz fiel zwar nicht überragend aus - in sechs Spielen gab es zuletzt nur einen Sieg (3:1 gegen Warnemünde), doch wie beim Spiel in Lüneburg setzten die Netzhoppers gelegentlich Achtungszeichen, wie etwa beim Satzgewinn im Vorweihnachtsderby gegen Meister Berlin (1:3). Die bislang 23 Punkte gab's aber vor allem gegen die Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte - ein Coup gegen einen der "Großen" fehlt bislang noch. Am Dienstag war KW in Giesen nah dran, schaffte es in den Tiebreak, der dann aber mit 8:15 deutlich verloren ging.
Doch Coach Sketcher sah schon nach dem guten Auftritt seines Teams im Hinspiel eine Rechnung für das Rückspiel offen: "Wenn wir unser bestes Volleyball spielen, können wir es mit jedem Team der Liga aufnehmen. Wir werden versuchen, eure Jungs zu schlagen, wenn ihr bei uns zu Gast seid", sagte er im November mit einem Augenzwinkern.
"Mister KW" mit Ass-Qualität
Einer, der im Team mit dem Känguru-Logo den Unterschied machen kann, ist Routinier Theo Timmermann. Der 29-Jährige ist "Mister KW", spielt mit einjährigem Herrsching-Intermezzo seit 2006 für die Netzhoppers und könnte noch in der laufenden Saison sein 300. Spiel im KW-Trikot bestreiten. Auch in den Statistiken ragt Timmermann heraus, liegt etwa auf Platz 2 der Bundesliga-Scorerliste und bei den Quoten für Aufschlag mit Wirkung und Aufschlageffizienz sogar ganz vorn. Schon 2014, im ersten Bundesliga-Jahr der SVG, stand er auf der anderen Netzseite. Damals gelangen ihm in den beiden Hauptrundenspielen keine Asse, doch im Spiel gegen Giesen machte er seinen 350. Aufschlagpunkt seit 2014 - stark.
Die SVG dürfte Timmermanns Qualität ohne Zweifel kennen - sich aber auch diesmal auf die eigenen Tugenden besinnen. Dass beim 3:2 gegen Haching erstmals in dieser Saison ein Heimpunkt verloren ging, hat die Sinne des zuletzt neunmal in Folge siegreichen Teams zusätzlich geschärft. "Wir nehmen die zwei Punkte und das blaue Auge mit", hatte es Bernd Schlesinger am Mittwochabend zusammengefasst. Der Sportliche Leiter und Co-Trainer ergänzte: "Ich habe mit Santi gesprochen. Der sagte: Solche Spiele braucht man mal, dass man einen Kick kriegt. Das kann man so stehen lassen. Es ist nichts passiert - aber wir werden die richtigen Lehren aus diesem Spiel ziehen."


